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W3B: Content is King, Communication is Queen

Nutzer akzeptieren eher Online-Werbung als Paid Content. Online-Kommunizieren wird für Internet-Nutzer immer wichtiger, die Bedeutung von Online-Informationen nimmt hingegen leicht ab, so eines der Ergebnisse der 15. Erhebungswelle der Internet-Studie "W3B", die von Fittkau & Maaß unter 99.000 deutschsprachigen Online-Nutzern durchgeführt wurde. 85 Internet-Anbieter wirkten an der W3B-Umfrage mit.
/ Jens Ihlenfeld
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Kommunikation und Inhalte sind demnach die wichtigsten Online-Nutzungsziele. Während angesichts der Wirtschaftsflaute viele Unternehmen versuchen, ihre Online-Aktivitäten zu reduzieren, wird das Internet für seine Nutzer immer wichtiger, so das Ergebnis der Studie. Die Mehrheit der Internet-Nutzer ist dabei heute fast täglich, an sechs oder sieben Tagen pro Woche, online. Seit dem Herbst 1996 ist der Anteil dieser Personen von 35 Prozent auf 62 Prozent gestiegen. Zu den intensiven Nutzern des Internet, die mehr als zehn Stunden wöchentlich surfen, zählen dabei 42 Prozent, im Herbst 1996 lag dieser Wert noch bei genau der Hälfte.

Neben dem Internet-Nutzungszweck "Informationsabruf" hat sich die Online-Kommunikation z.B. per E-Mail oder Chat als wichtigste Internet-Anwendung etabliert. Drei Viertel der deutschsprachigen Internet-User nennen dies heute als Nutzungsgrund. Vor drei Jahren, im Herbst 1999, waren es nur zwei Drittel.

Anders sieht es bei der Online-Information aus: Hier ist der Anteil der Nutzer, die dies als Online-Nutzungsmotivation angibt, innerhalb der letzten drei Jahre von rund 82 Prozent auf 76 Prozent zurückgegangen.

Unter den verschiedenen Online-Kommunikationsanwendungen werden E-Mails mit Abstand am intensivsten eingesetzt: 84 Prozent der Internet-Nutzer senden und empfangen "häufig" E-Mails, ein Viertel liest Newsletter, 14 Prozent chatten, 9 Prozent nutzen E-Cards und 5 Prozent Newsgroups. Die am häufigsten verwendeten Messaging-Services sind die von MSN und AOL, beide können laut aktueller W3B-Studie über 16 Prozent wöchentlicher Nutzer aufweisen.

Websites zum Flirten bzw. Leute kennen lernen stellen eine weitere sehr beliebte Online-Kommunikationsform dar, sie werden heute von fast jedem zehnten deutschsprachigen Nutzer (9 Prozent) regelmäßig besucht – weitere 20 Prozent nutzen sie zumindest gelegentlich. Vor allem junge Nutzer zählen zur Zielgruppe der Flirt-Websites und auch Internet-Anfänger interessieren sich besonders häufig hierfür.

Noch ist der Online-Informationsabruf zusammen mit dem -Kommunizieren wichtigste Internet-Nutzungsmotivation. Zu den zehn beliebtesten Website-Typen zählen neben Web-Katalogen, Online-Shops und Reise-Websites z.B. redaktionelle Angebote wie Online-Zeitschriften/-Magazine (20 Prozent regelmäßiger Nutzer), Online-Tageszeitungen (18 Prozent), Online-Computerzeitungen/-zeitschriften (14 Prozent) und Websites von TV-Sendern/-Sendungen (10 Prozent). Gefragtester Online-Content sind Nachrichten (internationale, nationale wie auch regionale/lokale), Informationen über Computer/IT und Reisen/Touristik sowie politische Nachrichten.

Vor die Wahl gestellt, welche Finanzierungsform für redaktionelle Online-Angebote sie persönlich präferieren, sprechen sich insgesamt über die Hälfte der deutschsprachigen Internet-Nutzer (51 Prozent) für eine Werbefinanzierung redaktioneller Websites aus. Lediglich 10 Prozent sind für eine Finanzierung über Nutzungsgebühren. 17 Prozent der Nutzer sind der "realitätsfernen" Meinung, redaktionelle Online-Angebote sollten grundsätzlich sowohl werbe- als auch kostenfrei sein. Ebenso viele Personen zeigen sich hinsichtlich dieser Fragestellung noch unentschieden.

Unter den Nutzern im Alter von 20 bis 30 Jahren sprechen sich besonders viele (48 Prozent) für eine Finanzierung über Werbebanner aus; auch Werbe-Pop-Ups/-Movies kommen für diese Nutzergruppe in Frage. Internet-Senioren dagegen bewerten dieses Thema am kritischsten: Unter ihnen ist über ein Viertel der Meinung, redaktionelle Online-Angebote sollten sowohl werbe- als auch kostenfrei sein.

Das Internet hat im Leben seiner Nutzer mittlerweile einen festen Platz eingenommen: Knapp 45 Prozent der deutschsprachigen Anwender wollen auf das Internet keinesfalls mehr verzichten, Tendenz steigend. Vor allem erfahrene Nutzer mit mindestens zwei Jahren Online-Erfahrung und Personen, die häufig online sind, mindestens zehn Stunden pro Woche, möchten das Internet in ihrem täglichen Leben nicht mehr missen.

Die meisten Internet-Nutzer (44 Prozent) konzentrieren sich während der Online-Nutzung ausschließlich auf das Internet, vor allem, wenn die Nutzung am Arbeitsplatz stattfindet. Nebentätigkeiten finden vor allem beim Surfen von zu Hause aus statt: 38 Prozent hören dann nebenbei Musik, jeder Fünfte trinkt etwas. Je über 15 Prozent rauchen beim Surfen und/oder haben das TV-Gerät eingeschaltet. Bei der Internet-Nutzung am Arbeitsplatz widmet sich über die Hälfte der Nutzer ausschließlich der Online-Nutzung.


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