Audiocodec der TU Berlin erweitert MPEG-4-Standard
Die TU Berlin setzte sich damit erfolgreich gegen Firmen wie Microsoft, Real Networks, NTT sowie das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen durch.
Im Gegensatz zu MP3 liegt beim "MPEG-4 Lossless Audio Coding" die Herausforderung darin, digitale Audiodaten für höchste Qualitätsansprüche ohne Verluste effizient speichern und übertragen zu können. Es wird erwartet, dass dieser neue MPEG-Audiostandard insbesondere in Studios und Tonarchiven, aber auch bei vielen anderen hochqualitativen Audioanwendungen eine schnelle Verbreitung findet. Verlustbehaftete Verfahren wie MP3 erzeugen lediglich eine nahezu identisch klingende Version des Originals, während sich die Daten von komprimierter Datei und hochqualitativem Original teilweise erheblich unterscheiden. Bei der verlustlosen Codierung hingegen werden alle Datenbits des Originals identisch wieder hergestellt. Hierdurch ist der erreichbare Kompressionsfaktor natürlich geringer als bei verlustbehafteten Verfahren. Die verlustlose Codierung ist daher vor allem bei solchen Audiosignalen sinnvoll, die umkomprimiert in höchster Qualität vorliegen.
Das neue Kompressionsverfahren wurde von Tilman Liebchen, Wissenschaftler am Fachgebiet "Nachrichtenübertragung" der TU Berlin, entwickelt. Seit etwa zwanzig Jahren forschen die Experten in diesem Forschungszentrum an neuen Verfahren der Audio-, Sprach- und Videokompression.