Spieletest: Robin Hood- Echtzeitstrategie im Sherwood Forest
Neues Spiel der Desperados-Macher seit kurzem für PC erhältlich. Auch wenn die Legende von Robin Hood weltweit bekannt und populär ist, gibt es bisher kaum Umsetzungen des grüngewandeten Rächers der Armen für PC oder Konsole. Die Spellbound-Studios, die schon für das gelungene Desperados verantwortlich waren, erwecken den Sherwood Forest jetzt als Echtzeitstrategiespiel am PC zum Leben.
Das Spiel hält sich dabei eng an die berühmte Erzählung: Nach der Rückkehr aus erbitterten Kämpfen im Heiligen Land findet Robin von Locksley seine Heimat England unter Knechtschaft eines adligen Schreckensregimes vor. Seiner Besitztümer beraubt, beschließt er den Kampf gegen die Unterdrücker aufzunehmen und wird so zu Robin Hood. Versteckt in den düsteren Wäldern des Sherwood Forest plant er fortan mit seinen Gefährten wie Bruder Tuck, Will Scarlett, Little John und der schönen Lady Marian Feldzüge, um den Reichen ihre Besitztümer zu rauben oder aber Freunde aus der Gefangenschaft zu befreien.
Der Sherwood Forest ist dabei nicht nur ein guter Rückzugsort, sondern auch eine Ausbildungsstätte für Robin und seine Kumpanen – hier werden die Kampfesfähigkeiten verbessert, aber auch Waffen wie etwa Pfeile hergestellt und Heiltränke gegen Verletzungen gebraut. In den einzelnen Missionen hat man dann auch nicht nur das Kommando über Robin, sondern auch über weitere Helden gleichzeitig, wobei sich im Spielverlauf nach erfolgreich absolvierten Aufgaben immer mehr Gefolgsleute anschließen.
Die Missionen sind dabei durchaus abwechslungsreich: Oft müssen Burgen wie die in York, Lincoln, Derby und Nottingham infiltriert und Wachen abgelenkt werden, es kommt aber auch zu Überfällen im Wald und kniffligen Befreiungsaktionen. Die Story ist zwar linear vorgegeben, allerdings hat man im Spiel selber meist die Wahlmöglichkeit zwischen mehreren Aufträgen.
Wie auch in Desperados verfügt natürlich jeder Charakter über verschiedene Fertigkeiten, so dass ein gutes Zusammenspiel zwischen allen für den Erfolg unerlässlich sind. Während der eine ein guter Bogenschütze ist, können sich andere geschickt verkleiden oder erlegte Wachen aus dem Weg schaffen. Da oft eine ganze Reihe von Aktionen in kurzer Abfolge nötig ist, hilft die Programmierbarkeit der Charaktere – bis zu drei Quick Actions können im Voraus geplant, eingestellt und dann per simplem Knopfdruck ausgeführt werden.
Hat man sich doch einmal von den Wachen erwischen lassen, steht noch die Möglichkeit zum Kampf offen, und die ist ebenfalls recht geschickt gelöst: Durch simple Bewegungen mit der Maus führt man eine der vier pro Held verfügbaren Spezial-Attacken wie Rundumschlag oder Mordschlag aus. Aber auch sonst ist das intuitiv beherrschbare Iconsystem zur Steuerung der Helden sehr übersichtlich und schnell verständlich.
Wie schon Desperados ist auch Robin Hood für Anfänger trotz der drei anwählbaren Schwierigkeitsgrade einen Tick zu schwer ausgefallen. Dafür ist die sehr detaillierte und liebevoll animierte Grafik schön anzusehen, und auch die Soundkulisse untermalt das Geschehen stimmungsvoll.
Fazit: Nach Desperados gelingt den Spellbound-Studios mit Robin Hood bereits der nächste Hit: Dank der stimmungsvollen Atmosphäre und der intuitiven Bedienbarkeit entwickelt der Titel innerhalb kürzester Zeit denselben Suchtfaktor wie sein Western-Pendant. Strategie-Freunde sollten sich den Titel nicht entgehen lassen.