Autoverkauf übers Internet im Aufwind
Knapp in Führung liegt demnach bei allen Befragten noch immer der direkte Verkauf oder die klassische Inzahlunggabe des Gebrauchten beim Autohändler mit etwa 64 Prozent der Nennungen, dicht gefolgt vom Inserieren in der Tageszeitung mit 62 Prozent. Auf Rang drei folgt mit 52 Prozent Zustimmung unter allen Befragten die Nutzung des Internets für den Verkauf des eigenen Fahrzeuges.
Eine differenzierte Betrachtung der Ergebnisse mache deutlich, dass zukünftig mit einer weiteren Verschiebung zu Gunsten des Internets zu rechnen ist, legt die Studie nahe. Die Autoren der Studie haben sich sogar zu der Aussage hinreißen lassen, dass bei den 17- bis 29-Jährigen der Verkauf des eigenen Fahrzeugs über das Internet mit 70 Prozent bereits fast eine Selbstverständlichkeit darstelle.
Im Mittelpunkt der Nutzung stünden die unabhängigen Internetmarktplätze, so die Studienautoren. Danach befragt, wo sie ihr Auto im Internet anbieten würden, nannten 24 Prozent derjenigen, die das Internet für den Fahrzeugverkauf nutzen, an erster Stelle AutoScout24, gefolgt von mobile.de und eBay.de mit je 13 Prozent. Bei einer gestützten Abfrage schnitt AutoScout24 noch besser ab. 63 Prozent der Befragten gaben an, AutoScout24 für den Verkauf zu nutzen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen autoboerse.de (45 Prozent) und eBay.de (44 Prozent).
"Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass sich die Internetmarktplätze – an erster Stelle AutoScout24 – bei Autoverkäufern endgültig durchgesetzt haben" , erläuterte Dr. Bernd Büchner, Senior Research Consultant von TNS EMNID Automotive. "Vor allem für die Jüngeren gehört das Anbieten des eigenen gebrauchten Pkw über Online-Fahrzeugbörsen inzwischen zur Selbstverständlichkeit."
Eine Untersuchung aus dem Oktober 2002 von Cap Gemini Ernst & Young – die bereits im vierten Jahr durchgeführte weltweite Studie "Cars Online 2002" – kommt für Neuwagen allerdings zu einem anderen Ergebnis: Mehr als 20 Prozent der Verbraucher würden zukünftig ihr Auto über die Websites der Hersteller bestellen und 13 Prozent sogar über unabhängige Anbieter. Doch noch liegt eine große Kluft zwischen den Meinungen der Hersteller und Händler auf der einen Seite und den Verbrauchern auf der anderen. Man ist unterschiedlicher Auffassungen, wenn es um den Einfluss des Internets, die Beziehung zwischen Händler und Hersteller, die Auswirkungen der Gruppenfreistellungsverordnung auf den europäischen Markt und die Ausrichtung der Einzelhandels- und Verbraucherprioritäten geht.
Die Angebote der Händler zielen häufig an den Anforderungen der Kunden vorbei. Am deutlichsten würde dies in der Art und Weise, wie die Händler bemüht sind, sich zu einem "One-Stop-Shop" zu entwickeln. Sie bieten Finanzierungs- und Versicherungspakete und After-Sales-Betreuung aus einer Hand an. Kunden wollen primär günstige Autos (87 Prozent) und nennen "Einkauf aus einer Hand" als das am wenigsten wichtige Kriterium (49 Prozent). Ihnen ist es viel wert, wenn sie räumliche Nähe zum Händler haben (74 Prozent) und dieser beim Verkauf nicht penetrant auftritt.
Aber auch diese Studie sagt für das inländische Gebrauchtwagengeschäft im Internet Positives aus: 83 Prozent der deutschen Händler glauben an den Internet-Gebrauchtwagenverkauf gegenüber 70 Prozent im Weltdurchschnitt.



