Sprachtechnologie gegen E-Mail-Stress und Wissenslücken

Computerlinguisten entwickeln Sprachsysteme mit breitem Anwendungsspektrum

Die internationale Forschungs-Kooperation "DeepThought: Hybride Methoden für wissensintensive Informationsextraktion" unter der Leitung des Saarbrücker Computerlinguisten Professor Hans Uszkoreit will ein Computersystem entwickeln, das zielgerichtet und zuverlässig Informationen aus Texten ziehen kann. Um hybride Methoden handele es sich bei DeepThought insofern, als sich das System aus zweierlei Arten der Sprachverarbeitung zusammensetzen wird: so genannten flachen und tiefen Verfahren.

Artikel veröffentlicht am ,

Derzeit gängige Programme zur Informationsextraktion benutzen flache Verfahren. Diese haben den Vorteil, robust und schnell zu sein, doch gehen sie oberflächlich vor und stehen komplizierten Sätzen hilflos gegenüber. Benutzt man zum Beispiel eine Negation ("Ich möchte heute nicht nach München fahren"), kann das System dies nur schwer verarbeiten. Methoden der "tiefen Verarbeitung" hingegen können die Grammatik und Semantik von Sätzen erkennen, sind aber langsam und empfindlich. Eines der Ziele von DeepThought ist es deshalb, beide Verfahren kompatibel zu machen und in eine Architektur zu integrieren.

Stellenmarkt
  1. Frontend Developer (m/w/d)
    nexible GmbH, Düsseldorf
  2. IT-Service Techniker (m/w/d) für den Innen- und Außendienst
    VORAX-IT GmbH, Heddesheim, Speyer
Detailsuche

Außerdem soll das System in verschiedenen Sprachen funktionieren. Zu diesem Zweck entwickeln die Forscher Grammatiken in den Kernsprachen des Projektes: Deutsch, Englisch, Norwegisch, Italienisch und Japanisch. Sie bilden die Basis zur Dekodierung der Textinformationen.

Zurückgreifen kann das Forscherteam bei dieser Arbeit auf Erkenntnisse früherer Forschungen, wie zum Beispiel aus dem Projekt "Verbmobil" des Saarbrücker Computerlinguisten und Zukunftspreis-Trägers Professor Wolfgang Wahlster.

Anwendung finden die Verfahren einerseits in einem System der italienischen Firma CELI s.r.l., das Newsgroups nach Produktbewertungen von Kunden durchsucht. Eine zweite Einsatzweise von DeepThought entsteht an der Universität des Saarlandes. Hier soll es Verfassern von Texten beispielsweise ermöglicht werden, Wissenslücken im Geschriebenen direkt durch Datenbankabfragen schließen zu lassen: Nach automatischer Bearbeitung mit Hilfe der "kontaktierten" Datenbank kehrt der Text vervollständigt zum Absender zurück. Nach gleichem Prinzip sollen auch Bilder auf mündlichen Befehl in Computerpräsentationen transportiert werden können.

Mit einer dritten Anwendung nimmt sich schließlich Projektpartner XtraMind dem Problem der E-Mail-Fluten an: Die saarländische Firma will DeepThought dazu nutzen, Computer für die eigenständige Kategorisierung und Beantwortung von Anfragen und Mitteilungen fit zu machen.

Im Konsortium sind neben der Universität des Saarlandes Universitäten aus Trondheim (Norwegen), Cambridge und Sussex (Großbritannien) sowie die Firmen XtraMind Technologies GmbH (Saarbrücken) und CELI s.r.l (Italien) vertreten. Darüber hinaus sind auch das kalifornische Center for the Study of Language and Information (CSLI) und das Deutsche Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI), Saarbrücken, an DeepThought beteiligt. Das Projekt, das von der Europäischen Union mit 1,7 Millionen Euro gefördert wird, läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und soll im Oktober 2004 abgeschlossen sein.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Apple
Macbook-Nutzer berichten über gesprungene Displays

Zahlreiche Besitzer von Macbooks mit M1-Chip berichten über plötzlich gesprungene Displays - Apple geht von Fremdverschulden aus.

Apple: Macbook-Nutzer berichten über gesprungene Displays
Artikel
  1. Gesetz tritt in Kraft: Die Uploadfilter sind da
    Gesetz tritt in Kraft
    Die Uploadfilter sind da

    Ab sofort haften große Plattformen für die Uploads ihrer Nutzer. Zu mehr Lizenzvereinbarungen hat das bei der Gema noch nicht geführt.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

  2. Mercedes-Benz: Daimler rechnet mit Abbau von Arbeitsplätzen durch E-Autos
    Mercedes-Benz
    Daimler rechnet mit Abbau von Arbeitsplätzen durch E-Autos

    Mehr Elektroautos bei Daimler bedeuten nach Ansicht der Chefetage weniger Arbeitsplätze. Grund sei der einfachere Einbau eines Elektromotors.

  3. VW, BMW, Daimler: Jedes sechste Elektroauto ist von deutschem Hersteller
    VW, BMW, Daimler
    Jedes sechste Elektroauto ist von deutschem Hersteller

    Das Elektroauto gewinnt an Fahrt bei den deutschen Herstellern und Autokäufern. Bei Angebot und Nachfrage dominiert China.

Heinz 19. Feb 2003

Aaah, da haben die in Ehren ergrauten KI-Proffs aus den roaring 80ies eine letzte...

Anon 18. Feb 2003

Weiterer Link: http://www.xtramind.com



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Acer XB323UGP (WQHD, 170Hz) 580,43€ • Acer XV340CKP (UWQHD, 144 Hz) 465,78€ • Razer BlackShark V2 + Base Station V2 Chroma 94,98€ • Mega-Marken-Sparen bei MM • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Alternate (u. a. AKRacing Core EX-Wide SE 248,99€) • Fallout 4 GOTY 9,99€ [Werbung]
    •  /