Linux-Distributor Mandrake wieder in Schwierigkeiten
Nach dem Mitte Dezember 2002 veröffentlichten Gesamtbilanzjahr 2002 wurden in den vergangenen zwölf Monaten 4,7 Millionen Euro umgesetzt nach 3,6 Millionen Euro im Vorjahr. Das Betriebsergebnis liegt bei minus 5,7 Millionen Euro gegenüber minus 13,4 Millionen Euro im Vorjahr.
Im März 2002 hatte Mandrake sogar kurzfristig einmal zur Überbrückung der Krise seine Anwenderschaft ermuntert, dem neu gegründeten "Mandrake Linux Users Club" oder dem "Corporate Club" beizutreten, dessen Mitgliedsbeiträge Mandrakes kurzfristige finanzielle Sorgen glätten sollten. Die Aktion wurde schnell wieder eingestellt, als sich herausstellte, dass dies kein Mittel ist, die Unternehmenskrise zu überwinden. Zu allem Unglück habe ein Investor zudem noch seine zugesagten Mittel nicht eingebracht.
Diese Mittel seien aber notwendig, die finanziellen Verpflichtungen zu übernehmen und die Firma letztlich wieder aufs Gleis zu setzen. Nun bittet das Unternehmen abermals um Hilfe – die Unterstützergemeinde solle Aktien des Unternehmens oder besser gleich Produkte en masse kaufen. Auch ein neuer Investor würde den französischen Linux-Mannen gefallen.
Trotz der gesamtwirtschaftlichen Schwierigkeiten will MandrakeSoft seinen Break-Even allen Ernstes bald erreichen. Das Kostensenkungsprogramm, das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002 gestartet wurde, soll seine vollständige Wirkung im Februar 2003 erreichen. Dann sollen die monatlichen fixen Betriebskosten bei nur noch 450.000 Euro liegen. Die Zahl der Vollzeitmitarbeiter soll dann bei 65 Personen liegen. Im März 2001 hatte man monatliche Kosten von 1,6 Millionen Euro zu bewältigen und die Zahl der Vollzeitstellen lag bei 150 Personen.