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Infineon beschleunigt Konzernumbau

Weitere 900 Stellen sollen abgebaut werden. Infineon treibt den durch verschiedene Programme bereits eingeleiteten Konzernumbau mit weitreichenden Restrukturierungsmaßnahmen verstärkt voran. Wie bereits angekündigt, setzt Infineon dabei in einem fortgesetzt schwachen Marktumfeld auf massive Einsparungen, unter anderem durch die weitere Verschlankung der Konzernstrukturen. Insgesamt sollen weitere 900 Stellen wegfallen.
/ Jens Ihlenfeld
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Die Rückkehr in die Gewinnzone und der nachhaltige Unternehmenserfolg seien oberstes Konzernziel, erläuterte Dr. Ulrich Schumacher, Vorstandsvorsitzender von Infineon, auf einer Pressekonferenz in München.

Mit Impact hatte Infineon im Sommer 2001 ein drastisches Kostensenkungsprogramm initiiert, das zu Einsparungen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro geführt hat. Mit dem Folgeprogramm Impact 2 sollen die Prozesse und Strukturen des Unternehmens weiter optimiert werden. Infineon verspricht sich davon weitere Kostensenkungen von 500 Millionen Euro, 50 Millionen davon bereits im laufenden Geschäftsjahr. Der größte Teil der Einsparungen soll im nächsten Geschäftsjahr auf EBIT-Basis finanziell wirksam werden. Ein wesentlicher Beitrag ergibt sich aus der Verlagerung einzelner Geschäftseinheiten sowie Outsourcing verschiedener Funktionen an externe Dienstleister.

Zusätzlich plant Infineon angesichts der weiter angespannten Marktlage den Abbau von Arbeitsplätzen. Bis zu 900 Stellen sollen entfallen. Hierin enthalten sind unter anderem 500 Stellen in verschiedenen Zentralfunktionen sowie 150 Arbeitsplätze im Bereich Sichere Mobile Lösungen, vorwiegend in Schweden. Außerdem entfallen weitere Stellen durch Transfer oder Outsourcing.

Mit der Verlagerung der Verantwortung für den Geschäftsbereich Automobil- und Industrieelektronik nach Villach, Österreich, setzt Infineon die Dezentralisierung des Unternehmens fort. Der Geschäftsbereich, der im 6. Quartal in Folge Rekordergebnisse vorgelegt hat, wird künftig von Villach aus gesteuert. In Villach werden nach der Verlagerung rund 2.400 Mitarbeiter tätig sein.

Erhöhte Effizienz verspricht sich Infineon von der Dezentralisierung von Geschäftseinheiten und der Stärkung der Regionen gemäß der Agenda 5-to-1. Der Ausbau regionaler Präsenz in den USA und Asien werde fortgesetzt und sei ein wesentlicher Eckpfeiler der Unternehmensstrategie. In Singapur wurde im April der Grundstein für ein neues Gebäude der künftigen Asienzentrale gelegt. Dort sollen über 2.000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Infineon will in Asien in den nächsten vier Jahren über 1,5 Milliarden Euro investieren. Darüber hinaus plant Infineon, in den USA an der Ostküste einen zweiten US-Standort neben San Jose aufzubauen.

Zudem bekräftigte Infineon, dass man die finanziellen Vorteile einer Verlagerung des Konzernsitzes ins Ausland prüfe. Dabei werden Standorte in Asien, Amerika und Europa, unter anderem in der Schweiz, ins Auge gefasst.

"Auch auf Grund der hohen Qualifizierung von Fachkräften, z.B. in F & E, wird der Standort Deutschland auf Grund seiner hohen Wertschöpfung für Infineon attraktiv bleiben, auch wenn verschiedene Konzernaufgaben, z.B. Verwaltungsbereiche, im Ausland effizienter erledigt werden können und daher verlagert werden" , so Infineon-Chef Schumacher. "Unsere weitreichenden Maßnahmen dienen der nachhaltigen Sicherung des weltweiten Unternehmenserfolges, durch den wir unsere Arbeitsplätze auch in Deutschland sichern können" , so Schumacher weiter.


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