Kostenvorteile durch IP-VPNs fördern Gateway-Absatz
Nach den hohen Wachstumsraten des Jahres 2000 von knapp 190 Prozent hat der Markt etwas an Dynamik verloren. Die hohe Investitionsrentabilität von IP-VPNs gleicht jedoch einen Teil der negativen Faktoren aus. Das Kostensenkungspotenzial von IP-VPNs gegenüber herkömmlichen Lösungen mit Standleitungen und Remote-Access-Servern (RAS) dürfte an sich schon wachstumsfördernd wirken. Mit entsprechenden Marketing-Aktionen zur Vermittlung dieser Einsparmöglichkeiten bei potenziellen Kunden lassen sich nach José Lopez, Industry Analyst bei Frost und Sullivan, jedoch noch erhebliche Reserven mobilisieren.
IP-VPNs sind besonders interessant, wo räumlich entfernte Standorte oder mobile Mitarbeiter sicheren und kostengünstigen Zugang zu Firmennetzen erhalten sollen. Mit IP-VPNs lassen sich Firmen-LANs auf Außenstellen erweitern und zu privaten WANs ausbauen. Ein weiterer Vorteil der VPN-Technologie ist die zunehmende Benutzerfreundlichkeit insbesondere bei Netzwerkmanagement und -administration.
Als problematisch erweist sich dagegen die bislang noch mangelhafte Dienstgüte (quality of service - QOS). Das gilt vor allem für VPN-Konfigurationen über große Entfernungen. Verzögerungen, wie sie bei der Nutzung öffentlicher Netze entstehen können, sind für empfindliche Anwendungen mit Echtzeitübertragung wie Sprache oder Video nicht akzeptabel. Hierfür sind Alternativen mit Standleitungen oft geeigneter. Insofern wird die Standleitungstechnik auf absehbare Zeit parallel zu den IP-VPNs existieren, und die Konkurrenz großer Standleitungsanbieter wird auch weiterhin das Wachstum schmälern. Ein weiteres Problem bei VPN-Lösungen ist die Sicherheit der Remote-Access-Points (RAPs). Angesichts schrumpfender Sicherheitsbudgets der IT-Abteilungen werden die Sicherheitslücken in der Client-Software den Einsatz von IP-VPNs eher behindern.
Stärkster Anbieter in der europäischen IP-VPN-Branche ist Check Point. Allerdings ist seine Position durch Hardware-Hersteller bedroht, da Hardware-basierte Lösungen viel schneller wachsen als Software-basierte. Als Reaktion darauf hat Check Point Allianzen mit Geräteherstellern wie Nokia geschlossen. Gut aufgestellt als Hardware-Marktführer und entschieden auf dem Vormarsch ist die Firma Cisco, die voraussichtlich den IP-VPN-Gateway-Gesamtmarkt der Zukunft anführen wird. Das Unternehmen deckt alle Teilmärkte ab, ist aber vor allem im oberen Marktsegment stark.
Die größeren Wettbewerber bringen etablierte Vertriebskanäle, erfolgreichen Kundendienst, ein breites Produktangebot, Größen- und Verbundvorteile, Finanzkraft sowie die Erfahrung der effektiven Integration von Unternehmen und Produktlinien in ihre vorhandenen Geschäftsmodelle mit. Das zwingt kleinere Firmen dazu, mit hohem Umsatz sowie kundenfreundlichen Funktionen und Preisen zu konkurrieren.
Der Titel der Analyse lautet "Frost und Sullivan's Analysis Of The European IP VPN Hardware and Software Gateway Market". Die Analyse kostet 5.000,- Euro.