Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Spieletest: DTM Race Driver - Jetzt auch für PC

Rennspiel mit Story-Modus. Bereits seit Herbst 2002 können PlayStation-2-Rennfahrer mit DTM Race Driver, dem wohl ersten Rennspiel mit ausführlicher Hintergrundgeschichte, ihre Runden drehen. Die seit kurzem erhältliche PC-Version des Spiels präsentiert sich inhaltlich größtenteils identisch, kann aber vor allem optisch mit deutlichen Verbesserungen aufwarten.
/ Thorsten Wiesner
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

An der sehr schwülstigen Story hat Codemasters nichts verändert: Wieder darf man gleich zu Beginn des Spiels in der Intro-Sequenz mit ansehen, wie der berühmte Rennfahrer McKane von seinem ärgsten Konkurrenten nach dem siegreichen Überqueren der Ziellinie gerammt wird, sich in seinem Auto überschlägt und dieses daraufhin explodiert. Jahre später begibt sich sein Sohn nun ebenfalls auf die Rennbahn – und der Spieler versucht fortan in dessen Rolle, in die Fußstapfen des ruhmreichen Vaters zu treten.

Im Spielverlauf wird die Geschichte durch zahlreiche Cutscenes immer weiter gesponnen, wobei vor allem Anhänger von Teenie-Fotoromanen oder Seifenopern ihre wahre Freude an den sehr klischeebeladenen Geschehnissen rund um den Rennzirkus haben werden. Zahlreiche Intrigen, Affären und die eine oder andere Überraschung sorgen dafür, dass man die Geschichte zwar nicht unbedingt mit Spannung, aber teilweise doch amüsiertem Blick mitverfolgt. Schade nur, dass das Alter Ego des Spielers recht arrogant und unsympathisch ist – eine wirkliche Identifikation mit der Spielfigur findet so jedenfalls nicht statt.

Kernstück des Spiels ist aber natürlich die Action auf der Rennstrecke, und die hat einiges in puncto Abwechslung zu bieten. Denn auch wenn der Name des Spiels anderes vermuten lässt: Im Spiel tritt man nicht nur in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, sondern in insgesamt 13 verschiedenen Meisterschaften an, darunter auch die Toca-Serie oder auch die V8 Supercars in Australien. Insgesamt ergibt das 38 verschiedene Strecken, darunter dann natürlich auch heimische Kurse wie etwa der Nürburgring.

Die einzelnen Meisterschaften bestehen zumeist aus sechs Rennen, wobei man in jedem Rennen Punkte erhält, wenn man es unter die ersten sechs Fahrer schafft. Da in den einzelnen Rennen oft nur drei oder fünf Runden zurückzulegen sind, geht es im Story-Modus recht zügig voran. Wer genügend Punkte sammelt, kann so in recht kurzer Zeit in neue Ligen aufsteigen und sich an weitere Herausforderungen heranwagen. Die einzelnen Ligen warten dabei glücklicherweise mit recht unterschiedlichen fahrerischen Anforderungen auf: Die insgesamt 42 im Spiel enthaltenen verschiedenen Boliden von Mercedes, Dodge, Subaru und Audi sind nicht nur optisch, sondern auch bezüglich des Fahrverhaltens sehr verschieden.

Beim Fahrverhalten hat Codemasters auf einen Kompromiss aus Arcade und Simulation gesetzt: Man braucht zwar schon ein wenig Feingefühl, um die Wagen geschickt durch enge Kurven zu lenken, prinzipiell werden aber auch Anfänger keine Probleme haben, sich auf der Strecke zu halten. Unterstützt werden praktisch alle derzeit gängigen Lenkräder; aber auch mit der Tastatur hat man die Autos verhältnismäßig gut unter Kontrolle.

Mehr Grund zur Kritik gibt dafür die KI: Die gegnerischen Fahrer lassen oft ein geschicktes Vorgehen vermissen und rasen auch mal ohne Grund in das Fahrzeug des Spielers. Hängt man die Konkurrenten gleich beim Start ab, hat man zudem oft das Glück, relativ ungestört seine Runden drehen zu können. In anderen Rennen wird einem dann eine unglückliche Startposition zugeteilt und man ist ewig damit beschäftigt, an der vor einem befindlichen Wagenkolonne vorbeizuziehen – der Schwierigkeitsgrad schwankt so von Rennen zu Rennen oft doch erheblich.

Optisch ist DTM Race Driver dafür eine wahre Pracht: Nicht nur die Fahrzeuge, auch die Landschaften und der Himmel begeistern durch hoch aufgelöste Texturen und Detailreichtum. Ebenfalls beachtlich ist das Schadensmodell: Bei Crashs fällt auch schon mal die Stoßstange ab und bleibt auf der Strecke liegen, rabiate Piloten können ihr Fahrzeug so in mehreren Stufen zerlegen. Schäden am Fahrzeug werden zwar angezeigt, wirken sich allerdings auf das Fahrverhalten zumeist nicht so gravierend aus, wie man eigentlich annehmen würde – auch ein Punkt, der Anfängern eher zugute kommen dürfte als Rennspiel-Profis.

Für den optischen Glanz ist glücklicherweise nicht unbedingt ein High-End-PC notwendig – dank eines Schiebereglers kann in mehreren Stufen zwischen Geschwindigkeit und Grafikqualität gewählt werden. So lässt es sich auch mit einem 800-MHz-Prozessor und GeForce2-Karte in 1.024x768 Bildpunkten flüssig spielen, ohne dass die Optik zu viel von ihrem Reiz einbüßen würde. Bei viel Action auf dem Bildschirm, etwa bei Überholmanövern mit mehreren dicht nebeneinander fahrenden Autos, kommt es dann allerdings schon zu merklichen Rucklern.

Natürlich kommen auch Mutiplayer-Fans auf ihre Kosten: 20 Spieler können per Netzwerk gegeneinander antreten; über Internet sind zumindest noch 8 Kontrahenten (via Gamespy Arcade) realisierbar. In diesem Bereich will Codemasters in naher Zukunft aber noch weitere Updates folgen lassen. Das erste ist dabei bereits erhältlich: Unter www.codemasters.com/downloads/getfile.php?downloadid=6662(öffnet im neuen Fenster) kann ein 1,6 MByte großer Patch heruntergeladen werden, der nicht nur die bei einigen Spielern auftretenden Probleme mit der Lenkradsteuerung beheben soll, sondern auch die Anzahl der Fahrzeuge im Mehrspielermodus von acht auf zwölf Autos erhöht.

Fazit:
Was schon bei der PlayStation-2-Version gesagt wurde, gilt auch für die PC-Variante: Die Idee, eine komplette Story mit einem Rennspiel zu verknüpfen, ist durchaus löblich, hier aber leider nicht vollkommen überzeugend umgesetzt. Wer aber über inhaltliche Schwächen hinwegsehen kann und mehr Wert auf das Renngeschehen an sich legt, wird hier umfangreich bedient: Abgesehen von den Mängeln bei der KI bietet DTM Race Driver immens viele Kurse und Autos in sehr schicker Optik und mit zahlreichen fahrerischen Herausforderungen.


Relevante Themen