Bitkom: Zehn-Stunden-Tag für Programmierer gefordert
Heinz Paul Bonn, Mitglied des Bitkom-Präsidiums und Vorsitzender des Bitkom- Forums Mittelstand, betonte anlässlich der Vorstellung des Programms: "Der Mittelstand braucht in erster Linie Planungssicherheit durch verlässliche und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen."
Auch die mittelständischen Unternehmen der Informations- und Kommunikationswirtschaft (ITK) konnten sich der schwierigen konjunkturellen Lage nicht entziehen, die in diesem Jahr durch einen um 1,3 Prozent schrumpfenden Markt und einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen um 28.000 auf 791.000 gekennzeichnet ist. Die Zahl der neu angemeldeten Gewerbe sinkt, während die der Abmeldungen und Insolvenzen weiter ansteigt. "Der Rückzug der Geschäftsbanken aus der Kreditfinanzierung sowie die starke Zurückhaltung auf dem Risikokapitalmarkt für Existenzgründungen nehmen mittelständischen Unternehmen wichtige Impulse und Anreize zum Wachsen" , bedauerte Bonn, selbst mittelständischer IT-Unternehmer.
Dazu komme die stark nachlassende Konjunktur mit spürbarer Investitionszurückhaltung auf Kundenseite. Gleichzeitig nehme die Regelungsdichte in der öffentlichen Verwaltung zu und es drohen Erhöhungen der Unternehmensbesteuerung.
Die vergangenen zwei Jahre hätten zu einer rückwärts gewandten Überregulierung und Erstarrung des Arbeitsrechts geführt. Bonn: "Damit wurde der notwendige personalpolitische Handlungsspielraum der mittelständischen Unternehmen enorm eingeschränkt." So würden gerade kleine und mittlere Unternehmen von befristeten Arbeitsverhältnissen profitieren, die daher mehrfach mit demselben Arbeitnehmer vereinbart und unkompliziert auf mehrere Jahre ausgedehnt werden sollten. Auch sei in den letzten Jahren die Teilzeitbeschäftigung in Deutschland allein auf Basis freiwilliger Vereinbarungen deutlich gestiegen. Der gesetzliche Teilzeitanspruch sei hingegen kontraproduktiv und sollte umgehend zurückgenommen werden.
Die Arbeitszeitflexibilität sollte durch Aufhebung der – so Bitkom – "praxisfernen Begrenzung" der täglichen Höchstarbeitszeit auf zehn Stunden "verbessert" werden. In der ITK-Branche würden nur noch 5 bis 10 Prozent der Beschäftigten in der Produktion arbeiten. Den Großteil der Arbeitnehmer machen heute die "Knowledge-Worker" (Bitkom) aus. Bonn: "Gerade kreative, abwechselungsreiche und geistig hoch anspruchsvolle Aufgaben lassen sich nicht in den typischen Acht-Stunden-Tag zwängen. Wir brauchen flexible Konzepte, mit denen man Spitzenzeiten auffangen kann."
Nach der konjunkturellen Abkühlung brauche das Land dringend eine neue Gründerwelle, so Bitkom. Wichtig sei daher, das öffentliche Engagement zur Gründungs- und Frühphasenfinanzierung technologieorientierter Existenzgründer nicht abreißen zu lassen. Vielmehr müsse über praxisnah gestaltete öffentliche Förderprogramme verstärkt in tragfähige Gründungen investiert werden. Im Zuge der Anstrengungen zum Bürokratieabbau sollten besonders die Gesetze und Verwaltungsvorschriften überprüft werden, die Unternehmensgründungen betreffen. Steuervereinfachungen in den ersten zwei Veranlagungsperioden sollen weitere Freiräume für Gründer schaffen, so Bitkom.



