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Spieletest: Delta Force - Black Hawk Down

PC-Taktik-Shooter vor realem Hintergrund. Im Oktober 1993 gingen amerikanische Truppen in Somalias Hauptstadt Mogadischu mit Waffengewalt gegen die Diktatur von Mohammed Aidid vor - dabei kamen 18 Amerikaner und mehrere hundert Somalis ums Leben. Die damaligen Geschehnisse lieferten unter anderem den Stoff für den Kinofilm Black Hawk Down. Das Entwicklerteam von Novalogic hat das Ganze jetzt auch zu einem PC-Spiel verarbeitet.
/ Thorsten Wiesner
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Natürlich kämpft man auf der Seite der US-Truppen und versucht in mehreren Missionen, die somalischen Rebellen zu besiegen. Die Missionen warten dabei alle mit unterschiedlichen Aufgaben auf: Eine wichtige Brücke oder Gebäude müssen erobert, feindliche Munitionsdepots zerstört und zahlreiche gegnerische Kämpfer ausgeschaltet werden. Natürlich wird man dabei nicht nur ständig beschossen, sondern muss auch Granatenhagel ausweichen, sich in kleinen Hütten oder Hausruinen verschanzen oder im engen Schilf verstecken.

Wie schon in früheren Delta Force-Titeln hilft planloses Geballere natürlich nicht weiter - der Vormarsch muss geplant und auch mit den eigenen, vom PC gesteuerten Gefährten abgestimmt werden. Voraussicht ist dabei schon vor Missionsbeginn bei der Wahl der Ausrüstung und der Waffen gefragt. Allerdings macht das Spiel selber "Vorschläge" für die optimale Zusammenstellung, die man in den meisten Fällen der Einfachheit halber auch annehmen sollte; das Spiel schickt einen nie mit nicht benötigten Gewehren oder dergleichen in die Kämpfe.

Im Missionsbriefing bekommt man das eigentliche Missionsziel sowie weitere Nebenziele mitgeteilt. Die Areale, in denen man vorrückt, sind allesamt recht groß, ein Radar informiert allerdings über die eigene Position und die Richtung, in die man vorrücken muss. Im Spiel greift man auf diese Hilfe auch beständig zurück, denn im oftmals heftigen Kampfgetümmel den Überblick zu behalten, gestaltet sich alles andere als einfach.

Viele der von früheren Delta-Force-Spielen bekannten Probleme findet man leider auch in Black Hawk Down wieder: Von künstlicher Intelligenz seitens der Gegner zu sprechen, wäre eine glatte Übertreibung, denn die verhalten sich leider einmal mehr alles andere als rational und geschickt. Und auch auf das Erzählen einer wirklichen Hintergrundgeschichte hat Entwickler Novalogic einmal mehr verzichtet. Die Missionen verbinden zwar reale Geschehnisse mit fiktiven Momenten, eine inhaltliche Verbindung zwischen den Missionen besteht aber kaum.

Gut gelöst hat man dafür die Speicheroption: In jeder Mission darf man - abhängig von Länge und Schwierigkeitsgrad - nur eine bestimmte Anzahl von Speicherständen anlegen. Das ist einerseits nicht so frustrierend wie wenn Speichern nur am Ende der Mission möglich wäre, andererseits aber auch nicht so leicht wie bei der Möglichkeit zum ständigen Quick Save. Gelungen ist auch die Präsentation: Die detaillierte Grafik und die fast schon beängstigend realistische Soundkulisse sorgen für eine spannende, aber teilweise auch ziemlich beklemmende Spielatmosphäre.

Fazit:
Hinsichtlich Atmosphäre und Präsentation gehört Black Hawk Down zu den derzeit besten aktuellen PC-Taktik-Shootern - die miserable KI und die fehlende, durchgängige Story verhindern allerdings eine Top-Wertung. Schade, dass Novalogic diese schon von früheren Delta-Force-Spielen bekannten Kritikpunkte nicht ausmerzen konnte.


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