Kurzfilme und Animationen auf dem Game Boy Advance
Kommerzielles Projekt für Bezahlinhalte auf Nintendos Videospiel-Handheld
Am3 will den Game Boy Advance (GBA) von Nintendo zum Abspielgerät für Kurzfilme, Animationen, Bilder und Musik machen. In einer Pressemitteilung verheißt das japanische Unternehmen potenziellen Partnern neue Vertriebsmöglichkeiten für digitale, auf das GBA-Display angepasste Inhalte.
Das System besteht aus einem Modul, das den GBA um einen Smart-Media-Karten-Leser erweitert und schätzungsweise 30,- Euro kosten soll. Ein auf den ARM7-Prozessor des Spiele-Handhelds optimierter Software-Video-Decoder vom Videoexperten Imagica soll für flüssige Videowiedergabe sorgen. Auf eine 32-MByte-Smart-Media-Karte sollen bis zu 24 Minuten speziell komprimierten Films Platz finden. Sofern Smart-Media-Karten mit höherer Kapazität verarbeitet werden können, sind damit auch deutlich über eine Stunde Video möglich. Andere Inhalte wie etwa Flash-Animationen, Bilder, Musik oder E-Books sollen sich ebenfalls darstellen lassen.
Die Adapter soll es ab Ende Mai 2003 im japanischen Handel geben. Neben handelsüblichen 32-MByte-Smart-Media-Karten sollen mit Spielehelden-Aufdruck versehene, teurere Speicherkarten angeboten werden, was die Lizenzkassen klingeln lassen dürfte. Als Vertriebswege für die Inhalte sollen primär Docking-Stationen in Shops genutzt werden, mittels derer leere Smart-Media-Karten gefüllt würden.
Für einzelne Cartoons bzw. Animes schlägt am3 einen Preis von rund 2,- Euro pro Stück vor; eine komplette CD mit 26 Folgen/Kurzfilmen könnte für knapp 55,- Euro vertrieben werden. Werbefilme - etwa für neue Spiele oder Fanprodukte - könnten auch kostenlos abgegeben werden. Partnern will man entsprechende Vertriebsdienste und Software zur Inhalte-Erstellung anbieten. Eine Software, mit der die Käufer der Adapter eigene Videos erstellen können, wurde noch nicht angekündigt.
Dabei will am3 nicht nur den japanischen, sondern auch den amerikanischen und später den europäischen Markt erobern. Der Hersteller - an dem neben dem Imagica und Toshiba auch Bandai beteiligt ist - sieht den Game Boy Advance als weltweit erfolgreichste mobile Plattform und hofft deshalb, Partner mit einer großen Zahl potenzieller, kauffreudiger Kunden zu locken. Auf der Spielemesse E3 im Mai 2003 will am3 sein Produkt erstmals auch in den USA vorführen.
Neben dem oben beschriebenen kommerziellen Projekt gab es bereits erfolgreiche Versuche, in Verbindung mit Flash-Adaptern auf dem Farb-Display des Game Boy Advance Filme wiederzugeben.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed





