Studie: Deutsche Unternehmen sparen massiv mit Open Source
25 Prozent der Kosten lassen sich mittels Ersatz teurer proprietärer Datenbanksoftware durch Open-Source-Datenbanken dämpfen, so die Studie. Ansetzen kann der Rotstift auch bei Content-Management-Systemen: 25 Prozent reduzierte Kosten bedeutet der Alternativ-Einsatz von Open-Source-CMS für ein größeres Unternehmen. In der Soreon-Modellrechnung über drei Jahre spart ein Großunternehmen mit 2.000 Arbeitsplätzen im Ergebnis bei den Büroanwendungen 525.000 Euro, bei den Servern 57.000 Euro, beim CMS 32.000 Euro und bei der Datenbank 21.000 Euro. Die Einsparungen beruhen größtenteils auf dem Wegfall teurer Lizenzkosten.
Unternehmen können mit neuester Linux-Software beim Betrieb ihrer Server nach Studienangaben auch Personalkosten reduzieren. Zwar sind die Einführungskosten bei Open Source teilweise etwas höher; im laufenden Betrieb jedoch liegen die offenen Software-Produkte gleichauf oder sind günstiger als ihre proprietären Geschwister von Microsoft oder Oracle, so Soreon.
Kleine und mittlere Unternehmen profitieren allerdings nur wenig von Open Source. Ein Betrieb mit zehn Arbeitsplätzen hat nach den Studienangaben nur magere 2 Prozent Kostenvorteile. Ein Unternehmen mit 100 Arbeitsplätzen kommt lediglich auf 6 Prozent (Server) bzw. 7 Prozent (Büroanwendungen). Der Grund hierfür liegt im mangelnden hausinternen Know-how für Open-Source-Produkte. Der Betrieb kann nur mit teurer externer Unterstützung gefahren werden. Höhere Schulungskosten belasten das Budget.
"Neue Investitionen folgen nicht mehr der Logik technischer Spielereien aus den Boomzeiten, sondern einem einfachen Kostenkalkül. Deshalb entsteht in vielen Unternehmen eine Koalition aus Finanzverantwortlichen und Befürwortern von Open-Source-Software, die der teureren proprietären Software das Leben schwer macht" , erklärte Soreon-Resarch-Direktor Steffen Binder. "Der Hinweis auf die schlechtere Funktionalität von Open-Source-Software zählt in den Augen der Finanzer wenig. In erster Linie möchten sich viele Unternehmen in der Krise keinen 'IT-Porsche' mehr leisten, denn ein effizienter Mittelklassewagen tut es auch. Andererseits haben die Open-Source-Produkte an vielen Fronten in den letzten zwölf Monaten qualitätsmäßig massiv aufgeholt" , stellt Binder weiter fest.
Hersteller proprietärer Software müssen jetzt schnell auf den zunehmenden Druck durch Open Source reagieren. Deutliche Preissenkungen bei Lizenzen und beim Support, insbesondere für Standard-Anwendungen oder Plattform- Software, sind der erste Schritt. Laut Soreon müssen sich etablierte Software-Anbieter stärker an das Open-Source-Modell anpassen. Microsoft und Co. kämen langfristig nicht umhin, ihre Software zu öffnen, so die Einschätzung der Auguren.
Für die Soreon-Studie wurden 50 deutsche Unternehmen und Organisationen detailliert zu ihren Aufwendungen im Bereich Software befragt. Daneben wurden Preisdaten bei über 30 deutschen Software-Händlern, Systemhäusern und Schulungsfirmen eingeholt. Die Soreon-Studie vergleicht neben Betriebssystem-Software wie Linux und Windows auch Office-Produkte, Datenbanken und CMS. Auf Grundlage der erhobenen Daten hat Soreon Modellrechnungen für typische Klein-, Mittel-, und Großunternehmen aufgestellt.



