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Unterhaltungselektronik: Weihnachtsgeschäft soll brummen

Drei Milliarden Euro Umsatz angepeilt. Obwohl die Zahl der Hiobsbotschaften über Steuer- und Abgabenerhöhungen nicht abreißt, rechnet die Unterhaltungselektronik-Industrie mit einem lebhaften Weihnachtsgeschäft. Als Grund für diese positive Erwartung nennt Dr. Rainer Hecker, der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), die Produktpalette und die Preise, die dem Markt die nötigen Impulse geben sollten.
/ Andreas Donath
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Auffallend sei, dass die Branche eine immer kürzere Weihnachtssaison registriert. Das Geschäft konzentriere sich nicht wie früher auf Monate, sondern inzwischen nur noch auf wenige Wochen. Insgesamt rechnet Hecker damit, dass von den knapp neun Milliarden Euro, die im laufenden Jahr für Unterhaltungselektronik ausgegeben werden, gut drei Milliarden von Mitte November bis Mitte Januar in die Kassen des Einzelhandels fließen.

Als Konjunkturlokomotive dient der Wunsch nach Kino-Atmosphäre in den eigenen vier Wänden. Das Thema "Heimkino" wird für Industrie und Handel immer interessanter. Angeregt durch die ungebrochene Nachfrage nach DVD-Spielern, Digital-Receivern, großen Breitbildschirmen und Dolby-Surround-Anlagen entwickele sich auch der Absatz von Plasma- und LCD-TV-Geräten sowie Projektions-Fernsehern außerordentlich erfolgreich. Dabei stelle sich immer mehr heraus, dass der Konsument durchaus bereit ist, für hochwertige Geräte etwas mehr auszugeben. Das gelte z. B. für die größeren Bildschirme, für DVD-Videorekorder, Video-Harddisc-Aufnahmegeräte und Camcorder, deren Digitalanteil inzwischen die 80-Prozent-Marke überschritten hat. Auch im Bereich der Satelliten-Empfangsanlagen zeigt sich der Trend zur Digitaltechnik mit einem Wachstum von über 100 Prozent deutlich.

Während Hecker auf Grund der geschilderten Nachfrage rund ums Heimkino einen relativ stabilen Markt erwartet, entwickelt sich die Nachfrage nach HiFi-Geräten zurzeit leicht rückläufig. Das betrifft sowohl Einzelkomponenten als auch Kompaktanlagen, nicht jedoch den Bereich der so genannten "Hometheatre", in dem – im Gegensatz zum Heimkino – neue hochwertige Audio-Komponenten wie DVD-Audio und Super-Audio-CD mit entsprechenden Lautsprecherpaketen zusammengefasst sind. Hier erwartet die Branche im Weihnachtsgeschäft ein Wachstum im dreistelligen Prozentbereich.

Zu den "traditionellen" Last-Minute-Geschenken gehören Portable-Audio-Geräte, bei denen in diesem Jahr neben CD-Spielern und MiniDisc-Geräten vor allem auch MP3- sowie die ersten DVD-Portables eine Rolle spielen sollen.

Als wenig saisonabhängig zeigt sich der Auto-Audiobereich. Hier verteilen sich die Verkaufszahlen relativ gleichmäßig auf das ganze Jahr. In diesem Markt rechnet Hecker mit einem leichten Rückgang. Erfreuliches erwartet er dagegen von Videospielen (Software und Konsolen). Sie gehören zu den Wachstumsträgern des Jahres und werden auch im Weihnachtsgeschäft eine bedeutsame Rolle spielen. Darüber hinaus wird die Nachfrage nach CDs, Videos und DVDs in den letzten Tagen vor Weihnachten in die Höhe schnellen.

Der Konsument freut sich, Industrie und Handel stöhnen jedoch über den Preisverfall, der die Unterhaltungselektronik-Industrie inzwischen seit Jahren begleitet. Die vom Bundesverband des Einzelhandels angekündigten "Weihnachts-Verkaufsaktionen" dürften auch an den Geräten der Unterhaltungselektronik nicht spurlos vorübergehen. Nie – so Hecker – waren hochwertige Geräte so günstig wie zum augenblicklichen Zeitpunkt. Auch diese Tatsache sollte dazu beitragen, dass das Weihnachtsgeschäft 2002 mindestens die Größenordnung des vergangenen Jahres erreichen wird.

Für das gesamte Jahr rechnet Hecker auf Grund der schwachen Konjunktur in der ersten Hälfte allerdings mit einem Minus von etwa drei Prozent, wobei der Umsatz für die klassische Unterhaltungselektronik knapp unter die 9-Milliarden-Euro-Grenze rutschen wird. Eine ähnliche Entwicklung wird auch für den Absatz von Heim-Computern erwartet, wobei hier der Trend zu mobilen Lösungen anhält. Erfreulich entwickelt sich – allerdings vor dem Hintergrund eines schwachen Vorjahres – der Absatz in der privat genutzten Telekommunikation, wobei der Umsatz vor allem für Handys wieder zunimmt.

Eine Erholung der konjunkturellen Gesamtentwicklung und damit auch für den Bereich der Consumer Electronics verspricht sich Hecker erst mittelfristig, wobei er darauf setzt, dass zumindest für seine Branche im zweiten Halbjahr 2003 mit der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin die erwartete Trendwende bei der Konsumentennachfrage einsetzen wird.


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