Test: Blitzkrieg - würdiger Nachfolger von Sudden Strike

Die Briefings sind deutlich ausführlicher und mit geschichtlichem Hintergrundmaterial aufgefüttert worden. Die jeweilige Kampagne muss nicht stringent durchgespielt werden, vielmehr ist es dem Einzelspieler überlassen, ob er nach durchstandener Mission gleich zum nächsten Kriegsschauplatz wechselt oder eine weitere, zufallsgenerierte Mission auf dem gleichen Schauplatz durchstehen und so vielleicht seine Einheiten-Erfahrungspunkte aufwerten will. Besondere Erfolge werden mit Auszeichnungen und Beförderungen belohnt.
Die Luftstreitkräfte wurden um Erdkampfflugzeuge erweitert. Bomber, Jäger, Luftlandetruppen und Aufklärer stehen zusätzlich zur Verfügung, die Flughäfen sind allerdings verschwunden. Die Luftunterstützung ist nur bei guten Wetterverhältnissen möglich und bietet so durch das sich innerhalb von den Missionen mitunter ändernde Wetter strategische Vorteile, die man selbst und natürlich auch der Gegner zu seinem Vorteil nutzen kann.
Dem kann man als Gegner nur entgegenwirken, indem man seine eigene Infanterie weit verteilt in den Raum stellt, um dem Gegner die allzu leichte Aufklärung zu Fuß zu erlauben. Der weiträumige Einsatz von Flakgeschützen ist ebenfalls sinnvoll. Abgeschossene Flugzeuge stürzen nun nicht mehr schadensverursachend zu Boden, sondern explodieren in der Luft.
Die Grafik ist gegenüber Sudden Strike deutlich verbessert worden – so werden nicht mehr vordefinierte Animationen, sondern echte gerenderte Einheiten dargestellt, die besonders realistisch modelliert wurden. Dabei wird beispielsweise nicht nur das Anlassen, Anfahren und Rückfedern von Panzern und anderen Fahrzeugen animiert dargestellt, sondern auch die Fahrspuren und die Bewegung im Gelände. Die Explosionen und Beschädigungen an Material, Gebäuden und der Landschaft sind deutlich detaillierter geworden, Blut kann man im Spiel zum Glück auch abschalten, das Geschrei der Verwundeten allerdings nicht. Der restliche Sound im Spiel ist allerdings sehr gut getroffen, sogar die Panzergeräusche sind endlich realistischer und typengerechter geworden, zumindest wenn man alte Tonaufnahmen als Maßstab nimmt.
Darüber hinaus ist es im Ressource Editor möglich, sämtliche Einheiten zu modifizieren, neue Einheiten hinzuzufügen sowie deren Texturen und Geräuschkulissen zu ändern, was auch der Add-On-Hersteller INtex nutzen will, um das Spiel zu erweitern. Das Add-On soll Total Challenge heißen und neben neuen Missionen auch neue Einheiten und Tarnschemata beinhalten. Wann das Add-On erscheint, ist noch nicht klar.
Blitzkrieg läuft auf Windows 98/2000/ME/XP und erfordert Direct X8.1 oder besser und für ein vernünftiges Gameplay nach unseren Erfahrungen mindestens einen Rechner mit Pentium III 800 MHz oder vergleichbarem Prozessor und 128 MByte RAM. Das Spiel hat eine USK-16-Empfehlung und kostet zwischen 46,- und 53,- Euro.
Fazit:
Blitzkrieg ist ein würdiger – wenngleich nicht offzieller – "Nachfolger" der Sudden-Strike-Reihe und bietet Funktionen, die das WKII-Echtzeitspielgenre deutlich bereichern. Besonders die Weiterverwendbarkeit der Einheiten der Kernarmee, die Nachschubregelung und die hervorragende Grafik und Animation sowie die schlaue KI machen das Spiel zum Begleiter vieler aufregender Spielestunden für Sandkasten-Generäle.



