Action-Spiel von Electronic Arts für die PlayStation 2. Passend zum anstehenden Kinostart des zweiten Herr-der-Ringe-Films haben sowohl Electronic Arts als auch Vivendi Universal kürzlich ihre ersten, auf der populären Lizenz basierenden Spiele veröffentlicht. Der Titel von Electronic Arts, "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme" ist dabei ein reines Action-Spiel, das nur für die PlayStation 2 erhältlich ist.
Im Gegensatz zu Vivendi Universal, deren Lizenz sich auf die Romanvorlage bezieht, konnte Electronic Arts das Spiel auf Basis der Verfilmung durch New Line Cinema entwickeln. Von der Lizenz wurde dabei massiv Gebrauch gemacht, so sind in den Zwischensequenzen eine Reihe von Szenen aus dem Kinofilm zu sehen, zudem wurde auch auf die Original-Filmmusik zurückgegriffen.
Auch sonst ist das Spiel optisch und akustisch eine Pracht geworden: Sämtliche Szenerien und Charaktere sind den Film-Vorbildern äußerst gut nachempfunden, die Grafiken gehören mit zum Besten, was man an der PS2 bisher zu sehen bekam, die Atmosphäre der Vorlage wird bravourös eingefangen.
Leider kann das Gameplay nicht mit dem Glanz der Präsentation mithalten. Das liegt vor allem am recht eintönigen Gameplay: "Die zwei Türme" ist als reines Action-Spiel konzipiert, die meiste Zeit prügelt man auf Horden böser Orks ein oder liefert sich Gefechte mit Ober-Bösewichten wie den Höhlentrolls und Saruman. Rätsel sind praktisch nicht vorhanden, die unterschiedlichen Missionsaufgaben bestehen zumeist darin, innerhalb einer vorgegebenen Zeit die Monsterbrut zu besiegen oder aber die Feinde nicht zu strategisch wichtigen Punkten vordringen zu lassen.
In den Kampf zieht man dabei wahlweise als Aragorn, Legolas oder Gimli. Jeder der Charaktere verfügt neben den einfachen Aktionen wie Schlagen und Blocken über eine Reihe von Spezialattacken und Kombos, die im Spielverlauf erlernt werden. Da sich diese Angriffe praktisch aber kaum unterscheiden, ist der Wiederspielwert recht gering. Nach jeder erfolgreichen Mission erhält man Erfahrungspunkte, die sich für den Erwerb neuer Angriffe oder einer Verbesserung der Lebensenergie verwenden lassen. Zudem gibt es auch Fernwaffen wie etwa einen Bogen, die von Zeit zu Zeit zum Einsatz kommen.
Der größte Spielspaßkiller dieses Titels ist zweifellos der viel zu hohe Schwierigkeitsgrad: Abgesehen davon, dass sich die hübsch anzusehenden Kombos auf Grund des meist immens hohen Feindaufkommens nur selten wirklich nutzen lassen und man meist nur mit hektischem Knöpfedrücken beschäftigt ist, sind Speicherpunkte viel zu rar gesät - auch erfahrene Spieler werden die meisten Abschnitte wohl einige Male durchspielen müssen und des Öfteren vor lauter Frust die Lust verlieren.
Fazit: Natürlich ist es für Herr-der-Ringe-Anhänger schön, selber einmal in die aus dem Film bekannten Charaktere zu schlüpfen und Orte wie die Mine von Moria oder Helms Klamm zu besuchen, zumal die Präsentation wirklich vorbildlich gelungen ist. Mit einem einfallsreicheren Gameplay und einem ausgewogeneren Schwierigkeitsgrad wäre der Titel darüber hinaus aber auch für andere Spieler interessant gewesen, so bleibt es ein reines Fan-Produkt.