OpenOffice-Umfrage: Hoher Bekanntheitsgrad in Deutschland
Die Auswertung basiert auf einem Auszug der Antworten vom 20.01.2003 für den deutschen Sprachraum. Alle Antworten wurden nach der Muttersprache "Deutsch" gefiltert. Die Verteilung der Antworten unterscheidet sich nach Angaben der Auswertenden bis auf wenige Details nur unwesentlich von den internationalen Ergebnissen. So arbeitet der typische OpenOffice.org-Anwender mit seinem Computer zu Hause unter Windows oder Linux. Er benutzt vorrangig Writer und Calc.
Die meistgenutzte Anwendung des Office-Paketes ist die Textverarbeitung Writer. Ca. 50 Prozent der Nutzer geben an, die Tabellenkalkulation Calc häufig einzusetzen. Die anderen Bestandteile von OpenOffice.org werden mit 10 Prozent – 15 Prozent deutlich weniger genutzt. Interessant ist, dass neue Anwender sich eher mit Draw (15,24 Prozent) und dem HTML-Editor (11,74 Prozent) befassen als langjährige Nutzer (12,87 Prozent bzw. 7,38 Prozent). Auf Grund der hohen Anzahl der Antworten ist nur die Analyse von Stichproben möglich.
Der typische OpenOffice.org-Anwender benutzt seinen Computer zu Hause oder am Arbeitsplatz. Relativ gering ist der Anteil der schulischen Nutzung. In der internationalen Umfrage ist die Nutzung am Arbeitsplatz um ca. 10 Prozent geringer. Das zeigt, dass neue Anwender eher im Heimbereich gewonnen wurden.
Ein mit über 50 Prozent hoher Anteil der Anwender benutzt Linux. Gleichzeitig benutzen aber fast alle Anwender eine oder mehrere Versionen von Windows. Die Anwender benutzen offenbar verschiedene Betriebssysteme nebeneinander, kennen sich sowohl mit Linux als auch mit Windows aus.
Summiert man die Betriebssysteme, zeigt sich, dass Windows als Betriebssystem vorherrscht. Der Windowsanteil ist in den zusammengefassten Umfrageergebnissen um ca. 8 Prozent höher. Neue Anwender arbeiten anscheinend eher mit Windows. Die geringe Anzahl von Macintosh-Systemen dürfte an einer fehlenden deutschen Version für MacOS liegen.
Geschätzt wird an OpenOffice.org, dass es kostenlos und Open Source ist. Auch die einfache Bedienbarkeit sowie der gute Import/Export verschiedener Datenformate sind hoch angesehen. Gleichzeitig wird aber eine bessere Kompatibilität zu MS-Office gewünscht. Auch an einer besseren Datenbankintegration, kürzeren Ladezeiten und einem eigenen Groupware-Modul sollte nach Ansicht der Befragten gearbeitet werden. Nach Meinung der Anwender soll am intensivsten an einem Makrorekorder bzw. dem PDF-Import gearbeitet werden.
Dass OpenOffice.org gleichzeitig für eine Open-Source-Gemeinschaft steht, an der man sich beteiligen kann, ist den meisten Anwendern bekannt. Viele sind auch bereit, zu helfen (über 40 Prozent möchten bei Tests mitwirken).
Im Gegensatz zu den internationalen Ergebnissen wurde OpenOffice.org im deutschen Raum sehr stark durch Zeitschriften und weniger durch das Internet bekannt. Viele Computermagazine haben OpenOffice.org in ihre CD-Beilagen aufgenommen. Es wurden Sonderhefte oder Artikelreihen zu OpenOffice.org veröffentlicht. Erst an zweiter Stelle wird das Internet genannt. Die dritte Informationsquelle sind Freunde.
Die Antworten auf die Frage "Wie lange benutzen Sie schon OpenOffice.org?" zeigen für die deutsche Umfrage eine Verteilung, die um einiges von der Verteilung der Gesamtumfrage abweicht. Wurde die deutsche Umfrage zu etwa gleichen Teilen von Anwendern genutzt, die lang- (30,7 Prozent), mittel- (34,9 Prozent) bzw. erst kurzfristig (30,6 Prozent) mit OpenOffice.org arbeiten, beträgt der Anteil neuer Anwender im Gesamtergebnis 57 Prozent. Das zeigt, dass die internationale Umfrage zum Großteil Anwender erreicht hat, die OpenOffice.org neu registrieren wollten.
OpenOffice.org existiert bereits in nahezu allen Sprachen, für die von den Anwendern eine Übersetzung gewünscht wird. Naturgemäß sind bei einer Umfrage unter deutschsprachigen Anwendern die Bandbreite der gewünschten Sprachen relativ gering. Dass allerdings Portierungen nach Bayrisch, Hessisch, Sächsich, Plattdeutsch, Schweizerdeutsch, Verwaltungsdeutsch, Latein oder Klingon in Angriff genommen werden, ist eher unwahrscheinlich.