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GPS im Kriegsfall eventuell wieder ungenau

Elektronische Navigation bleibt nach ADAC-Angaben aber zuverlässig. Auf die meisten Lotsendienste per GPS-(Global-Positioning-System-)Navigation kann man sich nach einer Information des ADAC auch im Kriegsfall verlassen. Selbst wenn die vom US-Militär kontrollierten Satelliten ungenaue Positionsdaten abgeben, ist das für festeingebaute Geräte kein Problem, hat der ADAC gemeldet.
/ Andreas Donath
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Die heutige – im Fahrzeug festeingebaute – Gerätegeneration verfügt über zwei Kontrollmechanismen. Die Elektronik überwacht dank Tacho und elektronischem Kompass ständig die Position und korrigiert – wenn nötig – die vom Satelliten gesendeten Daten. Selbst bei einem totalen Ausfall des GPS können die festeingebauten Geräte noch mehrere hundert Kilometer zuverlässig weiternavigieren, meint zumindest der ADAC.

Vorsicht ist allerdings laut ADAC bei Navigationssystemen für PDA- und Laptop-Lösungen geboten. Diese kostengünstigeren Lösungen navigieren lediglich über die satellitengesteuerten GPS-Daten und verfügen über keine Kontrollmechanismen. Würden die Positionssatelliten aus strategischen Gründen vom US-Militär "un-scharf" gemacht, müsse bei dieser mobilen Geräteart häufig mit Navigationsfehlern gerechnet werden.

Die Vereinigten Staaten hatten die künstliche Ungenauigkeit des U.S. NAVSTAR Global Positioning System (GPS) zum 1.5.2000 abgeschaltet, die aus militärischen Gründen im Allgemeinen mehrere Meter beträgt und im Bedarfsfall weiter verschlechtert wird. Zivile Nutzer konnten von da an mehr als zehnmal genauere Positionsbestimmungen machen.

Nach eingehenden Beratungen im Verteidigungs- und Verkehrsministerium sowie dem Wirtschaftsministerium hatte man damals eingesehen, dass die zivilen Nutzungsmöglichkeiten deutlich verbessert werden könnten, wenn man die so genannte Selective Availability (SA), also die Einflussnahme auf die Genaugigkeit abschaltet. Die militärischen Anwendungsmöglichkeiten anderer Staaten würden damit zwar verbessert, doch sei damals angesichts der aktuellen Sicherheitslage zumindest für die USA keine erhöhte Bedrohung ausmachbar gewesen – wohlgemerkt fiel die Entscheidung im Jahr 2000.

Nichtsdestotrotz können die USA jederzeit den GPS-Empfang in bestimmten Regionen abschalten, um beispielsweise Kriegsparteien einen Teil ihrer Ortientierungsmöglichkeiten zu nehmen. Im Bedarfsfall dürfte es auch wahrscheinlich sein, dass die SA einfach wieder eingeschaltet wird.

Das GPS-System wurde ursprünglich als militärische Navigationshilfe entwickelt. Die zivile Nutzung wurde jedoch bald zu einem Hauptanwendungszweck des Systems, das mittlerweile auch in Autos, Flugzeugen, Schiffen, im Rettungsdienst und zu vielen anderen Zwecken eingesetzt wird. Eine echte zivile Alternative existiert derzeit nur auf den Reißbrettern.


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