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Aktuelle Grafikprozessoren im Preis-Leistungs-Vergleich

Grafikkarten mit Radeon 9500 Pro mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer derzeit mit dem Kauf einer neuen, leistungsfähigen Grafikkarte liebäugelt, hat dank des großen Angebots an unterschiedlichen Grafikprozessoren eine große Wahlmöglichkeit. Von Radeon 9000 über GeForce4 Ti bis hin zu Radeon 9700 Pro reicht die Palette – doch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht bei allen optimal.
/ Christian Klaß
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Golem.de verglich auf einem 2-GHz-Pentium-4-System (256 MByte RDRAM, AGP 4X, Windows XP Home Edition) Grafikkarten mit acht verschiedenen Grafikprozessoren. Vertreten waren: GeForce4 4200 Ti mit 128 MByte (Leadtek WinFast A250 LE TD MyVivo), GeForce4 Ti 4600 mit 128 MByte (NVidia-Referenzboard), Radeon 8500 mit 64 MByte (ATI-Referenzboard), eine Radeon 9000 Pro mit 64 MByte (ATI-Referenzboard), Radeon-9500-Grafikkarte mit 128 MByte (Sapphire Atlantis 128 MB), Radeon-9500-Pro-Grafikkarte mit 128 MByte (ATI-Referenzboard), Radeon 9700 mit 128 MByte (ATI-Referenzboard) und Radeon 9700 Pro mit 128 MByte (Hercules 3D Prophet 9700 Pro).

Im beliebten 3D-Benchmark 3D Mark 2001 SE (Build 330), der die Leistung der Grafikkarten bei Nutzung der Multimedia-Schnittstelle DirectX 8.1 recht anschaulich ermittelt, lag erwartungsgemäß die Radeon-9700-Pro-Grafikkarte von Guillemot/Hercules bei den erzielten 3DMark-Ergebnissen in den Auflösungen 1.024 x 786, 1.280 x 1.024 und 1.600 x 1.200 immer an erster Stelle, sowohl mit als auch ohne Anti-Aliasing (getestet mit 4x FSAA). An zweiter Stelle liegt – mit oft nur geringem Abstand – in allen Auflösungen mit und ohne Kantenglättung die niedriger getaktete Radeon 9700 (ohne Pro).

Interessant wird es im 3DMark 2001 SE beim dritten bzw. vierten Platz, denn hier liegen Nvidias aktueller Top-Grafikchip GeForce4 Ti 4600 und der ATI-Newcomer Radeon 9500 Pro beinahe gleichauf. Letzterer liefert zwar in den höheren, nicht kantengeglätteten Auflösungen eine minimal niedrigere Leistung, kann aber den GeForce4 Ti 4600 bei aktiviertem 4xFSAA deutlich überflügeln. Preislich liegen die Radeon-9500-Pro-Grafikkarten etwas unter den GeForce4-Ti-4600-Grafikkarten, allerdings muss man sich noch bis Januar 2003 gedulden, um eine Radeon-9500-Pro-Grafikkarte erwerben zu können.

Beim Gerangel um den fünften Platz im 3DMark 2001 SE liegt die Radeon 9500 – zumindest das Modell mit 128 MByte – meist knapp über der etwa gleich teuren bis etwas günstigeren GeForce4-Ti-4200-Konkurrenz. Eine Ausnahme bildet jedoch die wohl eher selten genutzte Auflösung von 1.600 x 1.200 Bildpunkten, hier liegt die GeForce4 Ti 4200 ohne Kantenglättung sogar etwas vor der neueren Radeon 9500. Mit aktivierter Kantenglättung kann sich die Radeon 9500 erstaunlicherweise nur in der Auflösung von 1.024 x 768 Bildpunkten merklich (über 2000 3DMark-Punkte mehr) von der GeForce4 Ti 4200 absetzen, in den höheren Auflösungen brechen beide gleich stark ein.

Die letzten Plätze im 3DMark-2001-SE-Test fallen auf Radeon 8500 und Radeon 9000 Pro. Erwartungsgemäß lag die Radeon-8500-Grafikkarte immer rund 1000 3DMark vor der Radeon 9000 Pro und knapp unter der GeForce4 Ti 4200. Bei aktivierter Kantenglättung unterliegen beide bei einer Auflösung von 1.024 x 768 Bildpunkten der GeForce4 Ti 4200. Bei den höheren Auflösungen konnten die getesteten Modelle auf Grund von nur 64 MByte das 4xFSAA nicht mehr ausführen, so dass ein Vergleich nicht möglich war. Allerdings sind Radeon 8500 und insbesondere Radeon 9000 Pro für Auflösungen über 1.024 x 768 Bildpunkte sowieso nicht zu empfehlen, zumindest nicht, wenn man ruckelfrei spielen will; im Grunde gilt das auch für die GeForce4 Ti 4200 und den Radeon 9500.

Der sehr fordernde 3D-Benchmark Codecreatures, mit dem Codecult für seine gleichnamige 3D-Engine wirbt, testet ebenfalls die Grafikleistung unter DirectX 8.1 unter Nutzung von Pixel- und Vertex-Shadern und hoher Polygonzahl. Die Platzierung der Grafikprozessoren bzw. der entsprechenden Grafikkarten stimmt mit der beim 3DMark 2001 SE ermittelten nahezu überein: Die Radeon 9700 Pro liegt mit 2.978 Punkten an erster Stelle, der Abstand zur Radeon 9700 mit 2.644 Punkten und zur Radeon 9500 Pro mit 2.258 Punkten ist recht deutlich.

Dicht hinter der Radeon 9500 Pro folgt der GeForce4 Ti 4600 mit 2.200 Punkten. Schließlich folgen GeForce4 Ti 4200 (1.798 Punkte), Radeon 9500 (1.610 Punkte) und – deutlich abgeschlagen – die Radeon 8500 mit nur 899 Punkten. Allerdings dürfte der große Abstand zwischen GeForce4 Ti 4200 und Radeon 8500 zum Teil durch den nur halb so großen Speicher begründet sein.

Mittels 3D-Shooter Return to Castle Wolfenstein (RTCW) wurde die OpenGL-Leistung der Kontrahenten unter Zuhilfenahme der Checkpoint-Demo (von 3DCenter.de) getestet. Hier ergaben sich unter 1.024 x 768 Bildpunkten ohne aktivierter Kantenglättung keine großen Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den einzelnen Kontrahenten. Aktiviert man 4-Sample-Anti-Aliasing im OpenGL-Treiber der Grafikkarten, brechen jedoch Radeon 8500 und Radeon 9000 stark und GeForce4 Ti 4200 immer noch merklich ein.

Bei 1.280 x 1.024 Bildpunkten sind alle Karten bis auf Radeon 8500/9000 dicht an den Leistungswerten unter 1.024 x 768 Bildpunkten. Kommt nun noch die Kantenglättung hinzu, brechen die Frameraten von Radeon 9500, GeForce4 Ti 4200 und GeForce4 Ti 4600 um teils über die Hälfte ein.

Bei 1.600 x 1.200 Bildpunkten ohne Kantenglättung sind Radeon 8500 und 9000 unter RTCW erneut dicht beieinander am untersten Ende zu finden. GeForce4 Ti 4200 und Radeon 9500 liegen wie gehabt im Mittelfeld. Die Radeon 9500 Pro liegt leicht unter der GeForce4 Ti 4600, Radeon 9700 und Radeon 9700 Pro, die gleichauf liegen. Mit aktivierter Kantenglättung geht die Leistung jedoch nur bei Radeon 9700 und bei Radeon 9700 Pro leicht herunter, während Radeon 9500 Pro etwas mehr und GeForce4 Ti 4600 um mehr als die Hälfte einbrechen.

Die gewählten drei Benchmarks erlauben eine recht gute Leistungseinschätzung, was aktuelle Spiele und kommende angeht. Wie es mit der Leistung unter dem noch für dieses Jahr erwarteten DirectX 9 aussieht, dessen erweiterte Effekte bisher nur Radeon 9500/9500 Pro und Radeon 9700/9700 Pro und zum Teil auch die nicht getestete Matrox Parhelia unterstützen, werden sich die neueren ATI-Grafikchips vermutlich deutlicher von den älteren Nvidia-GeForce4-Ti-Chips absetzen können. Bei der Bildqualität konnte sich die ATI-Grafikprozessor-Schaar dank ihrer besseren Kantenglättung übrigens vor der Nvidia-Konkurrenz positionieren, was in diesem Test jedoch nicht weiter ausgeführt wird.

Fazit:
Wer nicht mehr als 100,- bis 150,- Euro zur Verfügung hat, ist mit Radeon 9000 und der etwas schnelleren Radeon 8500 sicher nicht schlecht bedient, sollte aber Auflösungen über 1.024 x 768 Bildpunkten und Kantenglättung meiden. Wer etwas mehr Geld, zwischen 150,- und 200,- Euro, zur Verfügung hat, hat die Wahl zwischen Radeon 9500 und GeForce4 Ti 4200; hier darf man durchaus zur noch etwas günstiger zu habenden GeForce4 Ti 4200 greifen, wenn man auf erweiterte DirectX-9-Effekte der akzeptablen Radeon 9500 verzichten kann.

Für anspruchsvolle Spielernaturen mit Hang zu schnellen 3D-Shootern, hohen Auflösungen und etwas mehr Geld (200,- bis 300,- Euro) werden erst Grafikkarten mit GeForce4 Ti 4600 und Radeon 9500 Pro interessant, wobei letztere leider erst ab Januar 2003 in großen Stückzahlen im Handel sind, dann aber weniger kosten werden als die etwas langsameren, aber vergleichbaren GeForce4-Ti-4600-Grafikkarten.

Wer keine Kompromisse machen will, die höchsten Auflösung in höchster Qualität nutzen, das Geld übrig hat und die Differenz zu einer günstigeren Grafikkarte nicht in eine allgemeine PC-Aufrüstung stecken will, für den gibt es eigentlich nur zwei empfehlenswerte Produkte: Grafikkarten mit Radeon 9700 (zwischen 320,- und 400,- Euro) oder dem teureren und noch mal etwas schnelleren, bisher ungeschlagenen Radeon-9700-Pro-Grafikprozessor (zwischen 400,- und 500,- Euro). Die Empfehlung der Redaktion ist dennoch der Radeon 9500 Pro, da er viel Leistung für einen erträglichen Preis bietet.

Ein tagesaktueller Grafikkarten-Preisvergleich für Endkunden findet sich unter markt.golem.de .


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