Titel für Gamecube, PS2 und Xbox erhältlich. Mit "Rocky" hat sich Rage nicht unbedingt eine der aktuellsten Lizenzen für eine Videospielumsetzung gesichert, mittlerweile ist es schon ein paar Jahre her, dass die Film-Reihe um Sylvester Stallone Kinogänger begeistern konnte. Box-Fans kommen aber auch ohne Kenntnis der Filmvorlage auf ihre Kosten, denn bei der Bedienbarkeit und Präsentation hat der britische Entwickler gute Arbeit geleistet.
Anhänger von Sylvester Stallone werden sich aber zweifellos über die ins Spiel integrierten Videosequenzen aus den Filmen sowie die berühmte Titelmelodie und die bekannten Charaktere freuen: Neben Rocky sind auch Apollo Creed, Clubber Lang, Ivan Drago und Tommy Gunn im Spiel mit dabei. Dabei trifft man nach und nach auf bekanntere Gegner und boxt sich durch erfolgreiche Kämpfe vom kleinen, dreckigen und in einer Turnhalle untergebrachten Boxring bis hin zu den berühmten großen Arenen.
So schaltet man nicht nur beständig neue Lokalitäten, sondern auch neue Boxer frei, die dann allesamt angewählt werden können. Zwischen den Kämpfen hat man die Möglichkeit, die eigenen Charakter-Werte wie Ausdauer und Kraft mit Seilspringen oder ein paar Sit-Ups aufzubessern. Stilecht wird man dabei natürlich vom Trainer recht ruppig angeschnauzt, wenn die eigenen Leistungen mal wieder nicht seinen Vorstellungen entsprechen.
Die Kämpfe an sich sind nicht nur recht schön präsentiert - zumeist gibt es eine Vorstellung der Boxer und eine kurze Einführungsrede -, sondern auch sehr gut spielbar. Die vier Aktionstasten sind bei Xbox und PS2 mit den grundlegenden Schlägen belegt, die Schultertasten werden zum Ducken und Blocken benutzt. Eine Reihe von Combos, die meist durch Kombinationen mehrerer Tasten oder gleichzeitiger Bewegung des Steuerkreuzes ausgeführt werden, erweitern das Schlag-Repertoire zusätzlich.
Die Atmosphäre in den Arenen ist den Entwicklern ziemlich gut gelungen, so macht das Publikum seinem Unmut auch mal Luft und wirft Bierflaschen in den Ring, während der Coach zwischen den Runden versucht, einen schon ziemlich aussichtslos wirkenden Kampf mit neuen Tipps vielleicht doch noch kippen zu können. Allerdings würde man sich bei der deutschen Sprachausgabe oft etwas mehr Elan wünschen - die Stimmen klingen häufig viel zu lieb und sanft, als dass sie wirklich in das Ambiente passen würden. Optisch wird im Großen und Ganzen Ansehnliches geboten, wobei die Xbox-Version einen Tick besser aussieht als die PS2-Konkurrenz, die ebenfalls erhältliche Gamecube-Version lag uns zum Test nicht vor. Die Animationen der Boxer wirken allerdings, vor allem zwischen den Kämpfen, ein wenig ungelenk.
Fazit: Box-Spiele sind recht rar gesät, gute Titel findet man zudem fast gar nicht. Rocky besitzt zwar leichte Mängel bei Optik und Sound, kann ansonsten aber durchaus begeistern - die einfach zugängliche, aber dennoch komplexe Steuerung verhindert, dass Kämpfe nicht einfach durch unkontrolliertes Tastendrücken gewonnen werden können, außerdem bietet die an die Film-Reihe angelehnte Präsentation eine Reihe von interessanten Charakteren und Schauplätzen. Vor allem auch gegen menschliche Mitspieler bietet Rocky daher immens viel Spielspaß.