Spieletest: The Lost Vikings - Weiterer Klassiker für GBA
Umsetzung der SNES-Version. Bevor Blizzard sich einen Kult-Ruf unter PC-Spielern mit Titeln wie Diablo, Starcraft und Warcraft erarbeiten konnte, produzierte das Team auch einige Spiele für Konsolen. The Lost Vikings gehört zweifellos zu den bekanntesten von ihnen, und eine Neuauflage dieses Klassikers ist nun seit kurzem für den Game Boy Advance erhältlich.
Wer schon etwas länger zu den aktiven Spielern gehört, wird sich noch gut daran erinnern können, welche Euphorie das Spiel bei seiner Veröffentlichung auslöste – die gelungene Kombination aus Puzzle und Action stellte seinerzeit ein erfrischend neues Spielkonzept dar. Die GBA-Version orientiert sich nun an der Veröffentlichung für das SNES von Nintendo und stellt weitestgehend eine 1:1-Umsetzung dieses Spiels dar.
Im Mittelpunkt stehen hier die drei Wikinger Erik, Olaf und Baleog, die von Außerirdischen aus ihrem kleinen Dorf entführt werden und sich nun plötzlich in diversen Labyrinthen wiederfinden. Um zu ihren Familien zurückzukehren, müssen sie einen Ausweg vorbei an den zahlreichen Gegnern, Fallen und Rätseln finden – und das geht nur mit geschickter Teamarbeit. Dabei verfügen alle drei Charaktere über sehr unterschiedliche Stärken und Fähigkeiten.
Erik ist ein flinker Sprinter, der problemlos auch mal über größere Abgründe hinweg springen kann. Baleog hingegen ist mehr der Kämpfer-Typ, der mit Schwert und Bogen böse Aliens und Monster ausschaltet. Olaf schließlich verfügt über ein Schild, das verschiedene Einsatzmöglichkeiten bietet – etwa zum Schutz vor gegnerischen Angriffen, aber auch zum Herabgleiten von hohen Vorsprüngen.
Per Druck auf die Schultertaste schaltet man zwischen den einzelnen Wikingern hin und her. In allen 35 Levels ist der Einsatz von mindestens zwei Wikingern nötig, um den Weg zum Ausgang zu finden. Mal muss etwa der eine einen Schalter drücken, während der andere die Gegner ausschaltet. Allerdings bewegt sich immer nur der Wikinger, den man gerade steuert – alle anderen verharren da, wo man sie zuletzt hingesetzt hat. Vorsicht ist also geboten, damit niemand von den Dreien an einer ungünstigen Stelle zurückgelassen wird – gegen Angriffe wehren sie sich nicht alleine. Zudem ist das Leben von allen wichtig, das Spiel ist erst dann gewonnen, wenn das komplette Trio unbeschadet den Ausgang erreicht.
Optisch sehen die Wikinger recht putzig aus, etwas mehr grafischer Glanz wäre aber durchaus möglich gewesen – hier hat man es sich etwas zu einfach gemacht und es bei der Original-Grafik des SNES belassen. Dafür ist die Hintergrundmusik wirklich stimmungsvoll gelungen. Einen Mehrspieler-Modus gibt es leider nicht.
Fazit: Auch mehrere Jahre nach der ersten Veröffentlichung hat Lost Vikings wenig von seiner Faszination eingebüßt, das knifflige und abwechslungsreiche Gameplay weiß immer noch zu begeistern und dürfte alte Fans des Spiels ebenso begeistern wie Zocker, denen der Titel bisher nichts sagt. Einzig hinsichtlich der Präsentation hätte man sich etwas mehr Mühe geben können.