Test: Freecom Beatman Flash - Großer MP3-Winzling
Als Erstes werden wohl jedem die kompakten Abmessungen des Beatman Flash auffallen: Bei Maßen von 52,6 x 56,7 x 17,5 Millimetern und einem Gewicht von gerade mal 44 Gramm (ohne Batterie) passt er bequem in wirklich jede Jackentasche. Auch der restliche Lieferumfang kann sich sehen lassen: Neben einem qualitativ überzeugenden In-Ear-Kopfhörer von Sennheiser, einer AAA-Batterie (die für etwa acht Stunden Musikgenuss ausreicht), einem USB-Anschlusskabel, Tragegurt und Treiber-CD, auf der sich auch das Handbuch befindet, ist noch ein knapper "Quick Install-Guide" beigelegt, der über die ersten Schritte informiert. Wer sich mit dem silbernen Design nicht anfreunden will, hat zudem die Möglichkeit, eines der drei mitgelieferten bunten Cover aufzukleben.
Der Player kann dabei nicht nur mit Musik, sondern auch mit jeder anderen Art von Dateien bespielt werden, falls man ihn als mobilen Datenträger nutzen will. Außer bei Musik ist mit dem Beatman Flash also auch der Upload von Daten möglich – bei WMA- und MP3-Dateien verhindert der eingebaute Kopierschutz jedoch das Übertragen vom internen Speicher des Geräts auf den PC. Will man trotzdem Musik mit ihm von einem PC zum anderen transportieren, muss man sie entweder auf einer Smart-Media-Karte ablegen oder auf andere "Tricks" zurückgreifen – etwa, indem man die Musik-Files in eine Zip-Datei packt. Unterwegs angehört werden können die Stücke dann aber natürlich nicht mehr.
Das vierzeilige Multi-Line-Grafik-Display (128 x 64 Punkte) mit blauer Hintergrundbeleuchtung überfordert einen beim ersten Einschalten fast mit der Fülle an gebotenen Informationen: Neben der ID3-Tag-Unterstützung und der damit verbundenen Anzeige von Song- und Künstlernamen werden unter anderem auch die Einstellung des eingebauten Equalizers (wahlweise Normal/Klassik/Pop/Rock oder Live), der Batteriestand, der Wiedergabe-Modus (Normal, diverse Repeat-Optionen) und die Codier-Qualität des gerade abgespielten Titels angegeben.
Der Beatman Flash lässt sich auch als Diktiergerät nutzen, da er über ein eingebautes Mikrofon verfügt. Dabei sind verschiedene Qualitätsstufen möglich, bei der schlechtesten Codierung (WAV-Datei mit 8 Kbps) bietet der interne Speicher so Platz für 17 Stunden Gespräch, verfügbar sind aber auch Aufzeichnungen mit 16 und 32 Kbps. Das Mikrofon ist allerdings nicht sehr stark: Befindet es sich nicht sehr nah am Gesprächspartner, ist hinterher kaum etwas vom Gesagten zu verstehen.
Die Bedienung des Players ist äußerst simpel: Die Play/Pause-Taste dient gleichzeitig zum Ein- und Ausschalten, zudem befinden sich ein Knopf zur Aufnahme, zwei Skip-Tasten, zwei Lautstärke-Regler sowie ein Hold-Schalter (Tastensperre) am Gerät. Da auf bewegliche Teile verzichtet wird, kommt der Beatman Flash auch beim Joggen oder anderen sportlichen Aktivitäten nicht aus der Ruhe.
Der Beatman Flash ist im Handel zum Preis von 159,- Euro (unverbindliche Preisempfehlung) erhältlich. Unterstützte Betriebssysteme sind Windows 98SE, ME, 2000 und XP.
Fazit:
Die kompakten Ausmaße und die simple Bedienung machen den Beatman Flash zu einem unkomplizierten und angenehmen ständigen Begleiter, der zweifellos – auch auf Grund der Aufnahmefunktion und guter Tonqualität – zu den besten MP3-Playern mit Flash-Speichern zählt. Kritikpunkte gibt es aber dennoch – vor allem der geringe Speicherplatz und das Manko, keine Musikstücke vom Player auf den PC überspielen zu können, fallen beim täglichen Gebrauch negativ auf.
In einem kurzen Interview sprachen wir Tobias Riepe, Manager Corporate Communication bei Freecom, auf diese Punkte an.
Golem.de: Der Beatman Flash erlaubt es im Gegensatz zu vielen anderen MP3-Playern nicht, MP3- und WMA-Dateien vom Player auf den PC zu überspielen – warum?
Golem.de: Der interne Speicher ist mit 64 MByte recht klein ausgefallen. Warum bietet Freecom das Gerät nicht auch in einer Version mit zumindest 128 MB oder 256 MB an?
Riepe: So wenig sind 64 MByte nun auch nicht – und mit einer entsprechenden Speicherkarte lässt sich die Kapazität auf bis zu 192 MByte aufrüsten. Selbstverständlich wird der Beatman Flash nicht immer bei 64 MByte Speicher bleiben, die Entwicklung wird auch hier weitergehen.
Golem.de: Viele unserer Leser fragen sich immer wieder, warum das lizenzfreie Komprimierungsformat Ogg Vorbis von so wenig mobilen Abspielgeräten unterstützt wird. Wieso kann der Beatman Flash keine in Ogg Vorbis codierten Musikstücke abspielen?
Riepe: Ogg Vorbis ist ein relativ neues Kodierungsverfahren und im Vergleich zur Verbreitung von MP3 oder WMA doch noch erheblich unpopulärer. Ich gehe davon aus, dass sich bei steigender Verbreitung dieses Formates auch die Unterstützung der Hardware einstellen wird.