EU gegen kommerzielle Internet-Angebote von ARD und ZDF
Bei einem neu auszuhandelnden Rundfunkstaatsvertrag werde es "für die volle Laufzeit bis 2008 keine weitere Gebührenerhöhung geben" , sagte Stoiber dem Nachrichtenmagazin Focus. Der Ministerpräsident begründete dies mit den "finanziellen Belastungen der Bürger" . In Zeiten, in denen alle sparen müssten, sei auch bei ARD und ZDF ein "neues Denken" gefordert.
EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will erstmals gegen die aus Gebührengeldern finanzierten kommerziell ausgerichteten Online-Angebote von ARD und ZDF vorgehen. Monti stört sich besonders an Online-Spielen, Produktwerbung und Stellenangeboten. "Es erscheint fraglich, ob derartige Dienstleistungen solche von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse darstellen" , zitiert Focus aus einem Brief der Brüsseler Wettbewerbsbehörde an die Bundesregierung.
Baden-Württemberg und Sachsen hatten die Beschränkung der Internetseiten von ARD und ZDF auf ausschließlich nicht-kommerzielle Angebote gefordert. Dem stimmte der niedersächsische Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) in FOCUS zu: "Der öffentlich-rechtliche Bereich sollte im Wesentlichen auf Videotext beschränkt werden." So müssten beispielsweise Stellenmärkte "unzulässig" sein.