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PPC-Mainboard Pegasos verfügbar - Konkurrenz für AmigaOne

Auslieferung mit Betriebssystemen MorphOS und Linux. Seit wenigen Tagen liefern das französische Unternehmen Thendic-France SARL und die Frankfurter bplan GmbH ihr gemeinsam entwickeltes PowerPC-G3/G4-basiertes Mainboard Pegasos aus. Dem auch für Dual-Prozessor-Betrieb geeigneten Mainboard liegen der AmigaOS-4-Konkurrent MorphOS und die Linux-Distribution Debian bei.
/ Christian Klaß
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Das 23,6 x 17,2 cm kompakte Pegasos-Mainboard fasst CPU-Steckkarten mit einem 600-MHz-PowerPC-G3-750-CXe-Prozessor bis hin zu zwei PowerPC-G4-MPC-7450-Prozessoren (bis zu 1,4 GHz), ist also sowohl Einzel- als auch Dual-Prozessor-tauglich. Zum Vergleich: AmigaOneG3-SE-Mainboards werden mit aufgelöteten G3-Prozessoren ausgeliefert, nur die teureren AmigaOne-XE-Mainboards erlauben das einfache Aufrüsten mittels Prozessor-Modul. Die Prozessoren werden bei Pegasos und AmigaOne über einen 133-MHz-Systembus eingebunden, die Speicherausstattung mit zwei PC133-SDRAMs kann bei allen bis zu 2 GByte betragen.

Pegasos verfügt ähnlich wie die AmigaOne-Konkurrenz über einen AGP-2X- und drei PCI33-Steckplätze für Standard-Steckkarten, der AmigaOne bietet allerdings noch einen weiteren PCI66-Steckplatz. Alle erlauben so das Einsetzen von Standard-PC-Steckkarten, etwa Controller, Sound- und Grafikkarten. Eine optionale PCI-Riser-Karte soll den Einsatz von Pegasos in besonders flachen Systemen ermöglichen.

Während bereits die deutlich größeren AmigaOne-Mainboards (ATX-Formfaktor) mit zwei ATA100-Anschlüssen für bis zu vier ATA/IDE-Laufwerke, Anschluss für ein Diskettenlaufwerk, 10/100-Mbps-Ethernet-, USB-1.1-Schnittstellen sowie paralleler und serieller Schnittstelle aufwarten, geht Pegasos noch einen Schritt weiter und bietet zusätzlich Onboard-Firewire sowie Onboard-Sound mittels AC97-Codec (Sigmatel STAC 9766) mit analogen und digitalen Ausgängen.

Vorerst liefern Thendic-France und bplan, die ab Januar 2003 nach erfolgreichem Zusammenschluss als ein Unternehmen mit Namen "Genesi" auftreten wollen, nur Pegasos-Mainboards mit 600-MHz-G3-Modul. Der Preis des Pegasos G3/600 liegt bei rund 580,- Euro und wird im Handel auch schon billiger gelistet, während das etwa zum gleichen Zeitpunkt erschienene AmigaOneG3-SE G3 750Cxe mit aufgelötetem 600-MHz-G3-Prozessor mit etwa 670,- Euro deutlich mehr kostet. Die Konkurrenten sind laut Handel derzeit beide noch nicht in großen Stückzahlen verfügbar, insbesondere beim AmigaOne G3-SE soll es Lieferengpässe geben, die anderen AmigaOne-Boards sind zudem erst ab Anfang 2003 erhältlich. Zu den Händlern die Pegasos führen, zählen in Deutschland Vesalia(öffnet im neuen Fenster) und KDH Datentechnik(öffnet im neuen Fenster) , in Österreich Pointdesign(öffnet im neuen Fenster) und in der Schweiz Relec(öffnet im neuen Fenster) .

Während Amiga Inc. und seine AmigaOne-Partner auf das kommende kommerzielle und mehrfach verschobene Betriebssystem AmigaOS 4.0 setzen, das der Amiga-Plattform wieder mehr Leben einhauchen soll, liefern Thendic-France und bplan ihre Boards zusammen mit MorphOS und DebianPPC-Linux aus. Pegasos kann jedoch neben MorphOS und Debian auch mit anderen LinuxPPC-Distributionen oder MacOS X genutzt werden, gleiches gilt für das noch nicht erschienene AmigaOS 4.0.

Das Microkernel-basierte moderne Multitasking-Betriebssystem MorphOS ist ebenso wie AmigaOS 4.0 direkt für PowerPC-Prozessoren programmiert. MorphOS kann dank einer A-Box getauften PPC-Umsetzung des AmigaOS3.1 APIs mit erweiterten Funktionen und eines Motorola-680xx-JIT-Emulators klassische Amiga-Programme (bis AmigaOS 3.1) für 68k und PPC ausführen, allerdings nur, wenn diese nicht auf die Custom-Chips der Amiga-Classic-Plattform zugreifen. Wird dieses doch gewünscht, muss etwa der Emulator UAE genutzt werden, den es auch in einer MorphOS-Version gibt. Die sogenannte Q-Box von MorphOS umfasst das eigentliche neue Betriebssystem, welches die Features des Quark getauften Kernels, wie SMP,echten Speicherschutz und Clustering, ausnutzt. Die Q-Box soll nicht von abstürzenden Programmen in der A-Box beeinträchtigt werden.

MorphOS liegen eine Medienwiedergabe-Software mit Namen Frogger, ein Bildbetrachtungsprogramm (MysticView), ein Web-Browser (Voyager), ein PDF-Betrachter (APDF) und ein Softwareentwicklungs-Kit bei. Die Unterstützung von 3D-Grafikkarten beschränkt sich derzeit leider noch auf Grafikkarten mit 3dfx-Voodoo3-, SIS-6326- und 3Dlabs-Permedia2-Grafikchip. Die ATI-Grafikchips Radeon 7000, 7200, 7500, 8500 und 9000 werden zwar auch unterstützt, allerdings noch ohne 3D-Beschleunigung. Eine Liste der bisher unterstützten Hardware(öffnet im neuen Fenster) findet sich auf der offiziellen Homepage MorphOS.net(öffnet im neuen Fenster) .


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