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Spieletest: Ghost Recon - Missionpack Island Thunder

Post-Castro-Kuba als Thema für das neue Missionpack. Ubi Soft hat mit Tom Clancy's Ghost Recon: Island Thunder ein neues Missionpack für den Taktikshooter Ghost Recon auf den Markt gebracht, der das Geschehen um die Spezialeinheit auf die Insel Kuba versetzt, auf der nach dem fiktiven Tod Castros 2009 das erste Mal freie Wahlen abgehalten werden. Rivalisierende Drogenbarone, die die Herrschaft übernehmen wollen, versuchen dies jedoch zu verhindern. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Ghost-Recon-Teams, das als Teil einer UN-Friedenstruppe nach Kuba geschickt wird, um die Rebellentruppen zu bekämpfen.
/ Andreas Donath
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Das Missionpack enthält acht Singleplayer-Missionen, die in einer Kampagne zusammengefasst sind, darüber hinaus fünf Karten für den Multiplayermodus und wieder einmal zwei neue Varianten für Letzteren. Darüber hinaus gibt es zwölf neue Multiplayer-Waffen einschließlich des schallgedämpften M4-SOCOM-(Special-Operations-Command-)Gewehrs als Variante des M4 und des halbautomatischen MM-1-Granatenwerfers und des russischen automatischen AGS17-Granatwerfers. Das tragbare Gegenstück zum MM-1, der 6G30, fehlt.

Die neuen Multiplayerwaffen bestehen zudem noch aus dem halbautomatischen amerikanischen Scharfschützengewehr SR25 und der schallgedämpften Ausführung SR25 SD, der russischen Degtyarev DP 7,62 mm, der verbesserten RP46, einer spanischen 9 mm Star Z-84, dem belgischen M240G-Maschinengewehr und der 9 mm Samopal SA 25, der GP25 sowie der tschechischen Samopal vz.58, einer HK4 9 mm und einer russischen Makarov-9-mm-Pistole. Ferngläser gehören nun zum Standardequipment der Soldaten.

Passend zum Inselteam kommen von den Kubanern genutzte Fahrzeuge, eigenes Gefährt und als Neuerung das Absetzen der eigenen Truppen per Helikopter im Einsatzgebiet hinzu. Bei der Landung sorgt der Luftwirbel für die typischen Grasbewegungen und rüttelt an den umstehenden Bäumen, was dem Spiel noch einen Tick mehr Atmosphäre verleiht.

Die sonstige optische Aufmachung der tropischen Inselvegetation kann als sehr gelungen bezeichnet werden, auch wenn der dichte Dschungel an sich nicht im Spiel vorkommt – das hätte auf Grund der erforderlichen Hardwareressourcen das Spiel vermutlich zu langsam gemacht. Sehr schön ist auch die hohe Luftfeuchtigkeit, in Form von Nebelschwaden und Dunst, visualisiert worden. Auch die sonstigen Wettereffekte wie Sturm, Regen und die überall stehenden Pfützen sind sehr gelungen wie auch die dazugehörigen Soundeffekte, die auch Vogelstimmen, Außenbordmotoren und vieles andere umfassen.

Die Level spielen in Plantagefeldern, auf verlassenen Flughäfen und auch der Häuserkampf und Einsätze in den Bergen kommen vor. Das Spielprinzip wurde gegenüber den vorherigen Ghost-Recon-Spielen nicht verändert – das bedeutet, man ist fast immer damit beschäftigt, alle Gegner auszuschalten.

Auf Überraschungsmomente wurde diesmal auf Grund neuer Scripts mehr Wert gelegt – so kommt es beispielsweise vor, dass der Spieler aus dem Hinterhalt angegriffen wird. Das Verhalten der Gegner wurde gegenüber dem Originalspiel und dem schon länger auf dem Markt befindlichen Add-On Desert Strike geändert – dadurch ist Island Thunder deutlich schwieriger als seine Vorgängertitel. Die Funktionstaste 6, die man zur Schnellspeicherung verwendet, sollte man deshalb zur Vermeidung von zuviel Frust nicht schonen.

Leider ist der Gegner wesentlich aufmerksamer als in den Vorgängerreihen von Ghost Recon und kann aus ungefähr hundert Metern Entfernung jede Bewegung des eigenen Teams sehen, nahezu perfekt schießen und auch noch hervorragend seine Deckung nutzen. Ob dies angesichts des Szenarios realistisch ist, bleibt dahingestellt. Eigentlich soll der Feind aus Guerilla-Banden und Drogengangs bestehen und nicht aus Elitesoldaten. Bislang wurden von uns die Gegnerintelligenz und die -Fähigkeiten immer als zu niedrig eingestuft, nun erscheinen sie ein wenig zu hoch.

Die Gegner nutzen nun auch wesentlich öfter Handgranaten, wenn die Situation angemessen ist. Wird der Soldat beim Werfen der Handgranate getroffen, fällt diese zu Boden und explodiert mitten im Team, falls sie zuvor schon entsichert wurde. Dies kann sowohl dem eigenen Team als auch den Gegnern passieren und ist gegenüber dem bisherigen Ghost Recon ein Novum.

Dankenswerterweise wurden auch die Fähigkeiten der eigenen Teammitglieder verbessert, die nun gegenseitig für besseren Feuerschutz sorgen, sich besser umschauen und nicht mehr wie früher scheinbar unbeeindruckt von der Gefahr handeln.

Man sollte deshalb das Spiel Ghost Recon Island Thunder nicht mit einem First-Person-Shooter verwechseln, sondern wie der Gegner ebenfalls durch langsames Anschleichen, Warten und Taktieren den Sieg herbeiführen.

Fazit:
Das Missionpack Ghost Recon – Island Thunder macht wie auch seine Vorgänger für ausgesprochene Fans des Originalspiels Sinn. Zwar ist es nur mit sehr wenigen neuen Missionen ausstaffiert und lässt sich innerhalb von fünf bis sechs Stunden bei normalem Schwierigkeitsgrad durchspielen, doch ist die intensive Atmosphäre, die durch die Grafik und besonders die hervorragende Arbeit der Toningenieure entsteht, durchaus das Geld wert. Multiplayer-Fans können sich über die neuen Spielmodi und die neuen Waffen freuen. Das Spiel kostet zwischen 27,- und 29,- Euro und ist überall im Handel erhältlich. Die USK-Einstufung liegt bei zwölf Jahren.


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