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Erste Ergebnisse im Notebook-Projekt an der Uni Kassel

Technik fördert Kooperation und Interaktion unter den Studierenden

Die Teilnehmer des Projektes Notebook-University an der Universität Kassel haben eine Zwischenbilanz gezogen. Als eine von bundesweit 22 "Notebook-Universities" wird die Universität Kassel seit Sommer 2002 bis zum Jahresende 2003 mit rund einer Million Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Seither wurde das Funknetz der Kasseler Universität systematisch ausgebaut und die Studierenden bei der Beschaffung von Notebooks unterstützt.

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In den Teilprojekten in Kassel werden fachspezifische Lehr- und Lernszenarien unter Anwendung der neuen Technologien erprobt und die positiven Aspekte des Notebooks für das Studium bezogen auf eine ortsunabhängige und mobile Onlinenutzung moderner Lehrsoftware und wichtigen Datenbanken untersucht.

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Nach einem Semester des "mobilen" Lernens und Forschens trafen sich die Beteiligten des Kasseler Notebook-Projekts mit Vertretern der Hochschulen Freiburg, Darmstadt, Stuttgart, Göttingen, Paderborn und Lippe-Höxter, die auch am Notebook-Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teilnehmen. Gemeinsam tauschten sie bisherige Erfahrungen aus und diskutierten die Frage, wie sich das Studium durch die Nutzung mobiler Computertechnik verändert. In einem Workshop mit dem Titel "Validität und Generalisierbarkeit von Evaluationen eines Mobile Learning" wurden Anwendungen der mobilen Technik in Forschung und Lehre erörtert sowie erste Ergebnisse vorgestellt.

Projektbegleitende Untersuchungen an den Fachbereichen Wirtschaftswissenschaften und Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung ergaben, dass der Einsatz der mobilen Technik die Interaktion und Kooperation unter den Studierenden sowie unter Lehrenden und Lernenden fördert. Auch an den anderen Hochschulen wurden positive Erfahrungen mit dem mobilen Lernen und Forschen gemacht. Die Ergebnisse zeigen, wie stark sich zukünftig das Studium verändern wird. Evaluierungen liefern als Untersuchungsinstrument wichtige Hinweise zur optimalen Ausgestaltung multimedialer Lehre, um sie technisch, organisatorisch und didaktisch an den Bedürfnissen und Interessen der Studierenden und des Arbeitsmarktes ausrichten zu können.

An den Ergebnissen der Nutzer- und Evaluierungsforschung zum E-Learning zeigte Prof. Dr. Gerd-Michael Hellstern, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der UNIK, die Bedeutung individuellen Engagements für den Lernerfolg. Das technische Medium wird zum einen überschätzt, wenn es traditionell verwendet wird, persönliche Anstrengungen im Lernprozess sind wichtiger. Zum anderen werden die Möglichkeiten unterschätzt, denn der Transfer in praktisches Handeln erhöht sich, die Verfügbarkeit; Nachhaltigkeit und die Umsetzung von Wissen verbessern sich. Jens Rennberg aus dem Projekt Evaluation von Lernszenarien mit Groupware und im Projektmanagement vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften stellte das gemeinsam erarbeitete Design der Kasseler Evaluierung mit Online-Erhebungsinstrumenten vor.

Aus dem Projekt Betreuungsleistungen in der Hochschulausbildung unter Leitung von Prof. Winand, FB 07, veranschaulichte Dipl.-Oec. Angela Frankfurth die Vorteile der Nutzung von Notebooks für die Erstellung eines Businessplans im Rahmen eines Seminars E-Venture-Business. Die Nutzung von Notebooks ermöglicht eine intensivere Gruppenarbeit, wie ein weiteres Teilprojekt im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften unter der Leitung von Prof. Dr. Gerd-Michael Hellstern, verdeutlichte. Dr. Claudia Freitag demonstrierte die unterschiedliche Nutzung beim Notebook-Einsatz von Frauen und Männern.

Wie sehr sich Lehre und Lernen durch die Nutzung von Notebooks verändert, belegten die Untersuchungen von Dipl.-Ing. Dieter Hennicken und seiner Mitarbeiter Dipl.-Ing. Anja Dreybrod und Dipl.-Ing. Cyrus Zahiri zur Evaluierung der Notebook-Nutzung am Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung. Die mobile Nutzung erlaubt die Arbeit im Feld, sie intensiviert die ergebnisorientierte gemeinsame Projektarbeit in wechselnden Arbeitsumfeldern Einzelarbeit, Kleingruppen, Plenen. Die Arbeit mit Notebooks leistet einen wesentlichen Beitrag zum simultanen Arbeiten mit verschiedenen Medien und Arbeitsformen in der Entwurfsarbeit (Notebook, Modell, Handzeichnung).

Von deutlichen Mehrbelastungen für die mit mobilen Lehrformen befassten Dozenten berichtete Prof. Franz, Fachbereich Bauingenieurwesen. Dies bestätigte sich auch an den Berichten aus dem Einsatz an Hochschulen in USA. Wie können auch Nichtnutzer multimedialer Angebote unter den Lehrenden und Studierenden gewonnen werden, darüber berichtete Frau Carmen Lanfer von der Universität Göttingen, die zur Untersuchung dieser Frage an einer hochschulweiten Befragung von Nutzer und Nichtnutzern von Notebooks beteiligt ist. Tragfähige Finanzierungsmodelle zu entwickeln, wie sie aus Freiburg berichtet wurden, werden auch in Kassel entwickelt. Die feste Verankerung neuer Lernformen, wie sie in den Teilprojekten gelungen ist, für alle Studierenden zu erreichen, ist das nächste Ziel.

Als besonders positiv bewerteten die Workshop-Teilnehmer die Nutzung unterschiedlicher Methoden und innovativer Verfahren der Evaluierung zu einem effektiven Einsatz von Notebooks. Der Wunsch bestand, auf den Kasseler Erfahrungen aufzubauen und eine weitere hochschulübergreifende Zusammenarbeit der Universitäten zu organisieren.



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