Sensor-Chip warnt vor Stinkern

Geruchsquellen lassen sich vollautomatisch überwachen

Wissenschaftler der Universität Bonn haben einen "preisgünstigen" Sensor entwickelt, mit dem sich mögliche Geruchsquellen vollautomatisch rund um die Uhr überwachen lassen. Der hochempfindliche Chip registriert einige Düfte schon in Konzentrationen, die der Mensch noch gar nicht wahrnimmt und kann so frühzeitig vor unangenehmen Gerüchen warnen.

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Einsatzmöglichkeiten sehen die Forscher überall dort, wo lästige Gerüche oder gefährliche Gase entstehen können, beispielsweise in Kläranlagen, auf Deponien, in der Tierzucht oder in Industriebetrieben.

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  1. Sensor-Chip warnt vor Stinkern
  2. Sensor-Chip warnt vor Stinkern

Perfekt ist der Chip freilich nicht, wie die Forscher bereitwillig zugeben: "Käme ein verrückter Parfümeur auf die Idee, Chanel No. 5 mit Schwefelwasserstoff zu 'veredeln', fände er - wenn überhaupt - höchstens Abnehmer aus der Scherzartikel-Branche: Seine Kreation würde äußerst penetrant nach faulen Eiern riechen." Dem Bonner Duftsensor würde jedoch kein Unterschied zum Original-Chanel auffallen - für Schwefelwasserstoff ist das "chemische Auge" blind.

Dafür kann der Chip in anderen Fällen noch zwischen Original und billigem Imitat unterscheiden, wenn sie so ähnlich riechen, dass selbst ein olfaktorisches Genie passen müsste. "In der Nase gibt es mehr als Tausend verschiedene Rezeptor-Typen für unterschiedliche Duftmoleküle", erklärt Dr. Peter Boeker vom Bonner Institut für Landtechnik. "Die meisten sind sehr spezifisch und sprechen nur auf wenige Substanzen an. Unser Sensor hat gerade einmal sechs, die allerdings jeweils ein breites Spektrum von flüchtigen chemischen Verbindungen abdecken."

Das "chemische Auge" samt Elektronik ist wenig größer als eine EC-Karte. Sechs runde Goldplättchen, kreisförmig angeordnet, sind für die Geruchswahrnehmung zuständig. Auf jedem dieser Rezeptoren klebt eine hauchdünne "Leimschicht", die "gaschromatographische Phase", an der die Geruchsmoleküle aus der Luft haften bleiben können. Die sechs verschiedenen "Leimsorten" haben aber unterschiedliche Vorlieben: An der einen Sorte kleben etwa kleine ringförmige Verbindungen am besten, an der anderen eher gestreckte Moleküle - so ähnlich wie ein Fliegenfänger, der bevorzugt Mücken, Stubenfliegen oder Bienen fängt. Anders als dieser lässt der Leim den Duftstoff aber kurz darauf wieder los, so dass die Rezeptoren wieder frei werden.

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Sensor-Chip warnt vor Stinkern 
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    Von Hanno Böck

c.b. 07. Mai 2003

darauf hat die welt gewartet... nun stürzt der rechner tatsächlich bei jedem pups...


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