Muss Wahl des MobilCom-Aufsichtsratschefs wiederholt werden?
Die Gründe für die überraschende Niederlage des Ex-Thyssen-Chefs, sagen Aufsichtsratsmitglieder, lagen nicht nur in der forsch fordernden Art, mit der Vogel nach seinen erfolgreichen Sanierungsverhandlungen mit France Télécom das Amt für sich reklamiert habe, so der Spiegel weiter. Für Verärgerung sorgte offenbar auch, dass der Manager der Geschäftsführung für seine wochenlange Vermittlungstätigkeit "horrende Forderungen" präsentiert habe – in der MobilCom-Zentrale ist von mehreren tausend Euro pro Tag die Rede, schreibt der Spiegel.
Von horrenden Honoraren kann nach Ansicht von Vogel keine Rede sein, seine Bemühungen um den angeschlagenen Telefonkonzern seien "ganz normal in Rechnung gestellt" worden, betonte er gegenüber dem Spiegel. Auch von Verstimmungen im Aufsichtsrat will der Manager nichts wissen. Die bei der Wahl zum Aufsichtsratschef notwendige Mehrheit sei nur deshalb nicht zusammengekommen, weil zahlreiche Mitglieder des Kontrollgremiums bei der Abstimmung nicht anwesend gewesen seien. Schon bei der nächsten Sitzung am Montag vor Weihnachten würde die Panne korrigiert.
Der offiziell noch amtierende Aufsichtsratschef Klaus Ripken und sein Kollege Carsten Meyer, die beide als enge Vertraute von MobilCom-Gründer Gerhard Schmid gelten und deshalb den Aufsichtsrat verlassen sollen, sind da nicht so sicher. Meyer hat inzwischen seine Rücktrittserklärung schriftlich widerrufen und will jetzt doch im Aufsichtsrat bleiben. Gleichzeitig kündigt Ripken an: "Auf der MobilCom-Hauptversammlung am 27. Januar wird Tacheles geredet."