Zypries verteidigt neues Urheberrecht

"Fairer Kompromiss zwischen geistigem Eigentum und Wissensgesellschaft"

"Entgegen der Meinung der Verleger garantiert das neue Urheberrecht den Schutz der Urheber und gestaltet einen fairen Rahmen für Nutzer und Verwerter im digitalen Zeitalter", so Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Sie wirft den Verlagen vor, durch falsche Darstellung Verwirrung zu stiften und zu einer nicht gesetzesgemäßen Benutzung geradezu einzuladen.

Artikel veröffentlicht am ,

Vor allem Fachverlage sehen in den im neuen Urheberrechtsgesetz enthaltenen Schranken für Bildung und Forschung ihre Existenz bedroht. Dieser Darstellung tritt Bundesjustizministerin Brigitte Zypries allerdings entschieden entgegen: "Die Behauptung, dass Bibliotheken nach der Reform des Urheberrechts nur noch ein Lehrbuch oder eine Fachzeitschrift erwerben müssen, um Netzwerke aller deutschen Universitäten mit digitalen Kopien zu versorgen, ist falsch. Von Bibliotheken ist in der Regelung überhaupt nicht die Rede. Geplant ist lediglich, dass geschützte Werke mit den neuen Kommunikationstechnologien - insbesondere Intranets - von einer begrenzten Anzahl von Personen in Unterricht und Forschung genutzt werden können. Dafür erhalten die Rechteinhaber eine angemessene Vergütung."

Stellenmarkt
  1. HIS-Systembetreuerin (m/w/d)
    Hochschule Geisenheim University, Geisenheim
  2. Data Scientist / Data Analyst / Data Engineer (m/w/d)
    Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
Detailsuche

Nach geltendem Recht dürfe ein Lehrer in seiner Klasse für den Unterricht Kopien eines wissenschaftlichen Aufsatzes an die Schüler verteilen. Künftig soll er den Schülern denselben Aufsatz auch am Bildschirm zugänglich machen dürfen, denn der neue § 52a Urheberrechtsgesetz (UrhG-E) passt das in der "Papierwelt" geltende Urheberrecht dem digitalen Zeitalter an, so das Bundesministerium. Man reagiere damit auf die zunehmende Ausstattung von Schulen mit Computern.

Mit dieser Anpassung an die technischen Neuerungen sei aber keine Erweiterung der Nutzungsrechte verbunden. § 52a UrhG-E erlaube zukünftig lediglich, dass Lehrer im Unterricht oder Wissenschaftler für die eigene wissenschaftliche Forschung kleine Teile von Werken, Werke geringen Umfangs oder einzelne Beiträge aus Zeitungen oder Zeitschriften über Computer nutzen dürfen.

Der technische Begriff, mit dem der Gesetzentwurf diesen Vorgang umschreibt, heißt "öffentliche Zugänglichmachung". Dieser Fachausdruck sei durch eine Richtlinie der Europäischen Union vorgegeben, die umgesetzt wird. Das heiße aber nicht, dass damit die Einstellung von Werken in das Internet erlaubt ist. Erlaubt wird nur, einem jeweils abgegrenzten Personenkreis die Nutzung zu ermöglichen, d.h. nur Schulklassen oder Forscherteams, nicht allen Mitarbeitern oder Studenten einer Universität, so das Ministerium. Dies gelte auch nur, soweit diese Nutzung zu dem jeweiligen Zweck geboten und zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke gerechtfertigt ist.

"Die moderne Wissenschaft ist darauf angewiesen, effektiv zu kommunizieren und zu kooperieren. Das geschieht heute über Intranets und dieser Realität müssen wir uns stellen", betont Zypries.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


georg 02. Apr 2003

Solange es ihnen einigermassen gut geht, sicher. Keine Frage. Ich geh auch nur alle...

Almdan 01. Apr 2003

Kann ich mir nicht vorstellen. Zum einen denken viele sowieso nur vom Sofa bis zum...

Georg 01. Apr 2003

Hi Rio ACK. Vor ein paar Tagen kam die Meldung, dass BMG einen Rekordgewinn gemacht...

Rio 01. Apr 2003

In den Auseinandersetzungen über Urheberrecht, Kopierschutz u. ä. wird sichtbar, dass die...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Pixel 6 (Pro)
Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung

Viel Samsung, wenig Google: Der Chip kombiniert extreme Computational Photography mit einem kuriosen Design zugunsten der Akkulaufzeit.
Eine Analyse von Marc Sauter

Pixel 6 (Pro): Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung
Artikel
  1. Krypto: Bitcoin steigt auf neues Allzeithoch
    Krypto
    Bitcoin steigt auf neues Allzeithoch

    Der Wert vom April 2021 ist übertroffen: Der Bitcoin steigt zwischenzeitlich auf über 66.000 US-Dollar.

  2. Nintendo Switch: Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien
    Nintendo Switch
    Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien

    Das frisch für die Switch veröffentlichte Dying Light ist in Europa und in Australien nicht erhältlich - wegen des deutschen Jugendschutzes.

  3. Samsung: Galaxy Z Flip 3 kann konfiguriert werden
    Samsung
    Galaxy Z Flip 3 kann konfiguriert werden

    Samsung bietet das Falt-Smartphone Galaxy Z Flip 3 künftig auch in der Bespoke-Edition an - also in konfigurierbaren Farbkombinationen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week Finale: Bis 33% auf Digitus-Monitorhalterungen & bis 36 Prozent auf EVGA-Netzteile • Samsung-Monitore (u. a. 24" FHD 144Hz 169€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • Sandisk Ultra 3D 500GB 47,99€ • Google Pixel 6 vorbestellbar ab 649€ + Bose Headphones als Geschenk [Werbung]
    •  /