Spieletest: Tony Hawk 4 - Nochmals verbesserte Skate-Action
Spiel für alle Next-Generation-Konsolen verfügbar. Die Tony-Hawk-Reihe ist eine Ausnahmeerscheinung unter den Spiele-Serien: Nicht nur, dass sie einen Trend losgestoßen hat und heute unzählige, offensichtlich von diesen Spielen inspirierte Trendsport-Programme existieren, auch qualitativ konnte bisher jeder Teil seinen ebenfalls schon hervorragenden Vorgänger nochmals deutlich übertreffen. Auch Teil 4 macht da keine Ausnahme.
Anstelle sich, wie man es etwa von einer Reihe bekannter Sport-Serien kennt, nur auf ein paar neue Features zu konzentrieren, bietet auch Tony Hawk 4 wieder eine Reihe spielerischer Neuerungen. Vor allem einer der Hauptkritikpunkte an den Vorgängern wurde endlich ausgemerzt - anstelle sich einem Zeitlimit unterwerfen zu müssen, kann man nun in aller Seelenruhe durch die einmal mehr mit zahlreichen nutzbaren Objekten vollgestopften Areale skaten. Der Karriere-Modus wurde dabei deutlich ausgebaut, Wettbewerbe etwa sind jetzt nicht mehr einzeln zu absolvieren, sondern Teile der Level.
Von Passanten oder anderen Skatern erhält man diverse Aufträge, die man erfüllen muss - bestimmte Tricks wollen ausgeführt, zahlreiche Gegenstände eingesammelt und zunächst unerreichbar wirkende Plattformen erreicht werden. Erfolgreiches Erfüllen der Aufgaben bringt entweder Geld oder Statuspunkte. Während man mit Letzteren die Fähigkeiten seines Alter Egos stetig verbessert und so zu immer komplexeren Tricks in der Lage ist, lassen sich die Banknoten gegen neue Boards, Kleidung oder auch Cheats eintauschen. Zudem schaltet man so auch beständig neue Level frei.
Die Arenen, in denen man seine Tricks ausführt, sind wie gewohnt abwechslungsreich und stark unterschiedlich - mal grindet man durch die belebte Innenstadt von San Francisco, dann ist man in einem Zoo oder gar in Alcatraz unterwegs. Neue Tricks gibt es natürlich auch - so sorgen etwa Spine Transfers für längere Combos und zahlreiche aufeinander folgende Tricks ohne Unterbrechung. Wer will, kann sich jetzt auch an ein vorbeifahrendes Auto ranhängen und dies in seine Tricks miteinbeziehen.
Die Levels sind jetzt teilweise dynamisch und verändern daher beständig ihr Aussehen - je nachdem, welche Aufgaben bereits absolviert sind oder ob gerade ein Wettbewerb ansteht, tauchen neue Rampen und Rails auf oder verschwinden auch wieder. Neben den 14 im Spiel integrierten Profi-Skatern wie Chad Muska, Steve Caballero oder natürlich Tony Hawk kann man mit dem Editor auch seinen eigenen Charakter erzeugen.
Einzig bei der Präsentation bietet Tony Hawk 4 nicht das, was man von einem zeitgemäßen Sport-Spiel erwarten würde: Die Grafik sieht auf PlayStation 2, Xbox und Gamecube praktisch identisch aus und nutzt die Fähigkeiten der beiden letzteren Konsolen somit längst nicht aus, zudem halten sich die Verbesserungen gegenüber der letzten Version hier in einem sehr engen Rahmen. Musikalisch ist dafür wie gewohnt alles bestens, der abwechslungsreiche Punkrock- und HipHop-Soundtrack weiß wie eh und je zu begeistern, und auch die eingängige und dennoch komplexe Steuerung gehört weiterhin mit zum Besten, was einem in Sachen Sport-Spiel geboten werden kann.
Neben den hier getesteten und weitestgehend identischen Versionen für Gamecube, Xbox und PlayStation 2 ist das Spiel auch in deutlich abgespeckten Varianten für den Game Boy Advance und die PSOne erhältlich. PC-Spieler müssen diesmal auf Grund der niedrigen Verkaufszahlen des dritten Teils auf eine Umsetzung verzichten. Die hier gezeigten Screenshots stammen von der Xbox-Version.
Fazit: Activision macht vor, wie eine gute Fortsetzung aussehen muss und dass das Spielkonzept von Tony Hawk noch längst nicht ausgereizt ist. Neue Tricks, spannende Wettbewerbe, intelligente und abwechslungsreiche Areale sowie die bekannten Qualitäten der Reihe - ein fantastischer Soundtrack und eine bravourös gelöste Steuerung - machen auch Tony Hawk 4 wieder zum Referenzprodukt in Sachen Trendsport-Spiele. Einzig die Grafik wirkt mittlerweile recht altbacken, für die wahrscheinliche Fortsetzung ist eine optische Aufwertung wohl unumgänglich.