EU-Kommission: Frauen in Informationsgesellschaft wichtig
Auf dem Kongress wollen Vertreter aus verschiedenen Bereichen gemeinsam analysieren, wo und wie sich neue Technologien auf das Leben des Einzelnen auswirken. Anna Diamantopoulou, die Europäische Kommissarin für Beschäftigung und Soziales, hält politischen wie auch persönlichen Willen für erforderlich, um Frauen stärker in die Entwicklung und die Nutzung moderner Technologien einzubinden.
"Es sind bereits Fortschritte erzielt worden; der Wert der neuen Technologien wird von Frauen anerkannt. Auf politischer Ebene schafft die Kommission in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten die nötigen Rahmenbedingungen, indem beispielsweise Genderfragen in allen Bereichen der EU-Politik berücksichtigt werden, um auf diese Weise die Integration von Frauen zu erleichtern. Es ist ein langsamer und schwieriger Prozess. Ich rufe alle Frauen auf, sich zu mobilisieren, um bei der Gestaltung der Informationsgesellschaft eine führende Rolle zu übernehmen und die Früchte der Informationsgesellschaft zu ernten."
Die Gründe für die geringe Beteiligung von Frauen am Aufbau der Informationsgesellschaft sind nach Angaben der EU-Kommission zum Teil in Erziehung und Bildung zu suchen. Es bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede bei der Wahl der Ausbildungsfächer; in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern sind Männer in den meisten Mitgliedstaaten (außer in Italien) weit in der Überzahl. Noch ausgeprägter sind die Unterschiede in der EU bei berufsorientierten Programmen, wo der durchschnittliche Anteil von Männern im Ingenieurbereich 86 Prozent betrug, in Naturwissenschaften und Informatik immerhin noch 70 Prozent. Obwohl etwas mehr Frauen als Männer an Hochschulen eingeschrieben sind, beteiligen sich meist Männer an anspruchsvollen Forschungsprogrammen und sind deutlich mehr Männer als Frauen in Lehre und Forschung an Hochschulen tätig.
Diese De-facto-Abgrenzung von Frauen in Ausbildung und Beschäftigung verschlechtert ihre Chancen, später etwa in den Hightech-Bereichen der Wirtschaft Führungsaufgaben zu übernehmen. Der Anteil von Frauen im Topmanagement liegt in den meisten EU-Mitgliedstaaten folglich unter 10 Prozent; lediglich in Schweden, Griechenland, Irland und Portugal erreicht er bis zu 20 Prozent.
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