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Spieletest: Aquanox 2 Revelation - Neue Unterwasser-Action

Spiel für PC seit kurzem erhältlich. Eigentlich hätte die diesjährige Vorweihnachtszeit die beste der Firmengeschichte für JoWooD werden können – Spiele wie Gothic 2 und Aquanox 2 ließen auf gute Produkte und hohe Verkaufszahlen gleichermaßen hoffen. Die massiven Finanzprobleme lenkten aber derart von den Spielen ab, dass die Veröffentlichung von Aquanox 2 deutlich ruhiger vonstatten ging als zunächst angenommen. Der Produktqualität konnten die wirtschaftlichen Querelen glücklicherweise nicht allzu viel anhaben.
/ Thorsten Wiesner
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War die Wartezeit zwischen Schleichfahrt und dem ersten Aquanox-Abenteuer noch recht lang, mussten Fans der Unterwasser-Action diesmal nur etwas länger als ein Jahr bis zur erneuten Fortsetzung ausharren. Dementsprechend sind sich Aquanox 1 und 2 aber auch recht ähnlich, erfahrene Piloten werden sich daher sofort im kaum veränderten Cockpit der Boote zurechtfinden.

Bei der Hintergrundgeschichte – einer der größten Kritikpunkte an Aquanox – wurde allerdings deutlich nachgebessert: Anstelle einer diffusen und alles andere als logischen Story legte Entwickler Massive diesmal Wert auf eine spannende Rahmenhandlung. Man befindet sich im Jahr 2666 und begibt sich als junger Frachterpilot William Drake auf die Suche nach einem mystischen Schatz. Leider kommen einem dabei bald einige Personen in die Quere, so dass man fortan nicht mehr allein, sondern in einem größeren Team auf der Jagd nach Reichtum in den Weiten und Tiefen des Meeres unterwegs ist.

Der Atmosphäre zuträglich ist dabei nicht nur, dass in den Zwischensequenzen jetzt auf die seltsamen Comic-Bilder verzichtet und stattdessen auf realer wirkende Abbildungen zurückgegriffen wird, sondern auch, dass die Qualität der Sprachausgabe ausgezeichnet ist. Verantwortlich dafür sind vor allem die professionellen Sprecher – so wurde für die Rolle des William Drake Marcel Collé ("Der Schwan mit der Trompete", "Hoffnungslos verliebt", "Drive me crazy" u.a.) gewonnen, andere Charaktere werden von Marius Clarén ("Spider-Man"), Marie Bierstedt (Willow Rosenberg in "Buffy"), Nana Spier ("Buffy") oder Claudia Urbschat-Mingues (Angelina Jolie) gesprochen.

Die umfangreichen Missionen spielen sich äußerst abwechslungsreich, von reinen Verteidigungsaufträgen über die häufigen Eskorten bis hin zu aggressiven Schlachten ist fast alles vertreten. Als Waffen stehen den insgesamt vier Schiffen, die man im Verlauf des Spieles steuert, unter anderem Kanonen und Plasmawerfer zur Verfügung. Allerdings ist der Schwierigkeitgsrad immens hoch: Da nur zwischen den Missionen gespeichert werden kann, kommt es oft genug vor, dass man kurz vor Schluss einer der sehr langen Aufträge doch noch von einem feindlichen Torpedo erwischt wird und von vorn beginnen muss.

Grafisch unterscheidet sich Aquanox 2 kaum von seinem Vorgänger, nur ein paar Effekte wurden hinzugefügt – einige Explosionen sehen jetzt etwas spektakulärer aus. Gleichzeitig setzte man aber, um den Realismusgrad zu erhöhen, auf deutlich düstere Farben bei der Umgebungsgestaltung, die daher etwas farblos und trist wirkenden Schauplätze dürften sicherlich nicht jedermanns Sache sein. Die Steuerung hingegen wurde optimiert, mit der Maus lassen sich nun sämtliche Aktionen – auch in den Menüs – problemlos durchführen.

Fazit:
Aquanox 2 wirkt im direkten Vergleich mit dem Vorgänger deutlich ausgereifter, die von Fans und Kritikern am häufigsten genannten Mankos wurden allesamt behoben. Der recht große Missionenumfang und die einfache Bedienbarkeit sorgen zudem für langanhaltende Motivation, auch wenn die etwas farbarme und unspektakuläre Präsentation sicherlich nicht so herausragend ist wie man im Vorfeld noch angenommen hatte.


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