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Spieletest: Vexx - Konkurrenz für Super Mario?

Umfangreiches Jump&Run von Acclaim. Die Veröffentlichung seines neuen Jump&Runs kündigte Acclaim recht vollmundig an – in der zum Release des Spiels gestarteten Werbekampagne hieß es unter anderem, Vexx würde die Plattform-Ikone Super Mario arbeitslos machen. Ganz so einfach dürfte sich das aber nicht gestalten.
/ Thorsten Wiesner
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Vexx ist ein kleiner Junge, der mit seinen Freunden in dem beschaulichen Dorf Rockhaven wohnt. Die Ruhe der Siedlung wird aber plötzlich gestört, als der Bösewicht "Dark Yabu" inklusive Gefolgschaft vom Himmel herabsteigt und die arglosen Bauern und ihre Familien zu seinen Sklaven macht. Vexx gelingt es jedoch zu fliehen und sich in Yabus Heiligtum zu flüchten. Dort findet er ein Paar magischer Handschuhe – und die statten ihn fortan mit übermenschlichen Kräften aus, so dass er den Kampf gegen das Böse aufnehmen kann.

Die folgende Reise führt Vexx durch insgesamt neun, sehr große Welten, die sich sowohl spielerisch als auch optisch sehr unterschiedlich gestalten – unter anderem kämpft man in einem brodelnden Vulkan, auf einer idyllischen Wiesenlandschaft oder in staubigen Gebirgsgegenden gegen die diversen Feinde. Dabei stehen einem mehrere Bewegungs- und Angriffstaktiken zur Verfügung, Vexx präsentiert sich somit als sehr wendiger und flinker Held, der auch diverse Mehrfach-Combos beherrscht. Die Steuerung ist dabei sehr eingängig, an manchen Stellen aber leider ein wenig ungenau, was zu unnötigen Frustmomenten führen kann.

In allen Welten sind mehrere Unteraufgaben zu lösen, durch die man sich dann Herzen verdient, die Herzen wiederum schalten neue Welten frei. Das Aufgabenspektrum ist recht breit und umschließt nicht nur Action-Aufgaben wie etwa das Erreichen einer entfernten Plattform. Auch kleinere Rätsel müssen im Spielverlauf gelöst werden.

Von der Gestaltung orientiert sich Vexx eindeutig an bekannten Genre-Highlights – Super Mario stand hier ebenso Pate wie frühere Jump&Run-Titel von Rare wie etwa Banjo&Kazooie. In einer Hinsicht ist den Entwicklern allerdings eine (zumindest kleine) Innovation gelungen: Mittels einer Sonnenuhr lässt sich die Zeit verstellen und zwischen Tag und Nacht wechseln. Die wechselnden Tageszeiten haben dabei Einfluss auf die Landschaft und das Verhalten der Charaktere: Feinde und Umwelt verwandeln sich, können dann aber auch aggressiver und gefährlicher werden, bestimmte Rätsel lassen sich hingegen nur zu der "richtigen" Zeit lösen.

Grafisch bietet Vexx obere Mittelklasse – die Welten sind zwar allesamt recht hübsch anzusehen, man hat in diesem Genre aber auch schon deutlich Schöneres gesehen. Ärgerlicher ist allerdings die zwar per Hand justierbare, aber oft die Sicht versperrende Kamera – wie bei vielen anderen Action-Spielen ist es auch hier den Entwicklern nicht gelungen, eine fehlerfreie Kamera zu entwerfen.

Vexx ist für PlayStation 2, Xbox und Gamecube im Handel erhältlich, der Preis liegt zwischen 50,- und 60,- Euro. Die drei Versionen sind dabei sowohl optisch als auch spielerisch praktisch identisch.

Fazit:
Vexx ist gut, bleibt aber hinter den großmundigen Versprechungen zurück – eine wirkliche Konkurrenz für Mario oder Ratchet und Clank ist er nicht, dafür fehlen spielerische Innovationen und grafische Brillanz. Unter dem Strich reicht es somit nur für ein gutes Jump&Run, das auf Grund des großen Spielumgangs aber ziemlich viel Leistung fürs Geld bietet.


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