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Reg TP verteuert Ortsnetz für private Konkurrenz

Letzte Meile aber um 5,45 Prozent auf 11,80 Euro reduziert

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) hat in zwei komplexen, grundlegenden Entscheidungen die Rahmenbedingungen für den weiteren Ortsnetzwettbewerb neu festgelegt. Danach sinkt ab dem 1. Mai 2003 der monatliche Mietpreis für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL), die so genannte letzte Meile, um weitere 5,45 Prozent von derzeit 12,48 Euro auf dann 11,80 Euro. Der Preis ist bis zum 31. März 2005 befristet. Die Deutsche Telekom AG hatte ursprünglich einen Preis von 17,40 Euro beantragt. Allerdings steigen die Vorleistungspreise für die Wettbewerber um netto 0,4 Cent.

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Matthias Kurth von der Reg TP: "Auch im Europäischen Vergleich liegen wir mit der jetzt getroffenen Entscheidung im guten Durchschnitt der Länder, die nach dem gleichen Kostenmodell arbeiten. Der neue TAL-Preis ist als ein sachgerechter und kostenorientierter Preis Garant für einen langfristig angelegten Wettbewerb im deutschen TK-Markt."

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Im Rahmen der Entscheidung zu den Durchleitungsentgelten bei Call-by-Call und Preselection im Ortsnetz legte die Behörde jetzt auch fest, dass die Deutsche Telekom AG nicht die Zusammenschaltungsentgelte für Ferngespräche und Interneteinwahl erhöhen darf. "Der entsprechende Antragsteil der Deutschen Telekom AG", so Kurth, "die hier einen generellen Aufschlag für sämtliche Zuführungs- sowie für die Terminierungsleistung forderte, wurde abgelehnt. Lediglich für diejenige Zuführungsleistung der Deutschen Telekom AG, auf welche die Wettbewerber für das Angebot von Call-by-Call und Preselection im Ortsnetz angewiesen sind, wurde antragsgemäß ab dem 1. Juli 2003 ein Zuschlag in Höhe von 0,004 Euro zunächst bis zum 30. November 2003 genehmigt. Für Fern- und Internetverbindungen ändert sich somit nichts."

Die Telekom verlangt in der Nebenzeit einen Endkundenpreis von 1,5 Cent, während die Wettbewerber nach der Entscheidung alleine für die Vorleistungen der Telekom 1,484 Cent bezahlen sollen. Ob damit noch Wettbewerb im Ortsnetz aufkommen kann, ist fraglich.

Mit dieser Entscheidung folgt die Reg TP dem im letzten Jahr neu eingefügten Paragrafen 43, Absatz 6 des Telekommunikationsgesetzes. Nach dieser Vorschrift ist bei Entgeltgenehmigungen im Zusammenhang mit Call-by-Call und Preselection im Ortsnetz zu gewährleisten, dass Anreize zu effizienten Investitionen in Infrastruktureinrichtungen, die langfristig einen stärkeren Wettbewerb sichern, nicht entfallen.

Mit der Entscheidung soll sichergestellt werden, dass der vom Nutzer ausgewählte Netzbetreiber - zumindest in einem Übergangszeitraum - angemessen an den Kosten des bereitgestellten Teilnehmeranschlusses beteiligt wird. Die Reg TP hat allerdings auch festgelegt, dass der jetzt genehmigte Zuschlag auf Ortsgesprächsverbindungen auf die Höhe des vorher ermittelten Anschlussdefizits bei der Deutschen Telekom AG von 1,40 Euro begrenzt wird. Bei dieser Festlegung wurden in einer Vergleichsrechnung alle Erträge und Kosten des Anschlussbereichs gegenübergestellt und bewertet.

Die freenet.de AG begrüßte in einer ersten Stellungnahme die von der Reg TP bekannt gegebenen Beschlüsse unter Berücksichtigung der von der Deutschen Telekom AG der Reg TP vorgelegten Unterlagen zum Nachweis eines Anschlussdefizits.

"Unter diesen Voraussetzungen sind dies ausgewogene Entscheidungen, die dem Wettbewerb genügend Spielraum lassen, sich zu entwickeln", so Eckhard Spoerr, Vorstandsvorsitzender der freenet.de AG, zur Bedeutung der Entscheidung für den weiteren Wettbewerb im deutschen Telekommunikations-Markt. "Damit wird sich der "Wilde Westen" im Ortsnetzbereich schnell auflösen, und nachhaltige Geschäftsmodelle werden sich durchsetzen", bekräftigte Spoerr weiter. Aus heutiger Sicht will die freenet.de AG ihre am 24. April 2003 veröffentlichten Preise für ihr Call-by-Call-Angebot im Ortsnetz vorerst zum 01. Juli 2003 nicht erhöhen.

Die Deutsche Telekom erwartet nach der Einführung von Call-by-Call im Ortsnetz keine so dramatische Entwicklung wie bei den Ferngesprächen. "Wir werden keine Verhältnisse wie 1998 bekommen", sagte Josef Brauner, der im Vorstand der Deutschen Telekom die Festnetzsparte verantwortet, im Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel. "Inzwischen ist der Markt wesentlich nüchterner geworden", sagte Brauner. Wie viele Kunden die neue Wahlfreiheit bei Ortsgesprächen bereits genutzt haben, könne Brauner nicht sagen. Nur so viel: "Betrachtet man die Minutenentwicklung bei unseren Kunden, sehen wir im Moment keine Veränderung."

Die Telekom werde "sicher klarer Marktführer im Ortsnetz bleiben, auch wenn wir logischerweise Anteile aufgeben müssen". Im Gegensatz zu Ferngesprächen, wo die Telekom mit Preissenkungen auf die Konkurrenz reagierte, sind im Ortsnetz keine Preissenkungen geplant. "Wir werden mit Produktvarianten nachsteuern - nicht unbedingt mit Preisen", so Brauner.



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