Spieletest: DOA Xtreme Beach Volleyball - Voyeur-Sport
Titel exklusiv für Xbox erhältlich. Kaum ein anderer Xbox-Titel wurde in den letzten Monaten – zumindest unter den männlichen Spielern – derart herbeigesehnt wie das in Vorberichterstattungen vor allem mit leichtbekleideten Damen beeindruckende DOA Xtreme Beach Volleyball. Jetzt ist der Titel auch in Deutschland erhältlich – und bietet leider eher tiefe Einblicke als ein Spielerlebnis mit Tiefgang.
Kein Zweifel: Dieses Spiel ist eine Augenweide, und zwar von der ersten Minute an. Bereits der Vorspann, in dem die acht weiblichen Charaktere (sieben davon einigen Spielern sicherlich aus dem Prügelspiel Dead Or Alive 3 bekannt) vorgestellt werden, macht sprachlos, die Damen sind in ihren Bikinis nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch wunderbar animiert. Zudem sind auch die Kulissen ungemein stimmungsvoll: Die Ferieninsel, auf der das ganze Spiel angesiedelt ist, scheint mit ihrem karibischen Flair, den wunderschönen Sandstränden und den weitläufigen Hotel-Anlagen samt Pool direkt einem Hochglanz-Reisebürokatalog entsprungen zu sein.
Die Entwickler von Tecmo geben dem Spieler zudem die Möglichkeit, die Grafik und die makellosen Körper der sportlichen Schönheiten in allen Einzelheiten zu begutachten – die Kamera ist stufenlos dreh- und zoombar, so dass man den Damen aus den verschiedensten Blickwinkeln nicht nur beim Volleyballspielen, sondern auch beim Entspannen auf der Sonnenliege oder bei Liegestützen und anderen Fitnessübungen zuschauen darf. Dem Voyeur wird somit (fast) alles geboten, was er sich wünscht, zudem wird er mit einem Trick dazu animiert, dem Spiel treu zu bleiben: Mit zunehmender Spieldauer kann man sich neue Bikinis leisten, die immer mehr nackte Haut zeigen.
Auf dem Spielfeld lässt man sich allerdings nur für eine begrenzte Zeit von der phänomenalen Optik blenden, hier zählt letztendlich das Gameplay – und das enttäuscht. Zwar kommt die Steuerung prinzipiell mit nur zwei Tasten aus, was die Zugänglichkeit erhöht, besonders komplexe Spielzüge sind allerdings kaum möglich. Immerhin entscheiden Stellungsspiel und Dauer des Button-Drucks mit darüber, wie der Ball angenommen und ins gegnerische Feld gespielt wird.
DOA Xtreme Beach Volleyball lässt den Spieler allerdings nicht nur auf dem Platz antreten. Wählt man den Story-Modus, der das Kernstück des Spieles ist, verbringt man auch einige Zeit mit dem Besuchen diverser Shops und dem Ausprobieren kleiner Mini-Spiele. Auch hier stellt sich aber schnell Ermüdung ein: Für eine begrenzte Zeit mag es witzig sein, mit Kirschtorten, Sonnenbrillen und Hüten um eine geeignete Partnerin für den Platz zu buhlen – anhand der persönlichen Vorlieben jeder Spielerin verspricht bei der Suche nach einer Spielgefährtin unterschiedliches Vorgehen mehr oder weniger Erfolg. Schon bald stellt sich hier aber Langeweile ein, das Streben nach dem nächsten teureren Bikini verliert bald seinen Reiz.
Und auch die Mini-Games lassen einiges zu wünschen übrig: Im Pool über Luftkissen zu hüpfen oder im Casino eine Partie Black Jack im sterilen Ambiente zu absolvieren, fesselt kaum länger als einen Nachmittag. Um so schlimmer, dass Tecmo noch nicht einmal an einen Vier-Spieler-Modus gedacht hat: Hier dürfen maximal zwei Personen gleichzeitig ran, und die müssen auch noch gegeneinander spielen, die Bildung eines gemeinsamen Teams ist nicht möglich.
Fazit: Das Spiel sieht grandios aus, vermittelt dank der großartigen Atmosphäre (inklusive Soundtrack mit Bob Marley und den Spice Girls) eine wunderbare Urlaubsstimmung und lässt sich einfach bedienen. Gleichzeitig sinkt die Motivation aber immens schnell – vor allem der simple Volleyball-Part enttäuscht. Da hat Sega schon eindrucksvoll gezeigt, wie man es besser macht – in Beach Spikers für den Gamecube darf man nicht nur hübsche Damen anschauen, sondern sich auch an einem gleichzeitig zugänglichen und komplexen Gameplay erfreuen.