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Threedegrees - Microsofts Vorstellung von Musik-Filesharing

Musik hören, Bilder austauschen und Animationen verschicken im privaten Chat. Laut MSNBC arbeitet Microsoft derzeit an einer Art neuer Instant-Messaging-Anwendung, die Gruppen von zwei bis maximal zehn Teilnehmern verbinden soll. Die threedegrees getaufte Software soll nicht etwa die Produktivität, sondern das soziale Miteinander steigern – neben Chatten und dem gemeinsamen Musikhören soll damit auch das Abspielen von Animationen oder Klängen sowie die Darstellung von Bildern bzw. Fotos auf dem Rechner der anderen Teilnehmer möglich sein.
/ Christian Klaß
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Mittels der Software sollen sich etwa Liebespärchen, Freunde oder Fangrüppchen zusammenfinden und austauschen können. Dabei soll das gemeinsame Betrachten von – auch selbst erstellbaren – Bildern, Fotos, Emoticons und Animationen sowie das Anhören von Musik oder witziger Sound-Schnipsel deutlich einfacher fallen als mit bisherigen Instant Messengern oder auch E-Mail-Programmen. Falls einen Freunde oder Bekannte zu sehr mit nervigen Sounds oder Animationen malträtieren, soll dies auch unterbunden werden können.

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Beim gemeinsamen Musikhören ("musicmix") können die threedegrees-Nutzer einer Gruppe eine gemeinsame Playlist mit bis zu 60 Musikstücken anlegen – und so jeder mal als DJ auftreten. Um das Kopieren von Musik zu verhindern, wird threedegrees nur die Musikstücke der Playliste abspielen, wenn diejenigen teilnehmen, die sie beigesteuert haben. Die Musikindustrie soll sich dank der genannten Beschränkungen mit dem interessanten Konzept des gemeinsamen Musikhörens per Peer-to-Peer einverstanden gezeigt haben, so MSNBC(öffnet im neuen Fenster) .

Entstanden sein soll das threedegrees-Projekt mit Hilfe einer kleinen Gruppe von College-Absolventen, deren in einer Art WG entstandene Ideen und auf zwischenmenschliche Beziehungen zentrierte Software schließlich auf Windows XP und Microsofts eigene Instant-Messaging-Plattform portiert wurden. Dabei soll das Projekt intern nicht bei allen Microsoft-Veteranen auf Gegenliebe gestoßen sein. Anfang Februar 2003 schließlich soll threedegrees in Microsofts Hauptquartier in Redmond im Rahmen eines Inhouse-Tests den Durchbruch geschafft haben – und in einigen Bereichen die Produktivität stark beeinträchtigt haben. Selbst Bill Gates soll hinter dem eher wenig produktivitätsorientierten Projekt stehen.

Threedegrees soll kostenlos unter threedegrees.com(öffnet im neuen Fenster) angeboten werden – bis jetzt gibt es unter der Adresse nur die Möglichkeit, sich per E-Mail für den Beta-Test zu registrieren, der noch im Februar 2003 starten soll. Ein Business-Plan soll nicht existieren, jedoch hoffe Microsoft, dass die Software Interesse von AOLs Instant-Messenger-Anwendungen abzieht, so MSNBC. Da die Software auf Peer-to-Peer-Technik setzt und keine Server benötigt, soll es sich dabei gleichzeitig um einen ersten Test für künftige Peer-to-Peer-Applikationen seitens Microsoft handeln.


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