Neues Konzept für die Hannover Messe
Durch Spinn-Offs wurde die Verselbstständigung einzelner Ausstellungsbereiche in eigenständige Messen realisiert. So haben Fachmessen wie die LIGNA, die EMO, die CeMAT oder die Biotechnica ihren Ursprung in der Hannover Messe. 1986 wurde die Messe in die Hannover Messe Industrie und die Hannover Messe CeBIT zweigeteilt.
Da in den Branchen der Hannover Messe derzeit eine zunehmende Spezialisierung zu beobachten sei, die für die Hersteller-Unternehmen ebenso wie für die Messe selbst erhebliche Chancen und Herausforderungen biete, hofft die Messe mit dem neuen Konzept nun den steigenden und immer stärker differenzierten Anforderungen der Besucher zukünftig besser begegnen zu können.
Die Fachmessen der Hannover Messe werden neu strukturiert und als eigenständige weltweite Leitmessen positioniert. Ab 2005 präsentiert sich die Hannover Messe so mit zwei Messe-Plattformen: in den ungeraden Jahren für die Fertigungsindustrie, d. h. für die diskontinuierliche Fertigung, in den geraden Jahren für die Prozessindustrie, d. h. für die kontinuierliche Fertigung.
Es soll damit in Zukunft eine Marktsegmentierung nach Besucherzielgruppen erfolgen: Die "blaue Welt" für die Fertigungsindustrie in den ungeraden Jahren wendet sich an die Automobilindustrie und deren Zulieferer, den Maschinen- und Anlagenbau, die Elektrotechnik und die Elektronik, die Informations- und Telekommunikationstechnik, die Kunststoffindustrie, die holzverarbeitende Industrie, die Verpackungsindustrie sowie an die Konsumgüterindustrie.
Die "rote Welt" für die Prozessindustrie in den geraden Jahren spricht die chemische Industrie, die Petrochemie, die Öl- und Gasindustrie, die Energieversorger, die Pharmaindustrie, die Kosmetikindustrie, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die Zellulose- und Papierindustrie sowie die Grundstoffindustrie an.
Dabei soll sich in den ungeraden Jahren ab 2005 das Messeprogramm für die Fertigungsindustrie aus den eigenständigen Fachmessen Factory Automation (IT + Software, Elektrische Automatisierung, Bildverarbeitung, Robotik, Montagetechnik, Engineering und Maintenance), Motion, Drive & Automation (Antriebstechnik, Fluidtechnik) sowie Oberflächentechnik, Druckluft- und Vakuumtechnik, Mikrosystemtechnik für die Fertigungsindustrie, Angewandte Forschung für die Fertigungsindustrie und Werkstoffe und Zulieferung für die Fertigungsindustrie zusammensetzen.
In den geraden Jahren ab 2006 ist das Programm entsprechend für die Prozessindustrie und soll sich aus Process Automation (IT + Software, Elektrische Automatisierung, Automatisierungssysteme und Komponenten, Kontrollsysteme, Engineering und Maintenance), Energie (Energieversorgung, Elektrische Energietechnik, Erneuerbare Energien und Energiehandel) sowie Mikrosystemtechnik für die Prozessindustrie, Angewandte Forschung für die Prozessindustrie und Werkstoffe und Zulieferung für die Prozessindustrie zusammensetzen.