PowerNET - Heimvernetzung über die Steckdose wird billiger
Verbindet man einen der PowerNET-Ethernet-Adapter beispielsweise mit einem DSL-Router sowie einer nahegelegenen Steckdose, so können Ethernet-fähige Geräte, die ebenfalls mittels Adapter ans Stromnetz anzuschließen sind, miteinander vernetzt werden und das Internet nutzen. Die Stromkabel zwischen den einzelnen Geräten sollen im Idealfall bis zu 200 Meter lang sein, so dass selbst kleine Häuser vernetzt werden können. Daten werden laut Kraftcom mit theoretisch bis zu 14 Mbps übertragen, je nach Leitungsqualität – auch Steckerleisten haben Einfluss – sollen praktisch 5 bis 8 Mbps realistisch sein. Die Verbindungen können verschlüsselt und passwortgeschützt werden, um es Lauschern schwieriger zu machen, Daten auszuspionieren oder Verbindungen unerwünscht mitzunutzen.
Die neuen PowerNET-Adapter sind ab sofort im Online-Shop von Kraftcom unter www.kraftcom.net(öffnet im neuen Fenster) für 139,- Euro pro Stück erhältlich. Es werden für den Betrieb mindestens zwei Adapter benötigt.
Die Golem.de-Redaktion hat das Vorgängergerät seit einigen Wochen erfolgreich im Test. Der Anschluss der Adapter ist selbst für Anfänger leicht zu bewerkstelligen, zumal sich die Adapter im Stromnetz gegenseitig finden. Die Nutzung von Steckerleisten wird an den meisten Orten nicht zu vermeiden sein, niedrigere Datenraten als 1,6 Mbps (ca. 200 KByte/s) erreichten wir jedoch selbst bei Einsatz von Steckerleisten mit Filtern gegen Spannungsspitzen nicht. Deutliche Auswirkungen von Haushaltsgeräten konnten wir nicht feststellen, ob die Datenrate nun bei (eher seltener) Nutzung von Schlagbohrmaschinen deutlich einbricht wurde noch nicht getestet.
Bei einer einfachen Dreifach-Steckerleiste auf PC-Seite und direktem Anschluss an die Steckdose auf DSL-Router-Seite wurden 3,2 Mbps erreicht. Im Vergleich insbesondere mit Fast-Ethernet mag das wenig erscheinen und es ist in der Tat für das Verschieben größerer Datenmengen nur für Menschen mit Geduld geeignet, aber für die gemeinsame Nutzung selbst schneller DSL-Anbindungen mehr als ausreichend. Ob WLAN oder PowerNET – oder eine Kombination aus beidem – sinnvoller sind, hängt vom Anwendungsgebiet und auch vom Mauerwerk ab. Powerline-Communications, so der englische Ausdruck für die Vernetzung per Stromnetz, kann mittlerweile als ernst zu nehmende Alternative oder Ergänzung zu bestehenden Netzwerktechnologien angesehen werden.



