Xbox-Linux-Projekt wendet sich an die EU-Kommission
So handle es sich bei der Xbox eigentlich um einen Standard-PC, den Microsoft lediglich um einen Mechanismus erweitert habe, der sicherstellen soll, dass nur von Microsoft zertifizierte Software auf dem System läuft. Dabei bietet Microsoft dieses "Microsoft-Only-System" zu einem Preis an, der unter Microsofts eigenen Kosten liege.
In Folge dieses "Schutzmechanismus" seien die rund 100.000 Nutzer von Xbox-Linux gezwungen, ihre Geräte zu öffnen und mit einem Modchip zu modifizieren, um Xbox-Linux ausführen zu können. Allerdings gehe Microsoft mittlerweile unter Berufung auf den DMCA gegen Modchip-Anbieter vor, um den Markt für Modchips zu zerstören. Damit verhindert Microsoft, dass Nutzer das unter GPL stehende Xbox-Linux nutzen, obwohl dazu keine Microsoft-Software notwendig sei. Eine Urheberrechtsverletzung liege infolgedessen also nicht vor.
Versuche, Kontakt mit Microsoft aufzunehmen, um in Kooperation mit den Redmondern eine Xbox-Linux-Version zu entwickeln, die auf unmodifizierten Xboxen läuft, seien bislang gescheitert. Der Software-Konzern habe auf drei Schreiben nicht geantwortet, obwohl nach den Schreiben über 1.000 Zugriffe aus der Domain microsoft.com auf den Webseiten des Projekts verzeichnet wurden.
Auch sei man besorgt in Bezug auf die Umsetzung der europäischen Urheberrechts-Richtlinie in Deutschland und Großbritannien, da zu befürchten sei, dass Microsoft auf dieser gesetzlichen Basis versuchen könnte, gegen die Xbox-Linux-Entwickler vorzugehen.
Die Xbox-Linux-Entwickler bitten die EU-Kommission, den Sachverhalt zu untersuchen, insbesondere Microsofts Maßnahmen, um ein unabhängiges Betriebssystem für die Xbox zu verhindern.
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