Zeitung: Microsoft reicht Gegenklage gegen Sendo ein
Anfang Januar 2003 reichte Sendo eine Klage gegen Microsoft ein und bezichtigte den Software-Riesen, Sendo mit falschen Angaben getäuscht zu haben. Microsoft habe versucht, den Mobilfunkhersteller in den Ruin zu treiben und sich dabei die Geschäftskontakte und das Wissen von Sendo anzueignen. Bereits im November 2002 überraschte Sendo mit der Ankündigung, das seit mehr als zwei Jahren in der Entwicklung befindliche Smartphone Z100 nicht auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig kündigte man an, sich von Microsoft zu trennen und künftig ein Smartphone auf Basis von Nokias Series-60-Plattform zu entwickeln.
Laut dem Wall Street Journal wies ein Microsoft-Sprecher nun alle Vorwürfe von Sendo zurück. Demnach habe Microsoft keine Geschäftsgeheimnisse verraten und auch nicht versucht, den britischen Mobilfunkhersteller in den Bankrott zu treiben. Stattdessen ging Microsoft zum Angriff über und verklagte Sendo seinerseits, bei der Entwicklung des Z100 getrödelt zu haben. So soll Sendo die vereinbarten Entwicklungszeiten nicht eingehalten haben und damit Vertragsbruch begangen haben. In der Anklageschrift von Sendo liest es sich genau umgekehrt: Demnach habe Microsoft die Verfügbarkeit des zur Entwicklung notwendigen Handy-Betriebssystems Smartphone 2002 mehrfach verzögert, um Sendo damit finanziell zu schaden.