Fast die Hälfte der Deutschen mit einem Internet-Zugang
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag Deutschland mit der privaten Internetnutzung leicht über dem EU-Durchschnitt von 40 Prozent (Juni 2002). Allerdings erreichte Deutschland damit nicht den Verbreitungsgrad der führenden EU-Länder wie etwa den Niederlanden, wo 66 Prozent aller privaten Haushalte bereits ans Internet angebunden waren. Auch bleibt Deutschland damit hinter dem Niveau der USA und Kanada zurück, wo schon im Jahr 2001 jeder zweite Haushalt über einen Internetzugang verfügte.
Etwas besser sieht das Verhältnis in der Industrie aus, wo 62 Prozent der Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Handel und weiteren Dienstleistungsbereichen im Jahr 2002 das Internet für ihre Geschäftsabläufe verwendeten. Denn damit war Deutschland bei der Internet-Nutzung durch Unternehmen im europäischen Vergleich zwar nicht führend, das Niveau ist allerdings hoch und der Abstand zu den führenden Staaten nicht groß.
Zu den privaten Internetnutzern zählten im ersten Quartal 2002 rund 34 Millionen Menschen in Deutschland, was einem Anteil von 46 Prozent der Bevölkerung im Alter ab zehn Jahren entspricht. Der Anteil der Internet-Nutzer war bei Männern mit 52 Prozent um 11 Prozentpunkte höher als bei Frauen mit 41 Prozent. In den jüngeren Jahrgängen fiel der Abstand zwischen den weiblichen und männlichen Internet-Nutzern geringer aus. Die häufigste Internetnutzung mit 77 Prozent gab es bei den 16- bis 24-Jährigen, während in der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen lediglich 26 Prozent online gingen.
Bei der Internetverbreitung im privaten Bereich spielt das Einkommen eine erhebliche Rolle. So ermittelte das Statistische Bundesamt, dass Haushalte mit höherem monatlichem Haushaltsnettoeinkommen einen PC sowie einen Internet-Zugang besitzen. Auch fiel auf, dass viele Haushalte mit ein oder zwei Kindern entsprechend ausgestattet sind. Eher selten trifft man Internetanschlüsse in Rentnerhaushalten sowie bei Haushalten mit einem niedrigen Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.300,- Euro an.
Der überwiegende Teil (75 Prozent) der Nutzer sah das Internet vor allem als Kommunikationsmittel, während 65 Prozent das Netz als wichtige Informationsquelle über Produkte und Dienstleistungen verwendeten. 42 Prozent betrachteten das Internet vorwiegend als Wissensquelle für die allgemeine und berufliche Bildung. Zudem ergab die Studie, dass jeder zweite volljährige Internet-Nutzer online einkauft. Die höchsten Ausgaben entfielen im Durchschnitt auf die Produktgruppen Reisedienstleistungen (522,- Euro je Online-Käufer), gefolgt von Elektronikartikeln zusammen mit Video- und Fotokameras (285,- Euro) sowie Computer-Hardware (259,- Euro).
Bei der Internet-Nutzung in Unternehmen fiel auf, dass ein bestimmender Faktor die Größe der Firma und weniger die Branche war. So setzten praktisch alle Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten durchgehend Computer im Geschäftsablauf ein. Bei den Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten waren es lediglich 68 Prozent. Ein ähnliches Bild ergab sich bei der Nutzung von Internet und E-Mail. Hier waren es bei den großen Unternehmen wiederum fast alle, bei den kleinen nur 58 Prozent respektive 55 Prozent bei der Nutzung von Internet und E-Mail.
Die Ergebnisse kommen aus zwei EU-Pilotstudien, die das Statistische Bundesamt in Zusammenarbeit mit Statistischen Ämtern der Länder im Jahr 2002 durchgeführt hat. Die hochgerechneten Daten stammen von etwa 5.000 privaten Haushalten und 6.675 Unternehmen verschiedener Wirtschaftszweige in Deutschland.
- Anzeige Hier geht es zu den aktuellen Blitzangeboten bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



