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IuK-Branche: Licht und Schatten in den einzelnen Segmenten

Informations- und Kommunikationsbranche will aus dem Tal heraus. Die Unternehmen der Informations- und Kommunikationswirtschaft (ITK) wollen sich nicht entmutigen lassen. Für das Jahr 2003 überwiegt in den meisten Segmenten ein verhaltener Optimismus. Dies zeigen die Ergebnisse des aktuellen Branchenbarometers des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom). Demnach rechnen 54,4 Prozent der Unternehmen für das Jahr 2003 mit steigenden Umsätzen.
/ Andreas Donath
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28,3 Prozent der Firmen gehen von einem stabilen Geschäft auf Vorjahresniveau aus. 17,2 Prozent der Firmen äußern sich pessimistisch. Hierbei gehen nur 1,5 Prozent der Unternehmen von echten Einbrüchen um mehr als 10 Prozent minus aus. Dem stehen 8,2 Prozent der Unternehmen gegenüber, die mit einem außerordentlich dynamischen Wachstum um mehr als 10 Prozent plus rechnen. Insgesamt soll der deutsche ITK-Markt in 2003 leicht um 0,4 Prozent auf 136,5 Milliarden Euro wachsen. "Wir haben das schwierigste Jahr in der Geschichte der ITK-Branche hinter uns", kommentierte Bitkom-Vize-Präsident Willi Berchtold anlässlich der Vorstellung der Umfrage-Ergebnisse in München. "Für das Jahr 2003 überwiegt in den meisten Segmenten eine recht zuversichtliche Grundstimmung, auch wenn wir mit einer echten Erholung nicht vor 2004 rechnen können."

Diese Einschätzung bestätigt auch der Bitkom-Branchenindex. Der Bitkom-Index wurde erstmals im Juni 2001 gebildet und soll die Stimmung in der Branche zeigen. Damals sei die Konjunktur nach dem Boomjahr 2000 gerade am Kippen gewesen. Der Index fiel von 100 Punkten im Juni 2001 auf 85 Punkte im Dezember, stürzte dann auf 44 Punkte im Juni 2002 ab und ist nun wieder auf 60 Punkte geklettert. "Zum Jahreswechsel hellt sich das Klima allmählich auf", so Berchtold. "Von der früheren Euphorie sind wir aber noch weit entfernt."

Berchtold appellierte an die Politik, die ITK-Branche gerade jetzt nicht mit weiteren Abgaben und Steuern zu belasten, sondern das Steuersystem zu vereinfachen, das Arbeitsrecht zu entschlacken, die Effizienz im öffentlichen Bereich zu erhöhen und Innovationen in Deutschland für den Weltmarkt zu fördern. Mit E-Government ließen sich jährlich Kosten in Milliardenhöhe einsparen und gleichzeitig der Service der öffentlichen Verwaltung spürbar verbessern. Auf eine Erhöhung der Kassenbeiträge könne man verzichten, wenn moderne Informationstechnik im Gesundheitswesen eingeführt würde. Berchtold: "Wir können die medizinische Versorgung verbessern und gleichzeitig Kosten sparen. Aber dazu müssen sich die beteiligten Gruppen endlich auf einheitliche Standards und den verstärkten Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen im Gesundheitswesen einigen."

Die Gewerkschaften forderte Berchtold auf, auch an diejenigen zu denken, die keine Arbeit hätten. "Je teurer die Arbeit und je starrer die Arbeitsverhältnisse werden, umso weniger Arbeitsplätze entstehen." Berchtold appellierte zudem an die Banken: "Die Finanzierungssituation ist für 61 Prozent der Unternehmen zurzeit das größte Problem. Einsteigen statt aussteigen muss das Motto lauten." An die Wirtschaft richtete Berchtold die Botschaft, wieder vermehrt in die Ausbildung zu investieren. Die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse in den vier IT-Berufen sei im Jahr 2002 erstmals gesunken. Berchtold: "Wir müssen jetzt für den Aufschwung der Jahre 2004 und folgende ausbilden." Auch die Zahl der Studienanfänger in den Informatik-Studiengängen ist wieder gesunken. Hier appellierte Berchtold an den Nachwuchs, sich antizyklisch zu verhalten. "Ingenieurwissenschaften und Informatik haben Zukunft", so der Bitkom-Vize. Wer sich heute für ein einschlägiges Studium entscheide, komme genau zum richtigen Zeitpunkt auf den Arbeitsmarkt.

Positive Signale kommen momentan vor allem aus den Segmenten Internet- und Online-Dienste sowie den Mobilfunkdiensten. "Es ist kein Ende der Internet-Begeisterung in Sicht", freut sich Berchtold. Das zeige die Zahl von zurzeit 36 Millionen deutschen Internetnutzern. Der Mobilfunk- und Internet-Markt gewinne an Reife. "Das überhitzte Wachstum früherer Jahre ist vorbei. Für die Zukunft rechnen wir mit soliden Steigerungen auf hohem Niveau", so Berchtold.

Die früheren Zugpferde der Branche, Software und IT-Services, hatten in 2002 erstmals Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Für 2003 rechnen knapp 60 Prozent der entsprechenden Anbieter allerdings wieder mit steigenden Umsätzen. Neue Lösungen in den Bereichen Web Services, Knowledge Engineering & Management, Human Ressource Management, Sprachsteuerung und Digital Rights Management stehen im Mittelpunkt des Kundeninteresses. Die gewerblichen Anwender werden die nächsten Jahre nutzen, um durch so genannte "Enterprise Application Integration" die bestehenden Systembrüche zu schließen und künftig von der Produktentwicklung bis zum After-Sales-Service ihre Wertschöpfungskette durchgängig zu digitalisieren.

Auch die in diesem Jahr am stärksten von Umsatzeinbrüchen betroffenen Anbieter von IT-Hardware und Endgeräten äußern sich wieder vorsichtig hoffnungsvoll. Knapp die Hälfte dieser Unternehmen rechnet für 2003 mit einem leichten Umsatzwachstum. Schwierig bleibt es jedoch weiterhin für die Hersteller von Telekommunikations-Infrastruktur. Zwei Drittel der Unternehmen mussten in diesem Jahr zum Teil erhebliche Umsatzrückgänge hinnehmen.

Auch für 2003 rechnen nur 29 Prozent der Unternehmen mit einem leichten Wachstum. 39 Prozent der Infrastrukturanbieter gehen hingegen davon aus, dass die Talfahrt auch 2003 noch nicht zu Ende sein wird. Die UMTS-Lizenzgebühren belasten den Markt weiterhin stark. Andererseits spart der Bund pro Jahr etwa 2 Milliarden Euro an Zinsen, da er seine Schulden durch die Lizenzeinnahmen um 50 Milliarden Euro reduzieren konnte. Die Zinsbelastung des Bundes sinkt hierdurch um etwa 2 Milliarden Euro pro Jahr. Berchtold forderte von der Regierung, diese Mittel in Forschung, Entwicklung und neue Dienste im UMTS-Umfeld zu investieren.

Die ITK-Unternehmen könnten sich wieder zum Jobmotor entwickeln, betonte Berchtold. Die Branche habe ausreichend Potenzial, um bei einer wieder anziehenden Konjunktur zusätzlich Mitarbeiter einzustellen. Vor diesem Hintergrund zeigte sich Berchtold besorgt darüber, dass die Zahl der Studienanfänger im Fachbereich Informatik erstmals seit 1995 gegenüber dem Vorjahr abnahm (-17 Prozent). Auch bei den IT-Berufen wurden im laufenden Jahr weniger Ausbildungsverträge geschlossen als in den Vorjahren. Die Wirtschaft dürfe jetzt aber nicht den Fehler machen und die Investitionen in Aus- und Weiterbildung herunterfahren, meinte Berchtold. Er warb für die hervorragenden Berufschancen, die die ITK-Branche auch weiterhin Ingenieuren und Informatikern bietet. Die Schulabgänger sollten sich gerade jetzt für ein Studium der Informatik oder Ingenieurwissenschaften entscheiden. Laut Bitkom findet auch heute noch jedes siebte Unternehmen nicht die IT-Experten, die es braucht.

Das Branchenbarometer basiert auf einer Umfrage unter den Bitkom-Mitgliedern. Die teilnehmenden Unternehmen erzielen einen Umsatz von insgesamt 112 Milliarden Euro.


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