PPC-Mainboard Pegasos verfügbar - Konkurrenz für AmigaOne
Das 23,6 x 17,2 cm kompakte Pegasos-Mainboard fasst CPU-Steckkarten mit einem 600-MHz-PowerPC-G3-750-CXe-Prozessor bis hin zu zwei PowerPC-G4-MPC-7450-Prozessoren (bis zu 1,4 GHz), ist also sowohl Einzel- als auch Dual-Prozessor-tauglich. Zum Vergleich: AmigaOneG3-SE-Mainboards werden mit aufgelöteten G3-Prozessoren ausgeliefert, nur die teureren AmigaOne-XE-Mainboards erlauben das einfache Aufrüsten mittels Prozessor-Modul. Die Prozessoren werden bei Pegasos und AmigaOne über einen 133-MHz-Systembus eingebunden, die Speicherausstattung mit zwei PC133-SDRAMs kann bei allen bis zu 2 GByte betragen.
Während bereits die deutlich größeren AmigaOne-Mainboards (ATX-Formfaktor) mit zwei ATA100-Anschlüssen für bis zu vier ATA/IDE-Laufwerke, Anschluss für ein Diskettenlaufwerk, 10/100-Mbps-Ethernet-, USB-1.1-Schnittstellen sowie paralleler und serieller Schnittstelle aufwarten, geht Pegasos noch einen Schritt weiter und bietet zusätzlich Onboard-Firewire sowie Onboard-Sound mittels AC97-Codec (Sigmatel STAC 9766) mit analogen und digitalen Ausgängen.
Vorerst liefern Thendic-France und bplan, die ab Januar 2003 nach erfolgreichem Zusammenschluss als ein Unternehmen mit Namen "Genesi" auftreten wollen, nur Pegasos-Mainboards mit 600-MHz-G3-Modul. Der Preis des Pegasos G3/600 liegt bei rund 580,- Euro und wird im Handel auch schon billiger gelistet, während das etwa zum gleichen Zeitpunkt erschienene AmigaOneG3-SE G3 750Cxe mit aufgelötetem 600-MHz-G3-Prozessor mit etwa 670,- Euro deutlich mehr kostet. Die Konkurrenten sind laut Handel derzeit beide noch nicht in großen Stückzahlen verfügbar, insbesondere beim AmigaOne G3-SE soll es Lieferengpässe geben, die anderen AmigaOne-Boards sind zudem erst ab Anfang 2003 erhältlich. Zu den Händlern die Pegasos führen, zählen in Deutschland Vesalia(öffnet im neuen Fenster) und KDH Datentechnik(öffnet im neuen Fenster), in Österreich Pointdesign(öffnet im neuen Fenster) und in der Schweiz Relec(öffnet im neuen Fenster).
Das Microkernel-basierte moderne Multitasking-Betriebssystem MorphOS ist ebenso wie AmigaOS 4.0 direkt für PowerPC-Prozessoren programmiert. MorphOS kann dank einer A-Box getauften PPC-Umsetzung des AmigaOS3.1 APIs mit erweiterten Funktionen und eines Motorola-680xx-JIT-Emulators klassische Amiga-Programme (bis AmigaOS 3.1) für 68k und PPC ausführen, allerdings nur, wenn diese nicht auf die Custom-Chips der Amiga-Classic-Plattform zugreifen. Wird dieses doch gewünscht, muss etwa der Emulator UAE genutzt werden, den es auch in einer MorphOS-Version gibt. Die sogenannte Q-Box von MorphOS umfasst das eigentliche neue Betriebssystem, welches die Features des Quark getauften Kernels, wie SMP,echten Speicherschutz und Clustering, ausnutzt. Die Q-Box soll nicht von abstürzenden Programmen in der A-Box beeinträchtigt werden.
MorphOS liegen eine Medienwiedergabe-Software mit Namen Frogger, ein Bildbetrachtungsprogramm (MysticView), ein Web-Browser (Voyager), ein PDF-Betrachter (APDF) und ein Softwareentwicklungs-Kit bei. Die Unterstützung von 3D-Grafikkarten beschränkt sich derzeit leider noch auf Grafikkarten mit 3dfx-Voodoo3-, SIS-6326- und 3Dlabs-Permedia2-Grafikchip. Die ATI-Grafikchips Radeon 7000, 7200, 7500, 8500 und 9000 werden zwar auch unterstützt, allerdings noch ohne 3D-Beschleunigung. Eine Liste der bisher unterstützten Hardware(öffnet im neuen Fenster) findet sich auf der offiziellen Homepage MorphOS.net(öffnet im neuen Fenster).