Interview: "Ich würde heutzutage niemals Windows kaufen"
Golem.de: Bist du zuversichtlich, dass TCPA gestoppt werden kann - gerade in Anbetracht der Konzerne, die hinter der TCPA stecken?
Barlow: Ich bin absolut nicht zuversichtlich. Es ist ein harter Kampf. Auf lange Sicht gesehen werden wir zwar gewinnen, aber bis dahin kann viel Schaden angerichtet werden.
Golem.de: Was denkst du, wenn Microsoft behauptet, dass ein System wie Palladium gebraucht wird, um die Möglichkeit der Privatkopie zu sichern?
Barlow: Was soll ich da sagen? Das ist wie bei Orwell: Krieg ist Frieden, Liebe ist Hass. Das ist einfach nur lächerlich. Ich habe mir gerade den neuen Windows Media Player angesehen. Microsofts Vorstellung von "Fair Use" (gerechte Nutzung) lautet: Ich darf meine Musik oder Daten mit maximal zwei Freunden teilen. Aber das ist Blödsinn: Fair Use bedeutet, dass ich so viele Kopien anfertigen kann, wie ich will. Wenn ich dir etwas sage, kannst du das weitergeben, so dass die Idee um die ganze Welt geht. Es gibt keinen Kopierschutz für Gedanken. Die Vorstellung, dass ich dir etwas sage und du das dann nur an zwei Leute weitersagen darfst - auf so etwas kann nur Microsoft kommen.
Golem.de: Wissen Politiker, die über Gesetze wie den DMCA entscheiden, überhaupt, worüber da verhandelt wird?
Barlow: Nein, denn würden sie wissen, welche Konsequenzen diese Gesetze haben, würden sie das nie machen. Da sie aber keine Ahnung haben, glauben sie dem, was ihnen die Industrie sagt. Und die behauptet, dass Kopien die gesamte Ökonomie gefährden, Leute arbeitslos machen und der Download von Musik genau das Gleiche ist wie Ladendiebstahl. Also denken die Politiker: Okay, die Jugendlichen machen alle etwas, das genauso schlimm ist wie Ladendiebstahl, also müssen wir das unterbinden. Für mich bedeutet Diebstahl aber, dass man mir etwas wegnimmt und ich es hinterher nicht mehr habe. Wenn der Song nach dem Download von mir aber immer noch heruntergeladen werden kann, wird das kaum Diebstahl sein.
Golem.de: Wenn dem so ist, wieso gibt es dann so viele Musiker, die sich gegen Downloads wehren?
Barlow: Die meisten Musiker haben keine Ahnung von dem, was vor sich geht. Sie bekommen weniger Geld von ihrer Plattenfirma und die Plattenfirma sagt ihnen: Ihr bekommt deswegen weniger Geld, weil die Leute eure Songs herunterladen. In Wirklichkeit werden sie aber von der Industrie und nicht von den Jugendlichen über den Tisch gezogen. Die meisten Musiker wollen doch vor allem eines: gehört werden. Und das geht über das Internet doch einfach viel besser als auf allen anderen Wegen. Grateful Dead sind doch das beste Beispiel: Wir haben eher zufällig gemerkt, dass wir viel bekannter werden können, wenn wir den Leuten erlauben, unsere Musik zu kopieren.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
| Interview: "Ich würde heutzutage niemals Windows kaufen" | Interview: "Ich würde heutzutage niemals Windows kaufen" |






Meinungsfreiheit du flamende Stumpfnatter sowie eine Pfadfinder -8- und -128- f. dich...
halt einfach die fresse du kleiner microsoft arschkriecher
eine Alternative ist Lindows www.lindows.com Ein Linux System das sehr stark an windows...
Sehr verehrte Leidensgenossen, ich gebe ganz offen und ehrlich zu ich bin immer noch ein...