Fraunhofer zeigt neues Kino-Sound-System auch auf der CeBIT
Das Hörerlebnis basiert auf dem Prinzip der Klangfeldsynthese, das an der TU Delft (Niederlande) erfunden wurde. Dazu muss ein neues Aufnahmeverfahren verwendet werden: Nicht nur den Ton an sich, sondern auch die Schallcharakteristik des umgebenden Raums und Informationen über die räumliche Anordnung der Schallquellen werden aufgezeichnet. Damit soll ein natürlicher räumlicher Klangeindruck über einen großen Bereich des Filmtheaters möglich sein. "Egal wo der Zuschauer im Kino sitzt, er hört die Dialoge und Effektgeräusche immer aus der richtigen Richtung und Entfernung" , beschreibt Entwicklerin Sandra Brix das Klangerlebnis.
Doch auch mit herkömmlich aufgezeichnetem Filmmaterial lässt sich eine deutliche Qualitätsverbesserung verzeichnen. Selbst bei der 5.1-kompatiblen Wiedergabe soll der optimale Klangeindruck nicht wie bisher auf einen kleinen Teil des Kinosaals, den so genannten "Sweet Spot", beschränkt sein.
"Das innovative System verbessert den Kinosound deutlich. Der Qualitätssprung ist größer als der Schritt von der Mono- zur Stereowiedergabe" , sagt Prof. Karlheinz Brandenburg, Leiter der AEMT und einer der Väter des MP3-Formats. "Die Veranstaltung im Ilmenauer Kino ist der Startschuss für die aktive Vermarktung. Wir haben hier in Thüringen als erste den Schritt von 'science fiction' und 'Laboraufbauten' zu einem in der Praxis anwendbaren Produkt bewältigt."
Wer das Klangfeldsynthese-Soundsystem erleben will, kann entweder das Kino in Ilmenau oder den Fraunhofer-Stand auf der CeBIT 2003 besuchen. Dort präsentierten die Forscher das System in Halle 11.