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ATI Radeon 9100 - Würdiger Radeon-8500-Nachfolger? (Update)

Radeon-8500-Nachfolger soll mehr Leistung als Radeon 9000 (Pro) bringen. Als ATI seine Radeon 9000 und Radeon 9000 Pro getauften Grafikchips vorstellte, konnten diese zwar im Vergleich zum Vorgänger Radeon 8500/8500 LE mit optimierten Pixel- und Vertex-Shadern und Shader-basierten Videofiltern aufwarten, enttäuschten jedoch bei der 3D-Leistung eher. Dem will ATI nun Rechnung tragen und mit dem neuen Grafikchip Radeon 9100 die Leistungslücke zwischen Radeon 9000 (Pro) und Radeon 9500 schließen.
/ Christian Klaß
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Die Radeon 9100 verfügt wie die Radeon 8500 über zwei Geometrieeinheiten (Vertex-Shader) anstelle von nur einer wie bei der Radeon 9000 (Pro). Kein Wunder: Der Radeon 9100 ist ein umbenannter Radeon 8500 LE, den Hersteller mit Taktraten von 200 bis 250 MHz takten können. Auf die optimierten Pixel- und Vertex-Shader der Radeon 9000 (Pro) muss man also verzichten. Laut ATIs Partner Sapphire soll zumindest das Board-Design im Vergleich zur Radeon 8500 leicht optimiert worden sein, um Kosten sparen und das Produkt merklich billiger als Radeon-9500-Grafikkarten machen zu können.

Beim Radeon 9100 werden die gewohnten vier Render-Pipelines und die zwei Textureinheiten der Radeon 8500 geboten. Hier büßte die Radeon 9000 (Pro) mit nur einer anstelle von zwei Textureinheiten/Pipeline im Vergleich mit der Radeon 8500 gerade in füllratenlimitierten Spielen trotz optimierter Shader deutlich an Leistung ein.

Definitiv neu am Radeon 9100 ist hingegen die Unterstützung des Pixel-Shader-basierten Video-Deblocking-Filters "Fullstream", der erstmals in der Radeon 9000 zu finden war. Damit ist klar, dass die Funktion auch ohne die optimierten Shader des Radeon 9000 zu nutzen ist. ATI wird die Funktion nachträglich leider nicht für Radeon-8500- und Radeon-8500-LE-Grafikkarten nutzbar machen, sondern hat angekündigt, per Treiber den Chip abzufragen und die Funktion dann freizuschalten. Ebenfalls unterstützt wird der Shader-basierte DVD-Decoder "Video Immersion II", obwohl Radeon 8500(LE) und 9100 bereits einen MPEG-2-Decoder direkt auf dem Chip besitzen. Video Immersion II war erstmals in Radeon 9500 bis Radeon 9700 Pro zu finden und ermöglichte ATI, gesparten Platz auf den Chips anderweitig zu verwenden.

Die niedrigere Leistung der Radeon-9000-Produkte sorgte dafür, dass der Bedarf an Radeon-8500-Chips seitens der Hersteller nicht geringer wurde, was ATI nun veranlasste, mit dem würdigeren Radeon-8500-Nachfolger aufzuwarten bzw. die Radeon 8500 nach einigen Modifikationen am Boarddesign und den Treibern doch noch im Programm zu halten. Laut ATI sollen mehrere Hersteller in den nächsten Tagen und Wochen mit entsprechenden Radeon-9100-Grafikkarten aufwarten. Guillemot erwartet erste Radeon-9100-Grafikkarten für die zweite Januar-Hälfte des kommenden Jahres.

Mit den Radeon-9100-Grafikkarten peilen ATI und Partner einen Preis unterhalb der GeForce4-Ti-4200-Konkurrenz an. ATI geht derzeit von einem Preis von rund 100 Dollar aus, was etwa 120 Euro inkl. MWSt. entspräche. Einige im Abverkauf befindliche Radeon-8500-LE-Karten haben dieses Preisniveau bereits jetzt erreicht. Das lässt darauf schließen, dass Radeon 9000 und Radeon 9000 Pro weiter im Preis sinken werden.


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