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Neuer DSL-Chip von TI - Hoffnung für 'DSL-Unterversorgte'?

Erster Ein-Chip-DSL-Router von Texas Instruments. Texas Instruments (TI) hat den laut eigenen Angaben ersten Ein-Chip-DSL-Router angekündigt: Der "AR7" soll Digital- und Analogfunktionen sowie Power-Management und Hunderte von Systemkomponenten auf einem einzigen Halbleiterbaustein unterbringen, was im Vergleich zu Konkurrenzlösungen eine Reduzierung des Komponentenbedarfs um 25 Prozent ermögliche.
/ Christian Klaß
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Hersteller könnten damit sehr schnell hochintegrierte und leistungsfähige DSL-Router auf den Markt bringen, verspricht TI. "Der DSL-Markt versucht die Verfügbarkeit zu steigern und Kunden durch neue Anwendungen zu binden. Mit dem AR7 versetzt TI die Betreiber in die Lage, verbesserte Applikationen für Heimvernetzung, Spiele und sogar Videoanwendungen zu einem günstigen Preis anzubieten, um den Nutzen für den Endbenutzer zu erhöhen" , betont Mike Wolf, Leiter des Bereichs für Unternehmens- und Heimkommunikation.

Der AR7 besteht aus einem MIPS 32-Bit RISC-Prozessor, einem DSP-basierten Digital-Transceiver, einem ADSL-Analog-Frontend (AFE) mit Leitungstreiber und Receiver sowie Stromspar-Funktionen auf einem einzigen Halbleiterbaustein. Im Vergleich zum Vorgänger, dem ADSL-Chipsatz AR5, benötigt der AR7 nicht nur weniger als die Hälfte der Komponenten, sondern bietet auch 50 Prozent mehr Rechenleistung, verspricht TI.

Der AR7 verfügt darüber hinaus über zwei neue Funktionen, die bessere DSL-Router ermöglichen soll: Mit dem "TurboDSL" getauften Paketbeschleuniger sollen ADSL-Router mit 300-mal schnellerer Paketbestätigung als mit gegenwärtigen Chipsatzlösungen entwickelt werden können. Dies soll sich in verbesserten Downstream-Datenraten zeigen, so dass Videoübertragung ruckelfreier würden und die Antwortzeit bei interaktiven Spielen und anderen Anwendungen mit hohen Geschwindigkeitsanforderungen verbessert würde.

Damit DSL-Provider den Einzugsbereich ihrer angebotenen Dienste vergrößern können, hat TI die so genannte "dynamische adaptive Entzerrung" (DAE) entwickelt und – wie das Turbo-DSL-Feature – erstmals in den AR7 integriert. Dadurch könnten Betreiber einen gegebenen Dienstbereich vollständiger abdecken und auch Orte einbeziehen, die bisher nicht mit DSL versorgt werden konnten, etwas das vielen DSL-Interessenten in schlecht erschlossenen Gebieten Hoffnung machen könnte. Mit DAE sollen sich auch Kupferzugangsleitungen einbeziehen lassen, die Überbrückungskabel enthalten. Bisher sei dies eine Hürde für den DSL-Einsatz in älteren Leitungssystemen gewesen, so TI.

Um ADSL mit Geschwindigkeiten von bis zu 20 MBit/s und darüber hinaus bereitstellen zu können, unterstützt der AR7 neben dem standardmäßigen ADSL2+ auch proprietäre Implementierungen. Die höheren Datenraten ermöglichen Video-on-Demand-Dienste, bei denen der Endkunde zwei bis drei Videoströme in DVD-Qualität gleichzeitig nutzen kann. Noch werden in Deutschland derartige ADSL-Datenraten allerdings nicht geboten, so dass die Turbo-DSL- und DAE-Funktionen derzeit interessanter erscheinen.

TI bietet Zusatz-Chipsätze bzw. -Chips, mit denen Hersteller ihre AR7-basierten ADSL-Router-Designs einfach einen 4-Port-Switch, WLAN (alle aktuellen Standards inkl. 802.11g) oder Voice-over-Internet Protocol (VoIP) erweitern können. Der AR7 unterstützt die Betriebssysteme Linux und VxWorks; TI liefert Herstellern ein komplettes Netzwerk-Softwarepaket mit. Um die Markteinführungszeit zu verkürzen, stellt TI für OEMs eine komplette AR7-Systemlösung bereit, die aus Software, Hardware, Schaltbildern, Referenzschaltungen, technischem Support und Wartung besteht.

Die Serienfertigung und die Herstellung von Endgeräten auf Basis des AR7 ist TI zufolge für das dritte Quartal 2003 geplant.


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