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Spieletest: Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Spiel zum zweiten Harry-Potter-Film. Electronic Arts macht vor, wie man eine Lizenz bestmöglich nutzen kann: Gleich für sieben verschiedene Plattformen – und damit für praktisch alle derzeit erhältlichen Entertainment-Systeme – ist das Spiel zum zweiten Harry-Potter-Film veröffentlicht worden. Im Vergleich zum letztjährigen ersten virtuellen Auftritt des jungen Zauberlehrlings hat man allerdings nicht nur bei der Zahl der Spiel-Versionen zugelegt, sondern auch die Gameplay-Qualität merklich verbessert.
/ Thorsten Wiesner
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Das Spiel ist für PC, Gamecube, Xbox, PS2, PS One, GBA und Game Boy Color erhältlich. Dieser Test bezieht sich auf die weitgehend identischen Versionen für die Xbox, den Gamecube und die PlayStation 2, ein Test der PC-Fassung folgt demnächst.

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Der Titel orientiert sich eng an der Filmvorlage, wer sich also das neue Leinwandabenteuer bereits angeschaut hat, wird eine Reihe bekannter Szenen wiedererkennen. Allerdings ist die Story-Line alles andere als ausführlich erzählt – sollte jemand, der dieses Spiel erwirbt, weder das dazugehörige Buch noch den Film kennen, wird er die Hintergrundgeschichte auf Grund einiger ausgelassener Ereignisse an einigen Stellen nur schwerlich nachvollziehen können.

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Der Titel ist als Action-Adventure mit recht linearer Story-Line konzipiert: Man beginnt im Haus der Durslyes und muss zunächst ein paar Gnome aus dem Garten entfernen, dann kauft man in der Winkelgasse ein, fährt nach Hogwarts und schlägt sich da zunächst mit einer wildgewordenen Weide herum, bevor man schließlich im Zauberei-Internat anlangt und eine Herausforderung nach der anderen gestellt bekommt.

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Zu Beginn des Spieles verfügt man nur über einen einzigen Zauberspruch, im weiteren Verlauf lernt man aber beständig neue Zauber hinzu, die einfach per Knopfdruck ausgeführt werden. So lassen sich Gegner in die Flucht schlagen, feindliche Sprüche abwehren, aber auch Geheimtüren ausfindig machen. Im Menü belegt man dabei bei allen Konsolen drei der Aktionstasten auf dem Gamepad mit den gerade benötigten Zaubersprüchen, der vierte Aktions-Button ist für einfache Aktionen wie Türen öffnen, reden und dergleichen mehr zuständig.

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Das Gameplay bietet eine ausgewogene Kombination aus Action und Denksport: Einerseits müssen versteckte Türen und Gänge ausfindig gemacht oder an Wachen vorbeigeschlichen werden, das Herumstöbern in Kisten und das genaue Untersuchen von Gängen, Gemälden und Mauern bringt zudem oft hilfreiche Extras wie Schokofrösche und Bertie-Botts-Bohnen zur Gesundheitsaufbesserung oder Stinkbomben zum Ablenken der Vertrauensschüler hervor. Daneben müssen diverse Feinde bekämpft werden, neben eher einfachen Gegnern wie Imps oder herumfliegenden Büchern, die sich zumeist mit einem kleinen Schuss aus dem Zauberstab ausschalten lassen, sind auch diverse "Endgegner" ins Spiel integriert, mit denen man längere Zeit beschäftigt ist und die den Schwierigkeitsgrad doch merklich ansteigen lassen. Trotz genauer Angaben zu den jeweils zu lösenden Aufgaben ist Harry Potter 2 also auch für erfahrene Spieler nicht zu leicht ausgefallen.

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Kleinere Mini-Spiele bieten eine gelungene Abwechslung zum Schulalltag: Im Flugunterricht, bei dem man seinen Besen möglichst schnell durch in die Luft gezeichnete Ringe dirigieren muss, können Punkte für das Gryffindor-Haus gesammelt werden, beim Quidditch-Spielen muss neben der Beherrschung des Besens auch die schnelle Reaktion trainiert werden, um im richtigen Moment den Knopf zu drücken und so den goldenen Schnatz zu fangen. Das ebenfalls jederzeit zugängliche und unkomplizierte Trolle-Werfen ist eine weitere Möglichkeit, mehr Punkte für das eigene Team zu erlangen.

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Im Großen und Ganzen wirkt das zweite Harry-Potter-Spiel zwar weitaus liebevoller und intelligenter arrangiert als der erste Teil, kleine technische Mängel drücken den Spielspaß aber doch zuweilen. Vor allem die oft ungünstige Kamera-Position nervt – oft steht Harry so ungünstig, dass er von Gegnern, die er noch gar nicht sehen kann, angegriffen und verletzt wird. Zudem ist die Reaktionszeit von Zeit zu Zeit zu langsam, oft muss man Tasten mehrmals drücken, bevor die gewünschte Aktion ausgeführt wird.

Grafisch sieht das Spiel auf allen drei Next-Generation-Konsolen recht gut aus, ohne jedoch durch besondere Effekte zu glänzen. Die deutsche Sprachausgabe ist ebenfalls gut, unterscheidet sich allerdings manchmal vom eingeblendeten Bildschirm-Text und kann leider auch nicht mit den Original-Synchronstimmen des Kinofilms aufwarten.

Fazit:
Na bitte, es geht doch: Wirkte der letztjährige, erste virtuelle Auftritt von Harry Potter noch recht unausgegoren und hektisch entwickelt, ist Harry Potter und die Kammer des Schreckens auch ohne spektakuläre Präsentation oder wirklich innovative Ideen ein sehr solider und abwechslungsreicher Konsolen-Titel geworden, der Fans des Buches oder des Films eine Menge Spaß bereiten dürfte. Vor allem die vielen unterschiedlichen Aufgaben – angefangen bei Geschicklichkeitspassagen über die Zauber-Duelle mit Erzfeind Draco bis hin zu den Quidditch-Partien – sowie die Möglichkeit, auch einmal auf eigene Faust die weitläufigen Gänge und Räume der Schule zu erkunden, lassen die Motivation trotz einiger Mängel bei der technischen Umsetzung nicht so schnell nachlassen.


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