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Grafikchip Xabre II soll Radeon und GeForceFX übertrumpfen

SiS will ATI und Nvidia im Mainstream- und High-End-Bereich Konkurrenz machen. Die DirectX-8-fähigen Desktop-Grafikprozessoren der Xabre-Familie haben nicht die von Silicon Integrated Systems (SiS) versprochene Leistung bieten können, ATI und Nvidia sind unverändert die Herrscher im Olymp der Grafikprozessor-Hersteller. Mit der DirectX-9-fähigen Xabre-II-Familie will der taiwanesische Chipsatzhersteller SiS im zweiten Quartal 2003 nun einen weiteren Versuch starten und mit dem ersten erscheinenden Xabre-II-Chip gleich Nvidias und ATIs Top-Produkten etwas Ebenbürtiges entgegensetzen.
/ Christian Klaß
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Alle Xabre-II-Chips werden in 0,13 Mikron gefertigt, wie es bereits beim letzten Mitglied der alten Xabre-Familie Xabre 600 der Fall war. Wie der schnellste und als erstes erscheinende Xabre-II-Grafikprozessor genau heißen wird, gab SiS zwar gegenüber Golem.de auf der CeBIT 2003 noch nicht an, nannte aber immerhin schon einen Chiptakt von 350 MHz und einen echten Speichertakt von 500 MHz (entspricht 1 GHz DDR-Takt). Diesen wird man – wie auch Nvidia mit seiner GeForceFX 5800 Ultra – wohl nur mit DDR-II-Speicher erreichen können, auch wenn der Chip herkömmlichen DDR-Speicher ebenfalls unterstützt. Auf DDR-III-Speicher soll die Xabre-II-Architektur ebenfalls vorbereitet sein.

SiS setzt beim schnellsten Xabre II auf eine 128-Bit-Speicherschnittstelle, je eine Pixel- und eine Vertex-Shader-Engine (beide Version 2.0), acht Pixelpipelines und AGP-8X-Unterstützung. Eine Primitive- und eine Tile-Engine sowie interne Farbkompression sollen dafür sorgen, dass unnötige Rechenoperationen vermieden bzw. die Bandbreite optimal ausgenutzt wird. Der Speicherausbau entsprechender Grafikkarten soll 128 oder 256 MByte betragen. Mit seinem Xabre-II-Top-Modell hofft SiS sowohl zu Nvidias GeForceFX 5800/5800 Ultra als auch zu ATIs Radeon 9700 (Pro) und Raden 9800 (Pro) aufzuschließen, gleichzeitig aber günstiger zu sein – ein ehrgeiziges Ziel.

Das für das dritte Quartal 2003 in Aussicht gestellte Xabre-II-Modell für den Mainstream-Markt soll sich laut SiS nicht in der Taktrate, dafür aber durch vier anstelle von acht Pixelpipelines vom Top-Modell unterscheiden. Damit will SiS dann auch günstige Konkurrenz zu Nvidias GeForceFX-5200/5600-Serie sowie zu ATIs Radeon-9500/9600-Serie bieten können. Gegen Nvidias GeForce4 MX und ATIs Radeon 9000 (Pro) will SiS weiterhin den Xabre 600 anbieten. Für den untersten Preis-Leistungs-Bereich verkauft SiS weiterhin seine Xabre-200- und Xabre-400-Chips. Um Xabre und Xabre II für PC-Hersteller interessanter zu machen, setzt auch SiS auf ein Sammel-Treiberpaket ("Unified Driver") für seine Grafikchips.

Das Layout des Xabre-II-Chips soll Ende März 2003 vollendet und bereit für die Erstellung der Lithographiemasken sein, so die zuständige SiS-Marketingverantwortliche, Frau Wei-Wei Yin, gegenüber Golem.de. Anfang Juni 2003 soll das Produkt im Detail vorgestellt werden und Ende Juli 2003 die Massenproduktion beginnen. SiS wird jedoch nicht der einzige Hersteller sein, der im Sommer/Herbst Grafikprozessoren einführt. Auch S3Graphics hat auf der CeBIT 2003 neue Produkte angekündigt, wenn auch "nur" für den umsatzstärkeren Mainstream- und nicht für den prestigeträchtigeren High-End-Consumer-Markt. Beide nannten noch keine Grafikkarten-Hersteller für ihre angekündigten neuen Grafikchips.

Für den High-End-Consumer-Markt scheint auch Nvidia noch in diesem Jahr etwas nachliefern zu wollen, denn zumindest Grafikkartenhersteller und auch SiS munkelten schon etwas von einem bisher nicht von Nvidia bestätigten NV30-Nachfolger NV35. Vermutlich wird Nvidia damit versuchen, die sowieso nur noch in begrenzten Stückzahlen gelieferten GeForceFX-5800/5800-Ultra-Produkte zu ersetzen und somit im High-End-Bereich besser mit ATI konkurrieren zu können. ATI seinerseits wird im Laufe des Jahres vermutlich auch nicht tatenlos herumsitzen, so stünde etwa ein Wechsel von 0,15 Mikron auf 0,13 Mikron beim Radeon 9800 aus.


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