Plattformer mit Zeitreise-Option. Während die meisten Konsolen-Hersteller über ein populäres Maskottchen verfügen – Nintendo etwa hat Mario, Sega hat Sonic -, kann Microsoft noch nicht mit einem derartig renommierten Spiele-Helden aufwarten. Große Hoffnungen wurden deshalb in Blinx gesetzt, der grinsende Kater sollte zum ersten wirklichen Xbox-Helden werden. Das fertige Spiel offenbart allerdings leider mehr Schwächen als erwartet.
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Groß hatte man im Vorfeld der Veröffentlichung von Blinx getönt, dass das Spiel der erste 4D-Titel aller Zeiten wäre. Die vierte Dimension ist dabei die Zeit – Blinx ist in der Lage, in die Zukunft und die Vergangenheit zu reisen. Dem Spieler eröffnet das eine Reihe von neuen Möglichkeiten: Ist etwa eine Brücke eingestürzt und versperrt dem Kater den Durchgang, kann man die Zeit zurückdrehen bis zu dem Moment, in dem die Brücke noch stand und dann den Weg passieren.
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Allerdings ist das Zeit-Feature längst nicht so spektakulär, wie im Vorfeld vermutet wurde. Einerseits müssen zunächst bestimmte Symbole im Spiel eingesammelt werden, bevor man die Zeit manipulieren darf – es ist also nicht permanent möglich, den Spielablauf zu ändern. Außerdem gibt es im Spiel selber aber auch nur eine begrenzte Anzahl an Situationen, in denen der Einsatz der Zeitreise wirklich notwendig ist. Die an sich gute Idee mit dem Vor- und Zurückspulen beziehungsweise dem Pausieren und Aufnehmen bestimmter Szenen wird also nicht konsequent genutzt.
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Die meiste Zeit ist man vielmehr damit beschäftigt, einen Gegner nach dem anderen aus dem Weg zu räumen. Dazu steht einem ein Zeit-Staubsauger zur Verfügung, der den überall in Massen herumliegenden Müll aufsammelt und ihn dann wieder auf die Gegner feuert. An jedem Level-Ende lassen sich zudem die eingesaugten, aber nicht wieder verschossenen Gegenstände ebenso wie das auch oftmals herumliegende Gold gegen Power-Ups oder einen neuen, besseren Sauger eintauschen. Mit diesem kann man dann auch mal größere Felsbrocken aus dem Weg räumen.
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Die Level sind allesamt sehr linear aufgebaut, das Zeit-Feature ändert nichts daran, dass man immer nur Schritt für Schritt nach einem vom Spiel vorgegebenen Muster vorwärts kommt – auf Mini-Spiele muss man ebenso verzichten wie auf spektakuläre Story-Wendungen oder Bonus-Stages. Dafür raubt einem die Kamera den letzten Nerv, oft wird man ohne eigenes Verschulden Opfer gegnerischer Attacken und darf den gesamten Level von vorne beginnen.
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Auch optisch sieht Blinx nicht gerade so aus wie man es von einem potenziellen Konsolen-Hit erwarten würde. Zwar kann man die surrealen Welten und die skurrilen Charaktere durchaus als "künstlerisch wertvoll" durchgehen lassen, die detailarmen Texturen reizen die Hardware aber nicht einmal ansatzweise aus – in Anbetracht der Tatsache, dass das Spiel exklusiv für Xbox entwickelt wurde, ein kaum verständliches Manko.
Fazit: Trotz aller hier im Test geäußerten Kritik ist Blinx sicherlich kein schlechtes Spiel, für ein wenig solide Plattform-Action ist der Titel allemal gut. Klassiker sehen allerdings anders aus: Um die hoch gesteckten Erwartungen zu erfüllen, hätte man das Zeit-Feature konsequenter nutzen und dafür die zu lineare Storyline durch mehr Überraschungen und Wendungen aufpeppen müssen.