Spieletest: Conflict Desert Storm - Golfkrieg im PC
Einsatz von britischen und US-amerikanischen Spezialkräften. Das Spiel Conflict – Desert Storm simuliert einmal mehr die Spezialeinsätze von britischen und US-amerikanischen Sondereinheiten, die im ersten Golfkrieg zwischen den allierten Streitkräften und dem Irak operierten. Die Spielfigur samt Team kann hinter den feindlichen Linien operieren, um so Sabotageakte zu verüben und taktisch wichtige Einzelziele auszuschalten.
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Das actionlastige Spiel, das wahlweise in der ersten oder dritten Betrachtungsperspektive gespielt werden kann, erlaubt es dem Einzelspieler, die Rolle des Einsatzleiters, Scharfschützen, Waffenspezialisten und Sprengstoff-Experten zu übernehmen. Die Perspektive von hinten dient letztlich nur der besseren Übersicht; meistens spielt man besser aus der Ich-Perspektive.
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Im Spielablauf werden die anderen Rollen durch den Computer übernommen, ein Wechsel ist jederzeit möglich. Darüber hinaus gibt es noch eine Multiplayermöglichkeit, die man außer im LAN auch über das Internet spielen kann. Hier übernehmen die Mitstreiter die Team-Rollen.
Über ein sehr einfaches Kommandosystem kann das eigene Team gesteuert werden. Es sind lediglich Möglichkeiten vorgesehen, der Spielerfigur zu folgen oder an der derzeitigen Stelle zu warten. Ein Vorgehensplan, der beispielsweise bei Ghost Recon üblich ist, fehlt hier völlig. Eine einblendbare, aber nicht zoombare Karte erleichtert immerhin die Vorgehensweise, Ziele sind jedoch nur selten eingezeichnet: Vor allem in vorangeschrittenen Leveln muss man meist jeden Kartenpunkt abgehen, um die Ziele auszumachen und bekämpfen zu können.
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Der Feind in Form der irakischen Soldaten, die meistens als Infanteristen, seltener als Panzerfahrer auftauchen, sind zwar unterschiedlich bewaffnet, die AK 47 herrscht jedoch vor. Da man von toten Gegnern die Waffen nicht aufsammeln kann, ist man auf die Waffendepots angewiesen, die quer über die Karten verstreut sind und dem Spieler erlauben, auch gegnerisches Waffenmaterial wie besagtes Sturmgewehr oder Panzer- und Luftabwehrwaffen aus sowjetischer Produktion einzusetzen.
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Das Verhalten der Gegner ist nur als selbstmörderisch zu bezeichnen. Zwar werfen sich diese bei Beschuss auch auf den Boden, aber letztlich wird das durch die extrem übernatürliche Treffergenauigkeit und Zielfindung des eigenen Teams konterkariert. Es gibt zur besseren Motivation allerdings mehrere Schwierigkeitsstufen, bei denen mehr Gegner auf den Spieler und ihr Verderben zurennen. Schlussendlich muss man nur auf seinen Munitionsvorrat und die Magazinkapazität achten und möglichst nach jedem Feuerstoß in Deckung gehen, um dann wieder hervorzustürzen oder eine Handgranate zu werfen, um auch die übrig gebliebenen Gegner zu neutralisieren.
Panzer und ähnliches Gefährt wie auch die berühmt-berüchtigten Scud-Raketenwerfer können arcadeartig in ihre Einzelteile zerlegt werden – man muss schon mutwillig daneben schießen, um sie nicht schon beim ersten Treffer vollständig zu zerstören.
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Nach jedem Einsatz werden die Leistungen des eigenen Teams bewertet – überlebende Mitglieder bekommen nicht nur Orden und Beförderungen, sondern verbessern auch ihre Fähigkeiten für die Folgemissionen. Im Spiel merkt man diese versprochenen Auswirkungen jedoch praktisch nicht, bis auf den Scharfschützen, der mit steigender Erfahrung merklich besser trifft.
Die Grafikeffekte sind nicht überragend. Zwar werden beispielsweise Rauchwolken und aufspritzende Sandfontainen gezeigt, wenn Kugeln in den Sand gehen, aber Explosionen von Panzern und Flugzeugen sind allenfalls Arcade-Niveau. Auch beim Ton wurde außer bei den Schussgeräuschen gegeizt. Laufgeräusche, Wettereffekte und ähnliches Beiwerk, was aber für Atmosphäre sorgen könnte, fehlt praktisch überall. Gewaltdarstellungen sind lediglich in Form von mehr oder minder großen Blutflecken auf der Uniform vorhanden, auf Schmerzensschreie oder die Darstellung wirklicher Verletzungen wurde dankenswerterweise verzichtet.
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Das Wetter wird höchstens in Form von Sandstürmen simuliert, die aber außer auf die unmittelbare Sicht keinen Einfluss auf das Spiel haben – die Gegner und das eigene Team scheint der fast undurchdringliche gelbe Schleier nicht im Mindesten davon abzuhalten, auf wahnsinnige Distanzen den Feuerkampf aufzunehmen und auch noch erfolgreich zu beenden. Hier hätten die Entwickler leicht eine interessante taktische Komponente einbauen können. So aber kann das Spiel genauso gut in Augen-zu-und-durch-Manier wie auch mit langsamem vorsichtigem Anschleichen erfolgreich zu Ende gebracht werden.
Die 15 Missionen sind durch den niedrigen Anforderungsgrad nicht nur schnell durchgespielt, sondern unterscheiden sich auch kaum von den Aufträgen her. Das Spiel scheint stark von Scripts gesteuert zu sein, die kaum Verzweigungen im Handlungsablauf zulassen – selbst in Gebieten, die zuvor feindfrei waren, tauchen beispielsweise wieder Gegner auf – im peinlichsten Fall aus dem Nichts – direkt vor dem Spielerteam. Absolut unrealistisch ist auch die Art und Weise, wie mit der Lebensenergie des eigenen Teams umgegangen werden kann – einfach ein paar Verbandpäckchen verteilt und schon kann ein Schwerverletzter wieder wie ein Hundert-Meter-Läufer über das Schlachtfeld sprinten.
Fazit: Conflict: Desert Storm enttäuscht als Taktik-Shooter. Als normales Actionspiel wäre der Titel besser verpackt gewesen, doch versucht der Hersteller über die Verpackungsversprechen ein anderes Gameplay zu suggerieren, als das Spiel tatsächlich bietet. Doch auch als actionlastiges Spiel geht einem die Ballerei schnell auf die Nerven, wenn Horden von Gegnern nach immer dem gleichen Muster agieren, sich keine besonderen Überraschungen im Missionsablauf bieten und die Atmosphäre durch teilweise fehlende Ausgestaltung in optischer und vor allem akustischer Sicht fehlt. Über die Tatsache, dass ein solches Spiel kurz vor einem erneuten Waffengang in der gleichen Region auf den Markt kommt, lässt sich unter moralischen Gesichtspunkten trefflich streiten.
Das Spiel ist neben der hier getesteten PC-Version auch für Xbox und PlayStation 2 erschienen. Die PC-Variante kostet zwischen 30,- und 50,- Euro und ist mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren versehen.