Aktuelle Grafikprozessoren im Preis-Leistungs-Vergleich
Golem.de verglich auf einem 2-GHz-Pentium-4-System (256 MByte RDRAM, AGP 4X, Windows XP Home Edition) Grafikkarten mit acht verschiedenen Grafikprozessoren. Vertreten waren: GeForce4 4200 Ti mit 128 MByte (Leadtek WinFast A250 LE TD MyVivo), GeForce4 Ti 4600 mit 128 MByte (NVidia-Referenzboard), Radeon 8500 mit 64 MByte (ATI-Referenzboard), eine Radeon 9000 Pro mit 64 MByte (ATI-Referenzboard), Radeon-9500-Grafikkarte mit 128 MByte (Sapphire Atlantis 128 MB), Radeon-9500-Pro-Grafikkarte mit 128 MByte (ATI-Referenzboard), Radeon 9700 mit 128 MByte (ATI-Referenzboard) und Radeon 9700 Pro mit 128 MByte (Hercules 3D Prophet 9700 Pro).
Im beliebten 3D-Benchmark 3D Mark 2001 SE (Build 330), der die Leistung der Grafikkarten bei Nutzung der Multimedia-Schnittstelle DirectX 8.1 recht anschaulich ermittelt, lag erwartungsgemäß die Radeon-9700-Pro-Grafikkarte von Guillemot/Hercules bei den erzielten 3DMark-Ergebnissen in den Auflösungen 1.024 x 786, 1.280 x 1.024 und 1.600 x 1.200 immer an erster Stelle, sowohl mit als auch ohne Anti-Aliasing (getestet mit 4x FSAA). An zweiter Stelle liegt – mit oft nur geringem Abstand – in allen Auflösungen mit und ohne Kantenglättung die niedriger getaktete Radeon 9700 (ohne Pro).
Der sehr fordernde 3D-Benchmark Codecreatures, mit dem Codecult für seine gleichnamige 3D-Engine wirbt, testet ebenfalls die Grafikleistung unter DirectX 8.1 unter Nutzung von Pixel- und Vertex-Shadern und hoher Polygonzahl. Die Platzierung der Grafikprozessoren bzw. der entsprechenden Grafikkarten stimmt mit der beim 3DMark 2001 SE ermittelten nahezu überein: Die Radeon 9700 Pro liegt mit 2.978 Punkten an erster Stelle, der Abstand zur Radeon 9700 mit 2.644 Punkten und zur Radeon 9500 Pro mit 2.258 Punkten ist recht deutlich.
Die gewählten drei Benchmarks erlauben eine recht gute Leistungseinschätzung, was aktuelle Spiele und kommende angeht. Wie es mit der Leistung unter dem noch für dieses Jahr erwarteten DirectX 9 aussieht, dessen erweiterte Effekte bisher nur Radeon 9500/9500 Pro und Radeon 9700/9700 Pro und zum Teil auch die nicht getestete Matrox Parhelia unterstützen, werden sich die neueren ATI-Grafikchips vermutlich deutlicher von den älteren Nvidia-GeForce4-Ti-Chips absetzen können. Bei der Bildqualität konnte sich die ATI-Grafikprozessor-Schaar dank ihrer besseren Kantenglättung übrigens vor der Nvidia-Konkurrenz positionieren, was in diesem Test jedoch nicht weiter ausgeführt wird.
Fazit:
Wer nicht mehr als 100,- bis 150,- Euro zur Verfügung hat, ist mit Radeon 9000 und der etwas schnelleren Radeon 8500 sicher nicht schlecht bedient, sollte aber Auflösungen über 1.024 x 768 Bildpunkten und Kantenglättung meiden. Wer etwas mehr Geld, zwischen 150,- und 200,- Euro, zur Verfügung hat, hat die Wahl zwischen Radeon 9500 und GeForce4 Ti 4200; hier darf man durchaus zur noch etwas günstiger zu habenden GeForce4 Ti 4200 greifen, wenn man auf erweiterte DirectX-9-Effekte der akzeptablen Radeon 9500 verzichten kann.
Für anspruchsvolle Spielernaturen mit Hang zu schnellen 3D-Shootern, hohen Auflösungen und etwas mehr Geld (200,- bis 300,- Euro) werden erst Grafikkarten mit GeForce4 Ti 4600 und Radeon 9500 Pro interessant, wobei letztere leider erst ab Januar 2003 in großen Stückzahlen im Handel sind, dann aber weniger kosten werden als die etwas langsameren, aber vergleichbaren GeForce4-Ti-4600-Grafikkarten.
Wer keine Kompromisse machen will, die höchsten Auflösung in höchster Qualität nutzen, das Geld übrig hat und die Differenz zu einer günstigeren Grafikkarte nicht in eine allgemeine PC-Aufrüstung stecken will, für den gibt es eigentlich nur zwei empfehlenswerte Produkte: Grafikkarten mit Radeon 9700 (zwischen 320,- und 400,- Euro) oder dem teureren und noch mal etwas schnelleren, bisher ungeschlagenen Radeon-9700-Pro-Grafikprozessor (zwischen 400,- und 500,- Euro). Die Empfehlung der Redaktion ist dennoch der Radeon 9500 Pro, da er viel Leistung für einen erträglichen Preis bietet.
Ein tagesaktueller Grafikkarten-Preisvergleich für Endkunden findet sich unter markt.golem.de .